nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Mittwoch, 10. April 2013

multissimo-tasking

wenn es im normalen mutter-leben schon von multi-tasking nur so wimmelt - weil mehrere menschen bedürfnisse haben, gleichzeitig reden, das telefon am liebsten zur besten koch- oder essenszeit klingelt - ach ihr wißt schon, dann bin ich seit einer woche im multissimo-tasking angelangt. seit herr siebensachen im krankenhaus ist, regele ich hier alles alleine, was sonst auf zwei paar schultern verteilt ist. und bekomme eine ahnung davon, was lohnarbeitende alleinerziehende so schultern. (ok, da hätte ich dann ein anderes netzwerk für die kinderbetreuung, meine kinder sind ja ab mittags zuhause, weil wir das zu zweit gewährleisten können und wollen).
und trotz gelassenheit bezüglich des polkatanzes der staubmäuse, nachsichtigkeit in bezug auf vollwertige frisch gekochte mahlzeiten und entspannte hausaufgabensituationen bin ich jetzt echt am rand meiner kräfte angelangt. ich habe das gefühl, noch ein bißchen mehr, und alles kippt - gelassenheit adé. drum geh ich morgen nicht zur arbeit, nehme die letzten termine bezüglich des nachlasses meines vaters wahr, koche endlich mal wieder 'richtig' und fange dann am nachmittag an, die koffer zu packen (ja wirklich, außer wäschewaschen ist noch nichts weiter geschehen in sachen packen!)
so neugierig ich auf eure einträge bin, so gerne ich im netz lese und finde und lerne, ich verabschiede mich hiermit für die nächsten mindestens dreieinhalb wochen aus den wwweiten und mach die kiste jetzt aus.

macht es gut, genießt den frühling, bleibt gesund und habt euch lieb!


(herrn siebensachen geht es gut, er wird aber erst am freitag entlassen, wenn wir schon weg sind. das finden wir grad alle sehrsehr blöd, weil wir ihn so vermissen. und abschied im krankenhaus ist richtig blöd.)

und aus.
  

Sonntag, 7. April 2013

sonntagsfreuden die zweite

hm, die gestrigen sonntagsfreuden waren ja genaugenommen sonnabendsfreuden.
weil es heute sooo schön war, gibts jetzt noch echte sonntagsfreuden:

* soooonneeeee! strahlend, wärmend, beglückend.

* nach einem besuch auf dem friedhof und bei herrn siebensachen im krankenhaus sind wir im garten gelandet und haben uns alle still vergnügt in diverse freiluftaktivitäten vertieft. wunderbar war das. so sehr, daß ich bald sagte: "ich will nicht in die kur, ich will in den gaaaarten!" naja, irgendeinen grund gibts immer, nicht zu fahren. sind ja nur drei wochen... draussensein, im garten arbeiten ist für mich aber wirklich medizin. (morgen wollen wir nochmal eben hin ;-) )

* das jüngste siebensächelchen beim stöcke-zerbrechen: "mama, guckmal, ich bin ein guter verbrecher! ich verbrech ganz viele stöcke."

(und nicht daß ihr glaubt, hier wär alles eitel sonnenschein: am abend, nach dieser überdosis sauerstoff, licht und bewegung, da brach die 8jährige heulend zusammen und kriegte sich eine stunde nicht mehr ein. kaum war sie still, fing die 5jährige für die nächste halbe stunde an. mir klingeln noch die ohren! kein wunder, daß die abende hier oft sehr schweigsam verlaufen - wir brauchen einfach mal hör- und redepause.)

Samstag, 6. April 2013

sonntagsfreuden

daß der schnee heute vormittag nicht liegenblieb.

(mensch wird genügsam in solch kalten zeiten ;-) )

Donnerstag, 4. April 2013

ist ja sonst nix los...

... bei dir, sagte mein bruder heute.

denn herr siebensachen legte sich am sonntag abend ins bett und stand erstmal nicht mehr auf. und weil es trotz arztbesuch nicht besser, sondern schlechter wurde, hab ich ihn gestern in die notfallambulanz des krankenhauses geschafft - die ihn gleich mal dabehalten haben. lungenentzündung (ein rotes tuch seit neun jahren). mit antibiose und sauerstoffbrille ging es ihm schnell deutlich besser, aber er soll noch ein paar tage da bleiben.

ferien nennt sich das. jö. (nebenher kümmer ich mich um die wohnung und den nachlass meines vaters, termine hier, telefonate da, tsssssss...)
 
aber ich nehm es mit gelassenheit, lass liegen, was nicht schreit und zappelt (zb staubmäuse und krümelversammlungen), verschaff den kindern freude, indem sie tags auf dem pferdehof, bei freundinnen und in der feriengruppe des kindergartens (ein großer wunsch der jüngsten: endlich mal in der feriengruppe sein! ihre letzte chance als angehendes schulkind) sind und nachts beieinander übernachten (schwesternbesuch! zum piepen, daß das so aufregend sein kann!). abends sind wir dann lange beisammen, reden, erzählen, kuscheln, das fängt alles auf. heut schläft die jüngste bei mir, "damit du nicht so allein bist im großen bett, mama!". lagergefühl.

daß ich das alles so lässig nehmen kann, liegt allein daran, daß ich weiß, es ist begrenzt. und zwar exakt bis nächste woche freitag. da sitz ich am vormittag mit den kindern im zug und fahre ins allgäu zur lang geplanten mutterkindkur! (irgendwie passend, daß ich erst jetzt fahren kann, nach all dem.) juchu! ich freu mich so sehr, dann einfach mal die seele baumeln lassen zu können, zu wandern, massage, eurythmie und gespräche zu genießen, in den himmel zu gucken und ein paar reihen in ruhe zu stricken. ausatmen. und dann langsam wieder einatmen. pfffff.......

