nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Freitag, 20. Juli 2018

kukei

ich habe genäht: ein kukei-top von kleinformat! (werbung aufgrund quellenangabe)


die anleitung ist sehr detalliert, schön geschrieben und mit liebevollen illustrationen und affirmationen versehen. so zb:
es ist ein schlichter dabei sehr cooler schnitt. beim nähen hat es mir große freude gemacht, der anleitung von dolores zu folgen, geruhsam und sehr ordentlich die feinheiten zu nähen (kappnähte und ausschnitt mit beleg). slow sewing. es hat ein probestück gebraucht bis ich den schnitt an meine vorlieben angepasst hatte (6 cm länger und schmaler und tieferer ausschnitt), aber jetzt ist es fertig.



der stoff ist ein dünner etwas grobgewebter baumwollstoff, der mal das futter eines dicken ik*avorhangs war. sehr leicht mit schönem stand.

und weil es so schön ist und ich schon lange damit liebäugele, habe ich es dann pflanzengefärbt. passend zum sommer mit eigenem johanniskraut. leider ist es nicht sonnengelb geworden, sondern grün, helloliv, und die farbe ist nicht einheitlich aufgezogen. aber die ungleichmäßigkeit gefällt mir. nur herr siebensachen sagte es sähe schmutzig aus, banause.
so schön luftig, kühlend grün und die schultern vor zuviel sonne schützend darf es bald mit
ans mittelmeer 😍.

Freitag, 13. Juli 2018

im sommer

es ist seit wochen sommerlich und die tage werden schon wieder merklich kürzer. die wilde möhre blüht großartig am randstreifen meines ackers, das gemüse kommt so langsam in die gänge (ich hatte aufgrund der langen kälte erst spät mit dem ackern angefangen). die letzten beiden tage hat es endlich gründlich geregnet, die kommende wärme wird wohl einen kräftigen schub bringen. ich liebe meinen acker, es ist wunderbar das wachsen und reifen zu erleben, ernten zu können und einem kleinen stück erde etwas gutes zu tun indem es ohne gift genutzt wird.
ich genieße die wärme, die leichte kleidung, das barfussgehen (seit mai keine socken!) und das schwimmen im see (viel zu selten weil zu weit weg).
in den pfingstferien - schon wieder so lange her - habe ich mit der jüngsten eine 4tägige fahrradtour gemacht, drei flüsse entlang zur bruderfamilie. das kind war so großartig, 60 km am tag waren überhaupt kein problem für sie, und es hat ihr sehr gut getan sich auf eine sache fokussieren zu müssen. alles gemecker und genöle, das ihr sonst den tag erschwert war weg, immer nur gemächlich tretentretentreten. wir haben 2x keinen campingplatz gefunden und dann stattdessen auf einer wiese beim naturfreundehaus und im garten der frau vom reisebüro (wo wir nach einem campingplatz gefragt hatten) gezeltet. letzteres war eine wirklich besondere erfahrung, von fremden so nett aufgenommen zu werden, zu ihnen sogar an den abend- und morgentisch gebeten zu werden und danach für immer auseinander zu gehen.
gleichzeitig hat hier zuhause ein junger schreiner unsere treppen abgeschliffen. es ist nicht ganz perfekt, aber so wunderschön geworden, daß ich immer noch bei jedem treppengang begeistert bin. ein ganz anderes gefühl ist es unterm fuß, auf dem blanken geölten holz zu laufen statt auf dem alten lack. und soooo schön!
zur sommersonnenwende war ich bei einem wunderbaren frauensommerfest, mit musik, feuer, leckerem essen, ritualen und vielen zauberhaften frauen. ich freue mich daß ich da einen anschluß gefunden habe, denn jahreszeitenfeste in frauenkreisen habe ich mir schon immer gewünscht.
nun beginnen die ferien und dann auch die reise auf die schwiegerelterninsel. ich freue mich sehr auf das dorf, das meer, auf ruhen, lesen, schwimmen, das mediterrane leben und sogar auch auf die lange anreise. gleichzeitig möchte ich am liebsten hier bei meinem garten und den katzen bleiben - das weggehen fällt mir immer schwer. aber erstmal geniesse ich das schulfrei der töchter, auch wenn ich selbst noch arbeiten gehe - das leben ohne schule ist einfach entspannter. ich mag es so gern, morgens die erste zu sein die aufstehen muss und den kindern freiraum zum leben zu lassen.

