nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Sonntag, 10. Januar 2016

blick zurück

bei greta las ich einen jahresrückblick, der mich sehr berührt hat in seiner ehrlichkeit. angestrengt und erschöpft und doch dankbar und optimistisch. das hat mich bewegt, nun auch selber mal einen zu schreiben.

mein 2015 also.
überaschend, traurig, anstrengend, (vor)freudig, neugierig, mutig, kräftezehrend, froh. leben eben.

direkt am 1. januar "fiel uns das haus vor die füße", und so begannen wir das jahr mit plänen und konnten bald mit dem renovieren beginnen. die schwiegermutter wurde überraschend von ihrem langen leiden erlöst, trotzdem waren wir sehr traurig. die mittlere tochter begann zur logopädin zu gehen und macht seither schöne fortschritte. die große tochter präsentierte ihre jahresarbeit (über coco chanel) und übte danach mit der klasse fürs achtklassspiel. der mann war mit der jüngsten in kur und ich hab derweil alleine weiterrenoviert mit unterstützung der großen töchter und ihren freundinnen.

mit  meinen geschwistern zog ich unsere eltern in ein pflegeheim um. dann machten wir urlaub in der normandie, zogen ins haus ein und fühlten uns vom ersten moment an so wohl und genossen das leben zwischen kartonstapeln und auf der terrasse in vollen zügen. das klassenspiel der großen tochter gelang sehr schön, und wir eltern waren so stolz. eine zarte freundschaft mit einer lieben kollegin intensivierte sich allmählich.


in den sommerferien fuhren wir eine woche an die ostsee und machten danach zwei kleine radtouren: eine der mann mit der jüngsten, die andere ich mit den beiden großen zu meinem bruder (davon wollte ich eigentlich noch berichten...). die jüngste ließ sich die haare komplett abschneiden (also bis auf kurzhaar). dann zogen nacheinander die beiden katzenkinder bei uns ein und machen uns seither große freude. ich begann, kein tierisches eiweiß mehr zu essen, was meine gelenke sehr entlastet.

die schule begann (leider) wieder, die töchter sind nun in klasse 3, 5 und 9. für die mittlere begann der ganztagsunterricht. dadurch änderte sich unsere wochenstruktur, es ist nun seltener nötig, mittags zuhause zu sein und zu kochen. (der mann hat dadurch an zwei arbeitsfreien tagen erst ab 14.00 hier eintrudelnde kinder. darauf bin ich ein bißchen neidisch, denn an meinen arbeitsfreien tagen sind die kinder zuhause.). das jüngste siebensächelchen bekam leserechtschreibförderung, was ihr sehr gut bekommt, so langsam bekommt sie einen zugang zum geschriebenen wort. gefühlt viel zu schnell zog der sommer vorbei und mit ihm das draussenleben auf der terrasse und im kleinen garten.


im herbst gelang es mir endlich, meinen alten kleiderschrank in "meine" ecke im schlafzimmer zu befördern (indem ich die kranzleisten oben abmonierte, denn erst so passte er durchs treppenhaus).
wir gaben mit einem weinenden und einem lachenden auge nach 10 jahren unseren kleingarten ab und fühlten uns danach doch sehr befreit.
die jüngste begann einen schwimmkurs, während dem ich im nebenbecken meine bahnen zog. die ersten "neuen" geflüchteten kamen in unsere stadt und beschäftigten uns in gesprächen und gedanken, obwohl wir noch nicht in direkten kontakt gekommen sind. in den ferien fuhren wir den obligatorischen tag an die nordsee, sodaß ich in diesem jahr dreimal am meer war! wir wurschtelten weiter im haus herum, reduzierten kistenstapel und richteten den keller soweit her, daß es jetzt neben dem waschkeller einen werkstattkeller und einen vorratskeller gibt. außerdem habe ich im herbst entschieden, ab januar einen tag mehr zu arbeiten (seufz) und bekam meinen antrag auch sehr schnell bewilligt. die mittlere tochter machte mal eben nebenbei das bronzeschwimmabzeichen im schulschwimmen. desweiteren gab es bei der arbeit eine große aufregung wegen einer (berechtigten) kritik an einem kollegen, die aber sehr aufwendig quasi niedergeknüppelt wurden. da war ich sehr enttäuscht von einigen kollegen. nebenher entwickelte sich langsam eine freundschaft mit einer nachbarsfamilie mit einem jungen im alter der jüngsten. besonders wir frauen sind davon sehr erfreut.