(ob ich schon was vorbereitet hab? nö. heute hab ich eine liste angefangen, die wird in den nächsten tagen vervollständigt und dann werfen wir ab mittwoch alles in unsere köfferchen und rucksäcke. da wir jedes jahr eine große reise machen, bin ich da inzwischen entspannt. und seit unserer grandiosen zugreise in die schweiz letzten sommer fängt für uns das vergnügen schon mit der fahrt an.)

Mittwoch, 3. April 2013

osterfreuden

am ostermontag war bei uns endlich der frühling in sicht. und obwohl herr siebensachen kränkelnd im bett liegen blieb, hab ich es geschafft, die zeterliesen lieben kinderlein zu einem ausflug aus dem haus zu scheuchen. wir sind mit der s-bahn gefahren in den ort meiner kindheit. dort hab ich ihnen meine grundschule, meinen schulweg, das haus, den garagenhof und die strasse, auf der wir damals spielten, gezeigt. sie sind da oft ganz ungläubig, können sich nicht recht vorstellen, daß mama auch mal kind war.
dann sind wir losgegangen (ich darf das ja nicht wandern nennen, wir machten uns halt auf die suche nach einem tollen picknickplatz ;-) ), und auch dies waren wege meiner kindheit. hach war das schön! und die kinder fanden es auch schön, interessanterweise auch genau solche orte/plätze, die ich schon immer mag. die ganze zeit begleitete uns die wunderbare frühlingssonne, wenn auch in gesellschaft eines kalten windes. ich hab so sehr aufgetankt, es war wie ein tag urlaub. 4 stunden waren wir unterwegs bis zur nächsten bahnstation, da waren dann aber alle tapferen läuferinnen müde.

das kleinste siebensächelchen blieb zwischendurch immermal zurück, schlenderte so in ihrem eigenen tempo. einmal, als sie wieder aufgeschlossen hatte, berichtete sie gestikulierend: "schau mal mama, da, mein sonnenschein, der macht alles so wie ich." "du meinst deinen schatten? ja, der macht alles so wie du." "ja, das macht mein schein!" so süß!

euch allen wünsche ich viel sonnenschein - innen und außen!

Freitag, 29. März 2013

30 nordost

30 nordost. das ist die neue adresse meines vaters.
er hatte sich schon vor langer zeit gewünscht, auf einem waldfriedhof bestattet zu werden, und so haben wir ihm gemeinsam einen schönen baum ausgesucht, den mit der nummer 30, an dem noch die grabstelle nordost frei war.

letzten freitag war die beerdigung, und es war ein wirklich schöner tag. unter strahlend blauem winterhimmel zogen wir nach einer stillen, von harfenklängen untermalten abschiedzeit in der kapelle über den friedhof in den wald.
mein 'kleiner' bruder tat, was er zu vaters lebzeiten nie geschafft hat, und trug die urne den ganzen langen weg in seinen armen. unter dem baum wurden die texte rezitiert, die vater sich gewünscht hatte ('stufen' von hermann hesse, 'wo?' von heinrich heine und der 'sonnengesang' des franz von assisi). der wind wehte eiskristalle von den hohen buchen, und die sonne brachte sie zum glitzern. es waren menschen gekommen, zu denen er jahrelang keinen persönlichen kontakt mehr hatte, und viele waren sehr berührt.
nach der beisetzung trafen wir uns in einem lokal, und alle nutzten die gelegenheit, um frohe erinnerungen auszutauschen. ich traf menschen, die ich zuletzt als kind gesehen hatte, und wurde wirklich beschenkt. und zuletzt waren wir noch in vaters wohnung, nochmal seine atmosphäre zu schnuppern, ihn zu spüren (seine wohnung hatte er sich wirklich beeindruckend gestaltet), erinnerungsstücke auszuwählen.

dieser letzte abschied in drei schritten - friedhof, beisammensein, wohnung - war sehr intensiv, friedlich und wohltuend. aus konventioneller sicht seltsame worte für einen beerdigungstag, doch uns scheint er gut gelungen.
es fühlt sich alles richtig so an.

die folgende woche verbrachte ich mit 'normalem' leben, das heißt arbeit und ferienkindern. und damit, mich an den gedanken zu gewöhnen, daß nun diese wohnung geräumt werden muß, in der mir viele stücke seit meiner kindheit vertraut sind...
loslassen.

diese woche abstand und gewöhnung hat es aber unglaublich erleichtert, mit der auflösung zu beginnen, und es fiel mir dann heute nicht sooo schwer, dinge auszusortieren, wegzugeben auf nimmerwiedersehen. und einiges dann doch zu behalten, wenigstens erstmal.

was mich begleitet, ist eine große müdigkeit. ich bin traurig, gelassen, ruhig, und sooo müde. es braucht anscheinend doch viel kraft, auch wenn es äußerlich entspannt ist.
doch alles ist gut.