Sonntag, 6. Mai 2018

15

der jahrestag ist schon ein paar tage her. 15 wäre unsere zweite tochter jetzt. es zerrt schon lang nicht mehr am herzen, die trauer hat sich in eine sanfte wehmut verwandelt. das darf und soll auch so sein, denn sie gehört ja für immer zu uns. es ist wie es ist.

vor ein paar tagen habe ich den blog von anne gefunden, 22 monate, in dem sie mit ihrer familie das leben ihres sohnes josef  dokumentiert. ich sitze und lese und lese und es ist, als ob sie unser leben mit selma beschreiben würde. eine sehr ähnliche diagnose, schwerste behinderung durch sauerstoffmangel; die situation auf der intensivstation, das ringen um jeden veränderung, jeden atemzug, das abpumpen und spätere sondieren der milch, das absuagen, später die geräte zuhause... ach. doch es tut gut das zu lesen und mich nicht allein mit diesen erinnerungen zu wissen. danke, anne und uli und klara! und josef.

Sonntag, 25. März 2018

sonntagssüß

seit ungefähr drei jahren esse ich bis - auf wenige käse-ausrutscher - vegan, und inzwischen hat sich auch die große tochter angeschlossen. dank internet haben wir schon so viel tolle rezepte ausprobiert, uns inspirieren lassen und tricks gelernt. letzteres ist grade beim backen unverzichtbar, weil der zusammenhalt konventionellen backwerks meist durch eier gewährleistet wird und oft eine bestimmte konsistenz erzielt werden soll. inzwischen haben wir da eine gute routine und basteln auch mal spontan was zusammen. aber ein paar klassiker nachbauen zu können ist auch sehr schön, besonders wenn naserümpfender staunender omnivorer besuch da ist 😉.

unsere stars sind schwarzwälderkirschtorte und käsekuchen, und deren tricks mag ich mit euch teilen. (die genauen mengenverhältnisse sind in konventionellen rezepten zu finden.)

für den "bisquit" der schwarzwälderkirschtorte nehmen wir 1 el ungesüsstes apfelmus pro erforderlichem ei, das lockert und bindet in einem. zusätzlich kommen zwei tl weinsteinbackpulver in den teig, damit er garantiert aufgeht. für "ganz fein" backe ich noch eine dünnen mürbeteigboden mit veganer margarine ohne ei, der wird mit einem hauch schokocreme bestrichen und darauf der bisquit gelegt. der aufbau der torte erfolgt wie gewohnt, und als sahneaustausch verwenden wir - nach vielen gescheiterten versuchen - die vegane schlagcreme von der firma ruf. das ist ein pulver aus zucker, fett und gedöns, das mit wasser oder pflanzendrink aufgeschlagen eine weiße sahnige creme ergibt. gefunden hat es herr siebensachen im gut sortierten supermarkt. aber aufgepaßt, es gibt davon auch eine nicht-vegane sorte! steht aber deutlich drauf. besonders gefällt mir daran, daß es ohne soja auskommt und tatsächlich komplett plastikfrei verpackt ist. und da es in pulverform daherkommt, ist es auch ewig lange haltbar.

für den käsekuchen mach ich einen rührteig mit sojamehl statt ei. die käsecreme besteht aus sehr weichem tofu (unverpackt im asiengeschäft gekauft) und vanillepuddingpulver, und zwar eine packung puddingpulver pro block tofu (je 1 für eine kleine springform, je 2 für eine große). dazu kommt - neben zucker nach geschmack - reichlich zitronenschale und -saft, denn den eigentlichen käsekuchengschmack machen vanille und zitrone aus. alle cremezutaten werden ganz fein püriert. wer den käsekuchen luftig mag (konventionell: mit eischnee, die variante gibt es ja auch) fügt der creme einfach backpulver hinzu, damit der aufgegangene teig locker bleibt.

den käsekuchen hab ich letzte woche abgewandelt, da überkam mich so eine lust auf mohn. 100g mohn im flocker gequetscht, mit 150ml pflanzendrink aufgekocht, ziehen lassen und der obigen tofucreme hinzugefügt. das gab genau die richtige mischung aus "käse"- und mohngeschmack! mnjamm!


Mittwoch, 14. März 2018

freigetanzt

die klasse der mittleren tochter hatte im winter die möglichkeit und das vergnügen, mehrere wochen lang einen vormittag pro woche mit tänzern und tänzerinnen des tanztheaters pina bausch zu arbeiten. dabei ist ein film entstanden, gedreht vom medienprojekt wuppertal. wer mal schauen mag, es sind knappe 10 minuten:

"freigetanzt"

schade, das video ist nicht mehr verfügbar...