dann kam der november mit intensiven chorproben und einer sehr schönen aufführung sowie den vorbereitungen auf die adventszeit mit ihren märkten und festen in den schulen. im dezember ging mein energielevel immer weiter in den keller, ich schleppte mich mit zuwenig schlaf durch die notwendigkeiten, schaffte gefühlt kaum etwas und spürte in den ferien, als ich mal ganz zur ruhe kommen konnte, eine art depressive verstimmung mit trüben gedanken, lust- und freudlosigkeit und aktivitätshemmung sich breitmachen. erst eine gabe homöopathisches gold (aurum im präparat "neurodoron") schaffte da abhilfe, und zwar sehr eindrücklich: schon eine stunde nach der einnahme spürte ich, wie es mir quasi die arme runterkrabbelte. und wegblieb. die paar verbleibenden ferientage in besserem gemütszustand genoß ich umso mehr. unsere weihnachtszeit war ruhig und entspannt, wir waren viel im haus und machten viel "nichts". und viel zu schnell war das neue jahr begonnen und die zwei wochen ferien vorbei.

****

ich mag auch mit den fragen von jana zurück- und vorblicken. beim schreiben habe ich aber festgestellt, daß mir das für die öffentlichkeit doch zu privat ist, deshalb mach ich das für mich allein. geholfen haben mir diese fragen aber sehr.

Samstag, 9. Januar 2016

Mittwoch, 6. Januar 2016

weihnachts(ferien)freuden

* weihnachtsvollmond - erst nachdem ich ihn bestaunt habe, erfuhr ich, daß der nächste erst in 19 jahren sein wird!
* entspanntes leben und spielen zuhause - das verrückte labyrinth erfreut und fordert uns alle (jaja, ich weiß, das spiel gibts schon lang. die jüngste hat es aber grade erst für uns entdeckt,und es ist gut geeignet für unser aller unterschiedliches vermögen.)
* ruhe und schlaf. mehrfach bis nach 9 morgens (und vorher bis 2 gelesen, auch ein genuß, mir dies erlauben zu können).
*das weihnachtsoratorium von j.s.bach an 6 tagen in sechs verschiedenen kirchen - wunderbar!
* homöopathisches zaubermittel bei winterdepressivität: aurum (in neurodoron)! nach einer stunde spürte ich, wie es mir "die arme runterkrabbelte", und weg wars. irre.
* einen ganzen abend laaang in ruhe sockenflicken - liegengebliebenes seit letztem winter *räusper*.
* dank geruhsamem möbeltetris wird das haus immer wohnlicher.
* bruderbesuch mit kleinen cousins schafft ein haus voller trubel (nicht daß die jungs die wildesten gewesen wären!).
* zeit zum schlittschuhlaufen.
* nachbarschaftsfreundschaft knüpfen - nicht nur die kinder!
* und nicht zuletzt die zaghaft länger werdenden tage!
 

Sonntag, 27. Dezember 2015

eine art kirchentourismus

es gibt dieses jahr hier in der stadt ein projekt, das sich zum ziel gesetzt hat, das weihnachtsoratorium von j.s.bach zu den ursprünglich vorgesehenen zeiten im rahmen der liturgie (d.h. im gottesdienst) aufzuführen:

am 1. weihnachtstag die 1. kantate "jauchzet, frohlocket!"
am 2. weihnachtstag die 2. kantate "und es waren hirten in derselben gegend"
am 27.12. die 3. kantate "herrscher des himmels"
am 1. 1. die 4. kantate "fallt mit danken, fallt mit loben"
am 3.1. (1. sonntag nach  neujahr) die 5. kantate "ehre sei dir, gott, gesungen"
am 6.1. die 6. kantate "herr, wenn die stolzen feinde schnauben"
(wer mehr zum w.o. lesen mag: hier entlang.)