"du bist nicht tot.
du wechselst nur die räume.
du lebst in uns
und gehst durch unsere träume."
(michelangelo)

dies gab der älteste freund vaters ihm am ende der bestattung mit auf die reise.
und ja, manchmal hab ich so eine ahnung davon und kann ein bißchen lächeln in gedanken an ihn, daß er jetzt frei ist und doch bei uns, in unseren herzen.
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Sonntag, 24. März 2013

sonntagsfreuden: hoffnung

zur frühlingstagundnachtgleiche habe ich gestern an einer frauen-jahreszeitenwanderung teilgenommen. endlich einmal wieder wandern! 4 stunden waren wir unterwegs, busfahrten und einkehr nicht eingerechnet. es ging fast nur über wiesen- und waldwege, auf gefrorenem boden und mit teils eisigem wind. trotz dieser eher winterlichen verhältnisse war der kommende frühling doch wahrzunehmen, denn einige pflanzen trotzen der kälte, ihnen genügt es, daß die tage wieder länger sind als die nächte: kornelkirsche, weidenkätzchen, schneeglöckchen sowieso, manch ein krokus und auch narzissenknospen sahen wir. und überall an den bäumen noch geschlossene, doch kräftiger werdende und zu glänzen beginnende knospen. währedn unserer einkehr in einem café auf einem demeterhof zündeten wir eine eiförmige kerze an und lasen uns gedicht vor. das folgende gedicht fand ich gerade dieses jahr, wo der frühling uns so lange warten läßt,  besonders passend:

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.
 
Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.
 
Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden.

 Emanuel Geibel (1815-1884)



oder, um mit tomte tummetott zu sprechen:
"geduld nur, geduld, der frühling ist nah!"

jetzt kanns ja wirklich nicht mehr lange dauern...;-)
ich freu mich drauf!


Sonntag, 17. März 2013

sonntagsfreude: zwischendurch

zwischendurch ist hier ganz normales leben.

von gestern auf heute feierte die große tochter ihren geburtstag mit 4 freundinnen (das war eh so geplant). mit musik, klamottentausch, frisieren, schminken (!), und ganz viel gekicher. bis um 3 waren sie wach, wir haben noch alle zusammen gefrühstückt, und nun ist das spektakel vorbei. die großen mädchen sind allesamt glücklich (und müde).
so soll das sein.

(wie gut, daß die kinder da sind, das normale brauchen und einfordern!)

Donnerstag, 14. März 2013

abschied

heute haben wir uns im abschiedsraum des bestattungsunternehmens von meinem, unserem vater verabschiedet. es ging nicht eher (und auch nicht woanders), weil er erst heute von der pathologie freigegeben wurde (wegen unklarer todesursache war er dorthin gebracht worden).
 
eine stunde hatten wir (nur) zeit, dort bei ihm zusein. obwohl ich etwas grausen davor hatte - ein anruf der bestatterin vorher warnte uns, weil er gestürzt war und eine kopfwunde hatte - war mir völlig klar, daß ich da hin will. und dann kamen wir in den schlichten, von kerzen beleuchteten raum, und waren alle so berührt und gleichzeitig erstaunt, denn er sah so anders aus. es war ganz offensichtlich und deutlich gar nicht mehr er selbst. es war wahrhaftig sichtbar, daß seine seele schon fort war.



Ich denke nicht, dass wir einfach schlafen gehen und das war´s.
Ich schätze, wir reisen, gehen woanders hin.
Wenn wir sterben, wird es mehr oder weniger genauso sein.
Wir werden hier sein, aber auch woanders.
Youssef Nabil

  (das schrieb mir vor ein paar tagen roswitha)

während wir dort saßen, schauten, weinten, berührten, erzählten, waren herr siebensachen und ich spontan derselben meinung, daß wir gerne mehrere tage bei ihm gesessen hätten. es war nicht, daß wir uns nicht trennen konnten, es war einfach zu kurz. es wäre schön gewesen, länger zu bleiben, mehr zu reden, mehr zu weinen, auch zu singen, zu schweigen, mehr geschenke mitzubringen, die ganze bandbreite auszukosten. in dieser einen stunde war das nur ansatzweise möglich. mir hat sie trotzdem sehr geholfen zu realisieren, daß er wirklich, wirklich fort ist. ich konnte ja sehen, daß er nicht mehr hier war. wie klug die menschen früher doch waren, eine lange totenwache zu halten! es ist so unbeschreiblich heilsam. (unsere kinder wollten allerdings nicht mitkommen, obwohl ich es aus genau diesem grund gut gefunden hätte. die jüngste hat ein bild gemalt, das ich ihm mitgab.)