Samstag, 10. März 2018

siebzehn

eben habe ich 6 hübsche junge frauen zum abschlussball der tanzwoche gefahren, eine davon meine älteste. heute ist sie 17 geworden, und sie feiern den geburtstag nach einem fröhlichen nachmittag zuhause auswärts, tanzend.

ich staune so, wie schnell die zeit doch verging (auch wenn jeder einzelne tag manchmal lang ist...), seit ich sie zum ersten mal in den armen bzw auf dem bauch hielt. ich staune aber auch, was für ein wunderbarer feinfühliger sozialer kreativer musikalischer lustiger selbstsicherer mensch aus dem winzigen bündel geworden ist.

liebe m., du bist toll! ich freue mich jeden tag, daß ich deine mama sein darf!
alles gute für deinen weiteren weg.
sei stark und wild und wunderbar.
(und frei und gesund.)


Montag, 19. Februar 2018

februarliebe

ich habe bestimmt schon über jede jahreszeit und auch über etliche monate hier eine liebeserklärung geschrieben, jedesmal in der festen überzeugung, es ganz wirklich ernst zu meinen.

aber diese beiden wochen im februar, wenn die dämmerung am morgen in meine aufstehzeit fällt und am abend den nachmittag beendet, diese blauen stunden, in denen das klare winterlicht am knatsch- oder auch sanftblauen himmel langsam zu leuchten beginnt oder schwindet, die eiseskälte bringen und manchmal schnee, erste kranichzüge, zart anschwellende knospen an den ästen, schneeglöckchen und kornelkirschblüten, wenn die sonne wieder über die dächer steigt und die terrassenecke für einen draussencaffè wärmt, die lieb ich ganz besonders.

sie vertreiben mir die winterdüsternis aus kopf und seele, locken mich nach draussen ganz real und in gedanken, pläne schmiedend und tätigwerdend, und schenken mir soviel energie durch ihr licht und leuchten, daß mir das herz schier überläuft vor freude und dankbarkeit.

Dienstag, 13. Februar 2018

geduld nur, geduld...

strahlend blauer himmel lud mich heute ein, nach der arbeit meinen sojacino trotz frost auf der terrasse zu trinken. und kaum saß ich da, warm eingemuckelt, die augen geschlossen und die nase der sonne entgegengereckt, hörte ich sie von fern: kraniche! ein großer schwarm zog übers haus gen nordost und ließ sein krächzen noch lange hören. wie wunderbar.

nach dem ersten amselgesang vorletzte woche, den ersten blüten, die hier und da zu sehen sind (schneeglöckchen, krokusse, kornelkirsche) und den deutlich länger werdenden tagen ist das ein weiterer frühlingsvorbote. so wie es heute war, hell und klar und knackig kalt, so hab ich februar am liebsten, so gehört das. ich genieße den winter, jetzt wo er endlich da ist, es dauert doch so lang bis er dann wiederkommt!

oh, vor allem dieses licht! nachdem es viel zu lang grau war und der lichtmangel eine unschöne stimmung in mir entstehen ließ, wenig belastbar, kraftlos, pessimistisch, bin ich im licht sofort wieder besser gelaunt und voller tatendrang. so macht es auch wieder freude draussen zu sein, was dann die gute laune nochmehr steigert (hallo vitamin d und sauerstoff!). heute blieb ich nach dem caffè gleich draussen sitzen und habe geschnitzt, und jetzt gleich geh ich noch raus und häng die wäsche ab - barfuss auf der gefrorenen wiese. von mir aus kann das noch eine weile so bleiben.

hab es gut, genießt eure tage!

Mittwoch, 7. Februar 2018

#2018sve

seit wochen wurschtele ich an kleinen nettigkeiten zum secret valentines exchange 2018, für den ich mich anmelden konnte. das erste mal mache ich so ein internet-wichteln mit, und ich bin so gespannt!

da ich nicht bei instagram bin bzw dort keine bilder posten kann, lasse ich hier einen kleinen blick aufs päckchen, bevor es auf die reise ging. meine tauschpartnerin lebt in den usa, und ich hoffe sie freut sich.

(in die rote herzchendose kamen selbstgemachte schokoladenherzen aus zartbitter, cranberries, cornflakes und einer spur piment d'espelette.)

Samstag, 20. Januar 2018

wir haben es satt - in berlin und anderswo

in berlin fand heute wieder die jährliche große bundesweite demo gegen agrarindustrie, massentierhaltung und chemokeule statt, für eine ökologisch orientierte landwirtschaft und bäuerliche kleinbetriebe. zehntausende menschen waren dort und protestierten zeitgleich zur eröffnung der agrarmesse.

wir konnten, auch aufgrund der entfernung, leider nicht in berlin sein. stattdessen unterstützen wir jetzt ganz praktisch einen kleinbäuerlichen demeterhof, indem wir heute bei der gründung einer solidarischen landwirtschaft (solawi) dabei waren. endlich! seit jahren wünsche ich mir das, doch es gab hier in erreichbarer nähe keine möglichkeit. nun hat einer meiner beiden lieblingsbiohöfe sich umstrukturiert. ein generationenwechsel fand statt, der hof wird nun von einer jungen hofkooperative betrieben, und sie haben beschlossen, auf der basis einer solawi zu arbeiten.

mitglieder einer solawi finanzieren mit einem festen monatlichen beitrag einen teil der betriebskosten eines biohofes und ermöglichen der betriebsgemeinschaft so bessere planbarkeit und geben sicherheit gegen ernteausfälle. dafür bekommen wir einen wöchentlichen ernteanteil, je nachdem was grad da ist (im frühjahr weniger, im herbst mehr). die lebensmittel werden so eines preises enthoben und bekommen wieder einen wert. außerdem reduzieren sich verpackungen gegen null und die waren sind absolut regional. und auch wenn ich vegan esse, kann ich damit leben, daß der hof tiere hält und schlachtet, denn es ist ein demeterhof, auf dem die tiere es so gut wie nur möglich haben (mutterkuhgebundene kälberaufzucht, kühe mit hörnern,  freilauf für alle, keine hochleistungstiere...; "das wichtigste ist nicht die leistung, sondern daß es dem tier gut geht", sagte eine bäuerin heute.)

ich war die ganze woche sehr vorfreudig auf den heutigen tag und dann heute ganz erfüllt trotz kalten füßen und riesenmatsche. so eine große gruppe (über 1o0 teilnehmende), so unterschiedliche menschen, alle geeint in der idee den hof zu unterstützen. wow. die höflerInnen haben den tag super gut vorbereitet, extrem gut strukturiert mit perfektem zeitplan. es gab eine hofführung, mittagssuppe, viele informationen, ein mitbringkuchenbuffet, zeit für fragen und sich in verteilgruppen zu organisieren. ich freu mich auf das jahr mit dem hof, auf die mitarbeitstage und auf unsere gemüseanteile.

mehr zur solidarischen landwirtschaft findet ihr auf der seite des netzwerkes solidarische landwirtschaft. dort gibt es auch informationen zu den standorten, vielleicht auch in eurer nähe!

Freitag, 12. Januar 2018

"beeing blessed"

schaut und hört mal hier.
nicht ganz meine musik, aber der text ist so gut.

zudem sind das auch noch drei lokale besonderheiten: die beiden musiker ROMI, und gedreht ist das video auf der nordbahntrasse, einer zum innerstädtischen rad- und fußweg ausgebauten ehemaligen bahntrasse.

Donnerstag, 4. Januar 2018

zum neuen jahr

"the year is done. i spread the past three hundred sixty-five days before me on the living room carpet.

here is the month i decided to shed everything not deeply committed to my dreams. the day  i refused to be a victim of the self-pity. here is the week i slept in the garden. the spring i wrung the self-doubt by its neck. hung your kindness up. took down the calendar. the week i danced so hard my heart learned to float above water again. the summer i unscrewed all the mirrors from their walls. no longer needed to see myself to feel seen. combed the weight out of my hair.

i fold the good days up and place them in my backpocket for safekeeping. draw the match. cremate the unnecessary. the light of the fire warms my toes. i pour myself a glass of warm water to cleanse myself for january. here i go. stronger and wiser into the new."



ich genieße die ruhige zeit zwischen den jahren sehr. keine termine, keine pläne, kaum aktivitäten, viel zeit zum sitzen und lesen und schauen und räuchern und stricken und gedanken ziehen lassen. unbequeme gedanken, wahrheiten nicht wegdrängen lassen vom gedröhne des alltags, sondern zulassen. annehmen was ist, wie es ist, auch wenn es dem ideal und wunsch manchmal weit entfernt scheint. es ist mein leben, es ist so wie es ist durch mein zutun. oder lassen. im guten wie im schlechten (danke, l.).

dem text von rupi kaur folgend habe ich so einige gefaltete tage in meiner hosentasche. das vergangene jahr war ein gutes, hat mir viel gegeben, möglichkeiten eröffnet. ich bin näher bei mir und auf dem weg mein herz zu öffnen. und ich bin sehr dankbar, hier in diesen zeiten zu leben, in frieden und sicherheit und bescheidenem wohlstand.

nun komme was will.
sei willkommen.