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mir geht es soweit gut, ich bin halt traurig, aber es reißt nicht. bei der arbeit hab ich mich krankgemeldet, mein sous-chef gab mir sein ok. das gibt mir die möglichkeit, alles in ruhe anzugehen, nicht hetzen zu müssen. auch herr siebensachen hat freibekommen (nicht selbstverständlich, ist ja nur sein schwiegervater). morgen suchen wir einen baum auf dem waldfriedhof aus, danach ist die einäscherung. und nächsten freitag stehe ich wie gretas familie unter dem selben himmel zur verabschiedung unserer lieben, nur auf unterschiedlichen friedhöfen...


nehmt euch in den arm,
seht über den kleinkram hinweg,
habt euch lieb.
es kann so schnell vorbei sein.

Sonntag, 10. März 2013

ach, das leben...

ich hätte nicht erwartet, daß mich mein voriger eintrag so schnell einholt...
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heute morgen, als wir gerade vom geburtstagsfrühstückstisch der großen tochter aufgestanden waren (diesem geburtstag wollte ich eigentlich eine sonntagsfreude namens "12 jahre mutter sein" widmen), klingelte es, und die polizei stand da, um uns mitzuteilen, daß mein vater vor zwei tagen gestorben ist.

ich war nicht überrascht, denn er war lange sehr (sucht)krank, hat aber jede hilfe abgelehnt und ist nichtmal zum arzt gegangen.
ich bin, wir sind gefasst, aber so traurig darüber, daß er nicht mehr unter uns ist, daß seine letzten tage vermutlich besonders schwer waren, daß er so allein war und einfach keine hilfe annehmen konnte.
mein bruder war schon hier, morgen kommt er wieder und auch unsere schwester.
die kinder sind leise betroffen, von still bis neugierig-interessiert, jede auf ihre weise.
wir geschwister regeln morgen alle dinge (die unser vater sehr ausführlich vorbereitet hat) und nehmen dann in ruhe abschied.
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endlichkeit
unendlichkeit
ewigkeit


Samstag, 9. März 2013

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erschüttert lese ich von der gleichzeitigkeit von verlust und erlösung (hier),
ein zweiklang, den ich, auch wenn ich ihn aus der nähe kenne,  nur mit großer mühe als erträglich empfinden kann.


für stephan und greta
und ihre familie
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endlichkeit
unendlichkeit
ewigkeit
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Montag, 4. März 2013

trunken

schon der frühe morgen war um vieles heller als alle anderen vor ihm. und dann begannen die amseln endlich so richtig zu singen. dächer und wiesen waren zwar weißbereift, der boden gefroren, doch der himmel versprach schon großartiges. und so verging dieser tag in einem rausch von frischluft. die heizung aus, alle fenster geöffnet (zumindest die zur sonneseite), sonnenblicke wo es nur ging. nach der hausarbeit raus, die kinder zu begleiten als alibi, mich am spielplatz strickend unter einen baum zu setzen, um dann doch mit einer freundin auf einer sonnigen bank zu enden. als ich dann eben zwischen den kinderbetten saß, alle fragen gefragt, alle lieder gesungen waren, je eine hand in jedes bett gereicht (derzeitiger spezialwunsch der beiden jüngeren siebensächelchen), da wurde mir der kopf so schwer daß ich fast im sitzen eingeschlafen wäre.

sauerstofftrunken.

Samstag, 2. März 2013

sonntagsfreuden: wunder

am waldrand im trockenen gras liegen,
die kinder geschäftig rascheln und murmeln hören,
die nase in die sonne strecken,
den vögeln bei den generalproben zum großen frühlingskonzert lauschen,
und auf einmal vor lauter frühlingsvorfreude und ergriffenheit,
daß dieses wunder wieder geschieht,
wie jedes jahr seit eh und je,
feuchte augen kriegen.


(kaum daß die sonne verschwand, war es wieder schnatterkalt,
und am abend war ganz wunderfeines diesiges dämmerungslicht.)

Donnerstag, 28. Februar 2013

ausgeflogen

zum ersten mal übernachtet das mittelkind heute bei einer freundin. kaum daß ich tschüß sagen konnte, hüpfte sie vorfreudig mit ihrem köfferchen an mir vorbei und war weg (die freundin wohnt hier um die ecke).
kein anruf bisher, es scheint zu klappen.

und ich sitze hier verwaist und übe mich im loslassen, lese stricke höre podcast -
und vermisse es, ihr vor meinem eigenen zubettgehen nochmal durch die haare zu streichen, ihren nachtduft einzuatmen, ihre wange mit meinen lippen zu streifen.

herzliebchen, großes.