(feuerschale beim wintersonnwendritual)

Dienstag, 14. November 2017

ein zweites leben für tetrapaks

im letzten eintrag zu zerowaste/müllvermeidung schrieb ich ja von meinem hauptmüllberg, den tetrapaks. um diese vor dem wegwerfen nach möglichkeit weiterzuverwenden, nehme ich sie zb als aussaat- und anzuchtboxen für meine gemüsepflänzchen. dazu schneide ich entweder den unteren teil als würfel zu oder aber lege sie hin und schneide nur in die dann obenliegende eigentliche queerseite eine große öffnung. der deckel bleibt drauf, hinein kommt aussaaterde, mehrere nebeneinander auf ein altes tablett oder backblech und das ganz auf die fensterbank. nicht schön, aber funktional.

letztes jahr habe ich dann bei der dramaqueen eine tolle recyclingidee für tetrapaks gesehen. dort erfuhr ich, daß sich durch kneten unter zuhilfenahme von wasser das material in zwei lagen teilen läßt. die innere seite vieler tetrapaks ist silbern beschichtet, und nach dem auseinanderziehen der beiden lagen ist eine pappbrau/silbern. das paßt sehr schön zusammen, und die silberfarbige seite hat durch das kneten viele knitter und erinnert an altes aluminium oder blech. tetra-papp. ich wollte sofort sachen draus machen! das erste stück wurde eine von der großen tochter viele wochen benutzte butterbrottüte, die war zwar etwas schmal, aber ok. leider löste sich die verklebung irgendwann, und weil u*u+co nicht so wirklich das ist was ich gern in der nähe von lebensmitteln habe, gab es keine nachfolgetüte.

dann fand ich - in der winterausgabe der handmade kultur, glaube ich - die anleitung für deko-sternenbälle. es machte klick in meinem kopf und ich wußte, die müssen aus dem tetra-papp sein! sie sind sehr schön geworden, nur ein bißchen mühsam zu kleben, weil nur kleine flächen für die verbindung zur verfügung stehen. (ich verweigere die verwendung von heißkleber. was sich nicht mit normalem kleber kleben läßt soll halt nicht geklebt werden, finde ich, da müssen dann andere befestigungsmethoden her. ist so ne marotte von mir...) sie sind super schön geworden und hängen in mehreren größen immer noch in unserem treppenhaus, obwohl sie nur als winterschmuck gedacht waren...
gerne hätte ich auch origami-kraniche draus gefaltet, aber bei denen erscheint nur eine materialseite aussen, das finde ich ein bißchen langweilig, mir fehlt da die spannung der materialgegensätze (glatt/rauh und braun/silber).

und dann fand ich, wieder bei der dramaqueen, eine origamianleitung für schälchen, und auch die mussten aus tetra-papp sein, fand ich. sie sind ein bißchen kniffelig zu falten, aber so schön! sie eignen sich ganz wunderbar für teelichte, am besten in glashüllen, das gibt fein funkelndes licht. gut sind sie auch für schnabbeleien, als sammelschalen für diesunddas oder auch als wollknäulschüssselchen. bilder hab ich grad nicht bzw keine zeitundlust sie auf den rechner zu überspielen. die gibts dann morgen, versprochen.

ich spare mir übrigens den größten teil der kneterei dadurch, daß ich die leeren tetras oben aufschneide und einmal kopfüber in der spülmaschine mitlaufen lasse. dann lassen sich die beiden schichten ganz einfach voneinander trennen. nur geknittert sieht es dann nicht aus, aber das läßt sich in diesem zustand viel leichter bewerkstelligen :-)) .

Donnerstag, 2. November 2017

zero waste/plastikfrei: erfahrungen, gedanken, entdeckungen

in meine blase schwappte mal wieder eine welle zero wast/plastikfrei. das gefällt mir, denn es regt mich immer wieder neu an, genau hinzugucken. auch wenn ich schon sehr darauf achte, unverpackt oder mit wenig plastikverpackung einzukaufen, finde ich doch immer wieder noch eine neue idee. nur einen unverpackt-laden gibt es hier leider nicht.

zerowaste ist natürlich so ein megaschlagwort, das nur extrem schwer zu erreichen ist. da passiert es schnell, daß mensch aufgibt, weil: geht ja eh nicht. oder nur so mühsam. aber hej, nicht verzagen: jedes bißchen zählt, und jeder weg beginnt mit dem ersten schritt!

ich hadere auch immer mal wieder, weil es manchmal mühsam ist, an die vielen verschiedenen orte/läden zu radeln, an denen ich das ein oder andere lose bekomme. gewürze und tee zb gibt es nicht im osten unserer stadt, wo ich schneller bin, sondern nur im westen. dafür ist der bessere markt hier im osten. da bin ich schon bekannt mit meinen packungen und gläsern und netzen und dosen *lach*, und ich freu mich, wenn ich andere leute mit gläsern und dosen oliven oder trockenfrüchte kaufen sehe oder der einkaufskorb rübergereicht wird, damit obst+gemüse direkt lose hineingepackt werden kann. am geflügelstand bekomme ich sogar das hühnerklein und die flügel - ein special für unsere katzen - in meine hingehaltene ehemalige eisdose gefüllt (sie dürfen aus hygienischen gründen keine dosen über den tresen nehmen und hinstellen ist auch nicht erlaubt, aber nachdem eine dame dort erlaubte, daß ich die dose zu einfüllen hinhalte, machen es inzwischen - nach einem jahr - alle drei mitarbeiterinnen :-)) ).

papier- und pappverpackungen finde ich ganz in ordnung, wenn es denn nicht ohne packung geht. oft sind diese inzwischen mit recyclingpapieranteil, und selbst wenn nicht, ist papier doch mit verhältnismäßig geringem energieaufwand recyclebar. mehl gibts in papier, getreide auch, rohrohrzucker, kakaopulver in papiertüte in pappschachtel, backpulver, haferflocken je nach anbieter. leider hat der gute dm fast alle sachen in plastik, da bin ich zu müller gewechselt, die haben alnatura im programm und da ist einiges in papier (auch wenn die plastiksichtfenster bei getreide oder zucker total überflüssig sind).

mein megamüll sind die tetrapacks von getreidedrinks und die blechdosen vom katzenfutter :-((. wenn wir eine gute quelle finde, wollen wir die katzen auf barf umstellen. solange gibts die kombi aus frischem huhn (konvertionell, ja, aber dosenfutter ist auch konventionell und es ist mehr schrott drin) und dose. die familie ist auch noch nicht bereit, auf ihre duschgels und shampoos und cremes etc zu vezichten, das ist ja alles in plastiktuben und -flaschen. wobei da die großen töchter zugänglicher sind als herr siebensachen, der ist noch ziemlich resistent gegen argumente. aber es wird besser, die umgewöhnung dauert lang bei ihm.

in sachen pappe/papierverpackung habe ich zweierlei entdeckt:

* bei kod* gibt es für relativ kleines geld (5 stück um die 5 euro) staubsaugerbeutel aus pappe und papier! nicht für alle modelle, aber für unseren 3 jahre alten herrn von a.e.g. hab ich problemlos welche bekommen. und sie funktionieren wirklich gut. ihr könnt in die packung reinläuern, ob es beutel aus kunstfaser oder papier sind, die schachteln sind nicht verklebt.

* öko-kleidnug gibt es online bei grundstoff.net. die sachen habe zwar ihren preis und entziehen sich meistens meiner reichweite, aber es lohnt sich, im sale zu schauen. dort habe ich meine ersten 100% öko-leder-schuhe gefunden, vulkanisiert statt geklebt, ohne plastik, gefertigt in europa, für unter 60 euro.
was mir bei grundstoff besonders gut gefällt, ist die ausführliche produktbeschreibung. sogar das stoffgewicht (auf den qm) ist zb bei sweatshirts angegeben. dafür braucht mensch zwar einen vergleich, eber das läßt sich ja machen/wiegen/googlen. und - um wieder beim zerowaste/plastikfrei anzukommen - das paket kam komplett plastikfrei. mit papierklebeband verklebt, die shirts lose, schuhe im schuhkarton, als füllmaterial für den karton wurde dickes braunes papier geknüllt verwendet. kein retourenaufkleber auf plastikfolie, dafür ein link zum runterladen und selberausdrucken bei bedarf. ich war begeistert!