(ihr bett blieb nicht leer, dort schläft grad die große schwester, die sich heute rührend um die jüngste gekümmert hat und das gesamte abendprogramm erledigte, während ich beim sport war. und dann wollte sie auch bei der kleinen schlafen :-)) die beiden jüngeren teilen sich ein zimmer)

Mittwoch, 27. Februar 2013

me made mittwoch

heute mach ich mal mit beim memademittwoch. genausogut könnte dieser eintrag allerdings auch in der kategorie "aus alt mach anders" laufen, denn ich habe mal wieder ein secondhand-kleidungsstück zu anderem leben erweckt.

es war einmal ein langer, gerader rippenwollrock auf dem flohmarkt (20% poly überspringe ich jetzt einfach dezent). für 2 euro wanderte er auf meinen nähtisch, und nach vier beherzten schnitten, dreimal kanten mit bügelvliess sichern, dreimal säumen und zwei seitennahtveränderungen in richtung a-linie war es DAS kleidungsstück der saison, ein kurzes, wärmendes überkleid (oder auch tunika).

zottelfrau *kicher*
hinten hat es noch den gehschlitz des rockes, was für ein bißchen weite und bewegungsfreiheit sorgt (obwohl der rippstrick auch so schon sehr dehnbar und bequem ist). mein rettungsring ist zwar durch die enge des kleides gut sichtbar, aber tssss, das ist mir egal - das kleid ist sooo schön warm, durch die länge bleibt besonders der untere rücken immer warm.

die farbe mag ich grad im winter sehr gern, ein sanftes naturbraun mit grauem einschlag. ich trage das kleid tatsächlich fast täglich, zu schmaler hose, zu kurzem rock, mit verschiedenen unterpullis in allen farben, die mein kleiderschrank so hergibt. (und nachts hängt es auf dem griff des gekippten fensters und lüftet in der winterkälte und ist am morgen wieder frisch und geruchsneutral - ein hoch auf die selbstreinigungskraft der wolle!).

frohes selbermachen euch allen!

Samstag, 23. Februar 2013

sonntagsfreuden: frische brötchen

schlaftrunken aus dem bett tapsen,
caffè aufsetzen,
den kindern übers haar streichen,
erste streitereien wahlweise ertragen oder schlichten,
die große schüssel aus dem ofen holen,
ihren inhalt den kindern zum formen auf dem tisch verteilen,
während der ofen aufheizt den ersten schluck caffè schlürfen
und dann ganz bald, ohne aus dem haus zu müssen:
frische brötchen!


den teig dafür setze ich am vorabend an mit gaaaanz wenig hefe (ca 2g für 700g mehl, das ist bei frischhefe eine etwa haselnusskleines bröckchen). weitere zutaten sind nur wasser, salz und ein löffelchen süßes (zb rübensirup oder honig) als futter für die hefe. die schüssel kommt abgedeckt in den ganz leicht angewärmten ofen, und bis morgens ist der teig wunderbar groß aufgegangen, ohne hefig zu schmecken. dann wird er nur einmal sanft zusammengelegt statt geknetet zu werden, und in portionen geteilt. den rest erledigen die kinder: neben knotenbrötchen gibt es schnecken, brillen, brezeln und - wie zu sehen - schwerter. aus 700g mehl machen wir mindestens 12 brötchen, das reicht dann auch für den kleinen mittagshunger.

Mittwoch, 20. Februar 2013

nur kein neid

denkt nicht, daß hier jetzt der frühling ausgebrochen wäre.
neinnein, nach den beiden frühlingsahnungssonnentagen am wochenende hat die sibirische luft auch um uns keinen bogen geschlagen. es klirrt und bibbert, aber das macht mir nichts, denn so kann ich eifrig begeistert weiterstricken und -nähen. denn an ideen und/oder projekten mangelt es mir nie :-) - so viele ufo's*, die hier herumfliegen...

*ufo = unfertiges objekt

Dienstag, 19. Februar 2013

"über leben"

grad auf arte (und am 8. märz um 9.45 nochmal)
"über leben - zu früh auf dieser welt"

eine dokumentation über den umgang mit extremen frühchen in deutschland und den nachbarländern und über die rechtlichen grauzonen, risiken, chancen und grenzen in der neonatologie.

bei diesen bildern mußten wir beide schon recht schlucken. erstaunlicherweise waren mir trotz fast 10 jahren abstand alle bilder so vertraut.
ich fand den film gut, wie vorsichtig und offen insbesondere auch in bezug auf die risiken und grenzen der frühchenmedizin berichtet wurde.

ich fand es ja einen ziemlichen wahnsinn (und finde es immer noch). "machbarkeitswahn" hab ich es damals auch genannt - die ärzte waren schon auch begeistert davon, was sie alles ermöglichen können. doch ob das immer so gut ist????? ob das überhaupt gut ist, nur weil es machbar ist????? ich weiß nichtmal, wie ich entscheiden würde. in der schwangerschaft mit dem dritten kind war ich fest entschlossen, keine beatmung unter der 30. woche zuzulassen (wegen der lungenreife). damals war ich aber auch noch so nah dran an den grenzen.

puh.