Montag, 16. Oktober 2017

gold. für die seele.

wenn der herbst es gut mit uns meint und uns warme, trocken und goldene tage schenkt, verlagert sich mein leben sofort wieder auf die terrasse. der tisch ist voll mit schreibzeug, hausaufgabendingen der jüngsten, sojacino- und wassergläsern, wollknäulen (ich wickle grade stränge zu knäulen für eine ferienstrickerei), schnitzkram und manchmal auch einer katze. barfuß und im röckchen verbringe ich die zeit nach der arbeit dort und tanke licht und wärme, während die kinder draussen durch die siedlung stromern. und welche wonne sind die fahrradwege zur arbeit, kurzhosig und -ärmelig durch buntes raschellaub. erst wenn das abendprogramm mich hineinruft, gebe ich meinen posten auf, um spät noch einmal bei kerzenlicht einen tee unterm sternenzelt zu trinken. bald schon wird das vorbei sein, umso kostbarer sind mir diese tage.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

ein wochenende voller abenteuer

ach was war das wochenende schön! ich bin mit weitem, vollem herzen zurück in meinen alltag gekehrt und in mir summt es immernoch so glücklich.

auf der hinfahrt an die ostsee zum kalligraphiekurs habe ich erstmal die mit dem zug im sturm gestrandete ramona jademond aufgesammelt, zusammen mit einer anderen fremden frau, die auch in dieselbe gegend musste. war das spannend, ihr da auf dem parkplatz vor dem hotel "in echt" gegenüberzutreten (hej hatte ich herzklopfen)! und dann war es schnell ganz normal und wir haben geschwatzt und uns die zeit der weiterreise bestmöglich vertrieben.
bei traumherbstwetter kamen wir zwischen sonnenuntergang und mondaufgang in nordwestmecklenburg an. ich brachte ramona zu jana (in deren wollwerkstatt der kurs stattfinden würde) und fuhr zu meiner ersten übernachtung im auto am meer. das war schon ziemlich aufregend, allerdings nur bis ich nach einer warmen suppe im schlafsack lag und das licht löschte. was für grusel stadtmensch sich doch ausmalen kann, was für ungeheuer in den schatten hocken! (so ähnlich stell ich es mir nach dieser erfahrung vor, wenn bei kindern unterm bett ein monster sitzt und sie nicht schlafen können.) die nacht war etwas unbequem, weil meine matratze nicht so ganz der hit war, aber ich schlief volle 10 stunden lang. und dieses wunderbare gefühl am morgen! zum einen der stolz, den mut gehabt zu haben, aber auch einfach das draussen sein am frühen morgen, hinaus zu schauen und nichts als die vögel, blätterrauschen und das meer zu hören!
nach einem schnellen sojacino machte ich mich auf ans meer (200m vom parkplatz) und bekam wirklich feuchte augen vor wiedersehensfreude. ich lieb diese ecke so sehr *hach*. und vor lauter spazierengehen und steine gucken und angespülte seesterne ins meer zurückbugsieren kam ich dann fast zu spät zum kursbeginn...
"der zauber des schönen schreibens" hielt uns ganze zwei tage gefangen. ramona brach mit kreativen übungen unsere vermeintlichen grenzen des "kann ich nicht"s, zeigte uns grundlagen der kalligraphie und des letterings und ließ uns dann unsere eigenen wege entdecken, die sie aufmerksam und sensibel begleitet. zwischendurch zeigte sie uns ein paar möglichkeiten zur gestaltung von hintergründen, daran konnten wir uns auflockern, wenn es mit der schrift grad mal nicht weiterging.
oh diese fülle an material, information und anregung! und was für eine wohltat, ein paar stunden an einer sache arbeiten zu können ohne unterbrochen zu werden. die ein oder andere wurde auch von schatten und hürden begleitet, aber es war soviel freude und wohlwollen und ruhe im raum, daß keine aufgab und alle bereichert und zufrieden in den abend gingen.
zu viert fuhren wir nochmal ans meer und liefen dann nackig und quietschend im regen ins wasser. schnell einzweimal eintauchen und dann wieder raus in die warmen bademäntel! danach war mir das auto erneut eine geschützte schlafstatt.