Sonntag, 17. Februar 2013

sonntagsfreude: raus!

in den letzten wochen waren wir nicht soviel draussen, denn entweder hat es ungemütlich kalt geregnet oder es war eisig kalt. schnee und eis sind zwar wunderbar, aber nicht so recht für lange aufenthalte im freien geeignet. die kinder waren auch schon rodel-satt und nur schwer zu motivieren. heute morgen aber, noch beim frühstück, riss die wolkendecke auf und präsentierte einen wunderbaren spätwinterhimmel. und alle wollten wir raus, alle zusammen - denn herr siebensachen hat freies wochenende! - , und zwar nicht erst irgendwannspätermal, sondern nach dem frühstück.

hurra! so mag ich das: kein nörgeln, trödeln, zetern, sondern ruhiges vorbereiten an allen ecken. es wurden wunderbare fast-drei-stunden, oft in wärmender sonne, mit dem duft von feuchter erde und dem kraftvollen fliessen eines schmelzwasservollen flusses. ich liebe diese stimmung, wenn die sonne die wintermüde erde wärmt, das matte braun noch das frische grün überwiegt, hier und da wagemutige pflänzchen, überall milde farben voller verheißung. es erinnert mich an frühlinge in meiner kindheit und lässt den frühling ahnen.
treidelpfad und fußwege am fluß

sonnenfunkeln auf dem wasser

flechtwerk der natur - hochwassertreibgut

wiesenwege

erste, noch winzig kleine frühjahrsboten
 
es war ein wunderbarer tag voll sonne, bewegung und familie,
der mir meine kraftreserven so ganz nebenbei aufgefüllt hat.
sonntagsfreude.


Sonntag, 10. Februar 2013

schneeportraits

ein weiterer bilderbuchwintertag. die böse mama scheuchte ihre kinder aus dem haus und nötigte sie zum schlitteln. beim anschließenden spaziergang (nur noch mit der jüngsten, die großen hatten sich maulend abgesetzt) entstanden diese bilder.


zwerg nase *kicher*

 ein einmaliges gefühl, das gesicht in den schnee zu tauchen, bis es prickelt!


ich wünsche euch 
eine schöne woche 
mit viel winterfreude!

Samstag, 9. Februar 2013

sonntagsfreunden: familien-bande

mit karneval hab ich ja so garüberhauptnichts zu tun. trotzdem war ich heute zum allerersten mal freiwillig und absichtlich zum karneval in köln (zu studienzeiten bin ich immer geflüchtet). meine schwester lebt dort mit ihrer familie und lud ihre geschwister (und freunde) zum veedelszoch. also stand ich um kurz nach 6 auf, um den herrn siebensachen zur arbeit zu bringen, damit wir das auto haben konnten. (und auf der rückfahrt vom zurarbeitbringen wurde ich mit wunderschönen morgendämmerungsblicken über das verschneite niederbergische beschenkt.) wir nahmen dann noch eine tochterfreundin mit, und es war voll, laut, bunt und einfach nett. die kinder schwelgten im zuckerzeugs, und ich hab immerhin 3 von 5 geschwistern mit dem größeren teil ihrer familien (zwei frauen waren nicht dabei) getroffen. die tochterfreundin war etwas überfordert von den vielen menschen, sie hat außer ihren eltern nur noch zwei lebende verwandte und fragte wohl erstaunt, ob das alles famileinangehörige seien. (nein, waren es nicht, es waren auch noch freunde meiner schwesterfamilie und jede menge jugendliche da, ein buntes kommen und gehen.) meine große wußte auch nicht so recht eine antwort, so daß ich ihr vorm einschlafen den famileinstammbaum unserer generation erklären durfte. als wir durchzählten, war ich dann auch erstaunt, daß nur wir geschwister mit unseren familien auf 21 personen kommen. und die geschwister der männer und frauen mit ihren familien sind da noch nicht mitgerechnet...

es war so schön, so viele auf einen haufen einfach so zu treffen. kein elterngeburtstag oä als anlaß, bei dem diverse emotionale oder alkoholische hürden zu nehmen oder auszuhalten sind. entspannt und herzlich. das wünsche ich mir öfter! (was nicht ganz soo einfach ist, da wir übers land verstreut leben, aber ab+zu darf es schon sein!). besonders freut mich, daß wir aus unserer komplizierten ursprungspatchworkfamilie fast alle so heil hervorgegangen sind, daß wir herzlich und freundschaftlich miteinander sein können.

Samstag, 2. Februar 2013

sonntagsfreuden: lichtmessmelodie

nachdem es hier ein paar tage relativ mild war und meistens geregnet hat, ist es jetzt wieder etwas kälter,
und heute gab es sogar eine weile dicke flocken in der luft. die tage sind schon deutlich länger geworden, das licht aber noch winterlich. heute beim heimkehren in der abenddämmerung ließ mich eine nur kurze, aber unverkennbare tonfolge innehalten und lauschen. sie wiederholte sich nicht, aber es war ganz eindeutig:
das erste amselabendlied!
(passend zu lichtmess eine zarte ahnung der energie des frühlings,
die es schafft, alles wieder zum leben zu erwecken.)

Sonntag, 27. Januar 2013

sonntagsfreuden

eigentlich wollte ich euch von unserem gestrigen kälteprickelnden
allerletzten winterschlittenspaziergng schreiben...

doch dann fand ich bei jademond den link zu diesem video.
was für eine freude -
ode an die freude -
sonntagsfreude!

Donnerstag, 24. Januar 2013

eine sorge weniger

nach langem bangen kam heute vormittag der anruf, daß das kleinste siebensächelchen an der gewünschten schule aufgenommen wird! juchu!!!!

sie (unser pflegekind) hat es nämlich nicht so ganz leicht wie die anderen, ist etwas langsamer in der entwicklung und kann manches noch nicht altersentsprechend (zb malt sie, 5einhalbjährig, erst seit letztem herbst kopffüssler und auch ansonsten kaum erkennbare formen). demzufolge fiel sie bei der schulvorstellung in 'unserer' waldorfschule (also da, wo die beiden grossen schwestern schon sind) durch, und wir wurden weiter verwiesen an die örtliche waldorf-förderschule. dort wurde sie als deutlich lernbehindert eingeschätzt... und wir mussten seit dem vorstellungstermin anfang dezember etwas bangen. doch nun - hurra! - darf sie dorthin, an eine ganz feine schule, und wird mit ihren eigenheiten liebevoll aufgefangen und gefördert werden können! ach ich bin so erleichtert!

(( es ist nämlich so, daß in zeiten der inklusion das schulamt erstmal alle kinder in die regelschulen zu stecken versucht, um dort feststellen zu lassen, welcher unterstützungsbedarf etc besteht. das mag eine gute sache sein (so die schulen entsprechend mit personal ausgestattet sind), für unser plauderlieschen aber wäre das definitiv so garüberhauptnichts, ein verschenktes jahr, in dem möglicherweise die freude am lernen verdorben wird durch überforderung und ablenkung durch die zu große gruppe. das ist einfach klar, und deshalb soll sie einfach direkt zur förderschule. allein deren zustimmung fehlte noch (sie gucken sich halt erstmal alle kinder an und entscheiden dann die klassenzusammensetzung). ))

jetzt müssen wir nur noch an der staatsschule - wo wir sie trotzdem vorstellen müssen - und bei der amtsärztin und bei hinzundkunz starrsinnig sein und unseren willen durchsetzen. ist das nicht blöd? wir kennen doch das kind am besten und wissen, was sie nicht gebrauchen kann zum lernen und was wir wollen. naja, bockig sein können wir, das wird schon klappen!

interessant übrigens auch, wie andere das sehen: unser familiendok begrüßte mich letztens mit den worten "na, wie geht es denn dem sorgenkind?". hä? wie bitte? kaum hat ein kind 'so einen' stempel, gilt es als sorgenkind... stigmatisierung lässt grüßen! tssss. sorgen macht sie uns nun wirklich nicht, sorgen machte uns die unklarheit des schulplatzes! das kind selbst ist ein fröhliches menschlein mit starkem willen, langsamer in der entwicklung halt, ja, aber sie geht ihren weg und macht 'ihr ding'. (grad ist sie mit der 8jährigen schwester seit stunden auf dem schlittenhang und stürzt sich alleine mutig sie eisige piste hinab!)

Dienstag, 22. Januar 2013

sonntagsfreuden (verspätet)

in der stillen, warmen küche sitzen und den schneeflocken beim tanzen zugucken.
will sich nicht drehen, das



und später dann mit den besten ausreden der welt (eigene kinder) die schlittenwiesen hinuntersausen
und dabei quietschen und johlen vor freude.

Donnerstag, 17. Januar 2013

winterzauber

ich genieße den winter in vollen zügen, denn nach frost und eis gibt es hier endlich auch schnee. *hach*

und dann hat gabriela heute einen wunderbaren eintrag über schnee geschrieben, den ich hier einfach mal verlinke, weil sie so wunderbar be/schreiben kann, wie es mir nie gelingt.
danke für deine schönen worte, gabriela!

Freitag, 11. Januar 2013

freitag, 15 uhr

eben, auf der rückfahrt von der arbeit im öpnv, erhaschte ich einen blick in einen autoschrauber-hinterhof. dort kniete ein mann (im tshirt *bibber*) in einer stillen ecke hinter einem auto auf einem sorfältig ausgebreiteten textil und berührte gerade mit der stirn den boden. erst stutze ich, dann wars mir klar: freitagsgebet.
dieser moment hat mich sehr berührt, daß ein mensch so tief gläubig ist, in ermangelung seiner gemeinschaft (denn das freitagsgebet soll gemeinschaftlich verrichtet werden) alleine an einem so unwirtlichen ort seinen religiösen verpflichtungen nachzukommen.


ein frohes winterwochenende
euch da draussen!

Mittwoch, 9. Januar 2013

Sonntag, 6. Januar 2013

sonntagsfreuden: staunen

nachdem ich vor ein paar tagen die schmierzettelfassung meiner vorhabenliste fürs neue jahr spontan mit "eine neue arbeit" eröffnete, staunte ich nicht schlecht, als ich vor einer halben stunde in einer internetjobbörse (die ich mir noch nienicht angeschaut hatte) ein inserat für 3(!) stellen in einer meiner bevorzugten behinderteneinrichtungen fand.

die kinder hab ich kaum ins bett bringen können, so ein herzklopfen habe ich.
das inserat ist vom 29.12., und so gut, wie es letztes jahr geklappt hat (ich sag nur wohnung..), schreib ich mal flugs eine bewerbung. solche winke dürfen nicht mißachtet werden!

tsss... sachen gibts...

(und merke: vorhabenlisten wirken auch in der rohfassung!)
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nachtrag 22.25 uhr:
ich habe gerade die erste online-bewerbung meines lebens abgeschickt.
eigentlich bin ich ja für altmodischen papierkram, aber hier wollte ich keinen tag ungenutzt verstreichen lassen! 