der nächste morgen bezauberte mit strahlendem sonnenschein, so daß ich wieder erstmal spazieren gehen musste. wie perlen hingen glänzend rote hagebutten im kahlen geäst. und da war sanddorn, und steine, und treibholz, und immer die ostsee.
zurück in der werkstatt tauchten wir alle ganz selbstverständlich wieder in unser arbeiten ein. ich selbst rang mit den werkzeugen in meinen ungeübten händen, mehr noch aber mit der beschränkung durch alte glaubenssätze. welche freude als ich das geknackt hatte und mich traute. 
ich hab so viel gelernt, über material, technik und mich. dieser zweite tag war erneut so bereichernd, voller wohlwollen, zutrauen, unterstützung und eintauchen, daß der abschied fast schmerzlich war. zu zweit ließen wir unsere erlebnisse noch eine weile am meer nachklingen. in mir bleibt so viel dankbarkeit und glück, das ich kaum fassen kann.
 
adieu ostsee! du meinst es immer so gut mit mir.

(auf der rückfahrt konnte ich mein glück noch weitergeben, als ich an einer raststätte eine junge familie aufgabelte, deren auto gerade den geist aufgegeben hatte, und sie 200km mitnahm.)

Donnerstag, 5. Oktober 2017

nun denn

lange lange hab ich mich gesträubt gegen das ende des sommers, mich nach wärme gesehnt, socken verschmäht und bin gar krank geworden. nun ist der september definitiv vorbei und es gibt kein vertun mehr, der herbst ist da mit regen, wind und bunten blättern, und ich kann mich jetzt auch hineinfinden. (irgendwie ist das jedes jahr so ein gehader, ich mag den herbst und auch die anderen jahreszeiten, aber der sommer mit seiner wärme und der möglichkeit viel draussen zu sein ist schon sehr besonders für mich.)

und da ich das habe annehmen können, bin ich auch bereit für all die kuscheligen kleidungstücke, die mir die kühlere jahreszeit angenehm machen. besonders mützen haben es mir angetan (nicht daß ich es mir nur per mütze warm mache, neinnein), und so habe ich letzte woche auf der terrasse flugs eine herbstmütze gestrickt.
die wolle hatte ich schonmal verstrickt, aber die form war nichts rechtes, ich hab sie kaum getragen. da wußte ich ja genau was ich zu ändern habe, und siehe da, sie ist genau richtig geworden.
 
damit ihr auch warme köpfe haben könnt, hab ich die anleitung brav mitgeschrieben. bitte sehr:                                                                             
*
herbstbunte mütze
mit nadelstärke 5 62 m anschlagen, zur runde schließen.
im rippenmuster 1r 1l 8 runden stricken.
zu nadelstärke 6 wechseln, ab jetzt glatt rechts stricken.
*2m re, 1 m zunehmen* (aus dem querfaden der vorreihe verschränkt herausstricken).
von * bis * eine runde fortlaufend wiederholen.
glatt rechts in runden stricken, bis die mütze groß genug ist, um den kopf fast zu umschließen (bei mir waren es 26 runden, und die form seht ihr auf den bildern. wenn die mütze nicht nach hinten hängen soll, strickt einfach 4 reihen weniger.
eine runde lang jede 2. und 3. m zusammenstricken (1 abheben, die nächste stricken und die 1. darüberziehen).
5 r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen (2. und 3. zus.str.).
3 r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen.
1r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen.
1r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen.
faden durch die verbliebenen m ziehen und vernähen.
fertig.
*
zwischendurch gabs eine pause mit schnitzen und veganer französischer apfeltarte. mmhhh!


grade bin ich sehr vorfreudig, denn morgen ich fahre an die ostsee zu einem kalligraphiekurs von ramona jademond. darauf freue ich mich schon lange, es ist mein diesjähriges ganzalleinfürmichohnefamilie-wochenende. den ganzen tag ist mir schon ein bißchen mulmig vor meinem eigenen mut, denn ich statte mir unsere familienkutsche als wohnmobilchen aus und habe vor, am meer im auto zu übernachten. uuuuhhh! es ist ja schon recht früh dunkel jetzt und evtl etwas einsam dort... aber ich weiß, daß es toll wird, ein bißchen abenteuer braucht frau doch auch (und einen plan b habe ich auch, falls es mir gruselig wird). jetzt husche ich schnell zurück an die nähmaschine, um die klettbänder an die vorhänge fürs auto zu nähen.

habt ein schönes herbstwochenende!
(zur not, wenns gar zu ungemütlich ist draussen, strickt euch ne mütze... ;-) )