Samstag, 5. Januar 2013

vorhaben

da ist dieses neue jahr also schon vier tage alt *tss*. die ferien sind fast vorbei, und mit ihnen eine so geruhsame, erholsame zeit. zwar kam ich selten früh ins bett (das ist immer schwer, denn wenn der mann erst um 22.45 vom spätdienst heimkehrt und ich nicht schon wirklich tief und fest schlafe, wach ich eh wieder auf...), aber dafür haben die kindelein mich/uns morgens ungewöhnlich lange in ruhe gelassen - herrliche zeiten also. keine termine, nur ein üppiges weihnachtsessen zu zaubern, tagsüber holte sich oft jede aus der küche, was sie brauchte. ich habe es geschafft, meistens nicht an all die dinge/zustände zu denken, die mich sonst umtreiben und belasten (mein vater, die arbeit...). das nützt den tatsachen zwar nichts, aber mir! denn so habe ich es wirklich geschafft, neue kraft zu schöpfen, meine akkus wieder aufzuladen *zwinker*. und nicht zuletzt die kinder haben mir gutgetan und ich entstresste mutter ihnen. es war wirklich eine schöne zeit.

für meine letzten beiden ferientage habe ich noch vor, mir das neue jahr 'vorzunehmen', mir zu überlegen, was ich möchte. so ein bißchen habe ich das schon, aber es ist noch nicht rund.

letztes jahr fing ich damit an, nahm mir am 1. januar ein stück papier und schrieb drauflos.
dieses reden von 'guten vorsätzen' war mir schon immer seltsam, auch wenn ich es selber manchmal tat. dann ging mir auf, daß vorsätze oft zwar bedeutend, aber doch irgendwie unerreichbar und daher belanglos sind. oder aber sehr allgemein - weniger essen, mit dem rauchen aufhören, diesunddas. "man müßte mal's", hehre ziele, aber kein anlass zum handeln. vielleicht liegt es an der formulierung, dachte ich mir, und schrieb mir für das neue jahr vorhaben auf - dinge, die ich gerne machen, tun, erreichen möchte und die ich mir deshalb mit diesem stück papier immer wieder in erinnerung rufen wollte. schön wollte ichs, deshalb schrieb ich mit gold auf rosa papier *kitsch*.
...keine ahnung wieso sich das bild nicht drehen lässt...
und es fing großartig an: an erster stelle schrieb ich am 1.januar "eine neue wohnung finden". am zweiten januar surfte ich durchs internet und fand eine wohnung, am dritten schauten wir sie an und am fünften unterschrieben wir den mietvertrag.

damit es so weitergehe und vor allem, damit ich meine vorhaben nicht aus dem blick verliere (verlöre?), habe ich meinem zettel in der neuen wohnung dann einen rahmen gegeben und es auf meinen arbeitstisch gestellt, um es immer im blick zu haben.
das ein oder andere habe ich nicht erreicht, bin aber immerhin schritte auf dem weg dahin gegangen. und zwei sachen habe ich einfach so geschenkt bekommen, mit denen ich schon länger geliebäugelt habe, die aber nicht konkret auf meiner liste standen.
das erste: anfang des jahres begann im kindergarten eine kurs über gewaltfreie kommunikation (nach marshall rosenberg). ich habe die gelegenheit sofort beim schopfe gepackt und mich angemeldet. der kurs war für mich wie eine offenbarung. das klingt jetzt sehr hochtrabend, doch es klärten sich in diesem kurs auf wundersame weise sprachliche dinge, die mich schon länger störten. seit den sommerferien gibt es nun eine 'übegruppe', so daß ich mindestens einmal im monat gelegenheit habe, nochmal genauer hinzugucken und mich auszuprobieren. und das ist so schwer! oft sitze ich einfach sprachlos da und verrenke mir das hirn auf der suche nach der passenden friedlichen formulierung. aber es ist gut und genau das, was für mich dran war.
das zweite geschenk ist ein offener kurs yoga am morgen (auch im kindergarten). mit etwas eile schaffe ich es, die jüngste pünklich in ihre gruppe zu bringen und habe dann zum wochenbeginn eine stunde für mich! auch hier: puh ist das schwer, die gedanken abzuschalten, loszulassen, einfach nur zu sein. und dabei so gut. es ist ein toller, entspannter start in die woche.

nun, meine vorhaben liste war mir eine gute begleiterin durch das jahr, und sie wird eine feine nachfolgerin bekommen. ich überlege schon, ob ich dabei nicht einfach übermütig nach den sternen greife. wieso eigentlich nicht? *kicher*

Dienstag, 1. Januar 2013

jahreswechsel

"Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt verschneit,
Und wird doch bald erstehen, hoch über alle Zeit.

Das alte Jahr muß bringen sein Licht dem neuen Jahr,
Doch seine Sterne springen am ganzen Himmel gar.

Ein Jahr wird nun verloren in unsrer Erde Schoß,
Wird neu und jung geboren und leuchtet, leuchtet groß."

(Hans Bauman)


willkommen 2013,
du neues jahr! 
sei ein funkelndes,
leuchtendes,
gutes!
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