und so bin ich in der weihnachtszeit in so vielen kirchen wie sonst in mehreren jahren nicht. da wir nur wenig verwandschaft in der nähe haben, mit der wir uns treffen, sind unsere weihnachtstage ruhig und lassen mir raum zu diesem vergnügen. die familie mag nicht mitgehen, das finde ich zwar schade, genieße dafür aber ganz in ruhe.

es ist so schön, diese wunderbare musik (die ich selbst schon in teilen mitgesungen habe) live zu hören, gerade in ihren einzelteilen genießen zu können (eine gesamtaufführung wäre stundenlang). und es ist total interessant, dies in verschiedenen kirchen zu erleben, evangelischen wie katholischen, neuen und alten, in unterschiedlicher architektur, mit der/dem jeweiligen gemeindepfarrerIn und der jeweiligen herangehensweise und predigt.

heute sprach der katholische priester sinngemäß: wie schade, nicht zu bachs zeiten zu leben und jeden sonntag eine kantate im gottesdienst zu haben! oh ja! aber immerhin für diese weihnachtszeit ist es gelungen und so wunderbar!

Montag, 21. Dezember 2015

50

bei nici holt cline fand ich diese idee, ein schönes ritual. deshalb hier und heute aus gegebenem anlass:

50 dinge die ich liebe (zu ehren meiner 50 jahre)
* stricken und nähen.
* und jede weitere form von selbermacherei.
* kochen, insbesondere gemüse in mengen.
* den uralten gußeisentopf vom sperrgut (in meiner jugend diente er als umtopf für eine meiner vielen zimmerpflanzen, erst später entdeckte ich seine nützlichkeit bei der zubereitung von nahrung. er steht immer auf unserem herd, gefüllt oder leer. er ist einfach zu schwer, um ihn immer wegzuräumen. und so schön.)
* frisches, duftendes hefegebäck.
* obst, besonders orangen und pfirsiche. aber auch ganz einfache äpfel.
* überhaupt: essen. nahrungsaufnahme, seelenwärme.
* schwimmen in see, meer und fluss.
* die ostsee.
**das mittelmeer.
* speziell die schwiegerelterninsel.
* meine graugoldenen haare.
* den duft meiner kinder, besonders den der mittleren tochter.
* gartenarbeit, besonders gemüsegärtnerei.
* arbeiten mit papier und farben (leider nicht so künstlerisch wie ichs toll fände).
* bienenwachs, seinen duft und die vielfältigkeit.
* handgemachte musik. singen, klavierspiel, streicher. diese besonders, aber auch andere.
* wolle.
* katzen, schafe und ziegen.
** internetlesen und diese fülle an inspirationen, die es mir bringt.
* sonne, wind und wasser auf der haut.
* das meer.
* die berge.
* mich draussen zu bewegen, aus eigener kraft fortzubewegen, auch über längere strecken: fahrradfahren, wandern, paddeln.
* selbstgemachte brennesselravioli.

* pellkartoffeln, einfach nur mit salz und olivenöl.
* espresso.
* simples klares leitungswasser (wir haben das glück, trotz großer stadt wirklich gutes leitungswasser zu haben).
* einen plan zu verfolgen, gut zu organisieren und umzusetzen (egal ob für einen arbeitsausflug, ein opulentes essen oder zum bauen eines einfachen möbelstücks).

**unser neues zuhause, das kleine alte reihenhaus.
* meinen mann.
* unsere 4 töchter.
* familie: meinen bruder und seine familie. und meine anderen geschwister.
* unsere katzen, die lieben weichen, schnurrenden, schnaufenden und wild spielenden felltierchen.
* das zufriedene gefühl, etwas geschafft, erschaffen zu haben.
* schlaf, lang und tief.
* dafür ganz wichtig: mein bett, nest und höhle der regeneration.
* mit den kinder, eigenen und gästen, am esstisch sitzen und satt und zufrieden reden und quatsch machen- selbst wieder kind/jugendlich sein.
* in solchen situationen die strahlenden augen und das erstaunt-empörte:"mama!" der großen tochter.
*
* das erbe meiner eltern, die mir kreativität und die lust am selbermachen mitgegeben haben.
* andere länder: ialien. die niederlande, frankreich. das engadin. und viele andere, in denen ich noch nie war.
* arabische und orientalische küche.
* natürliche düfte: heu, rosen, flieder, lavendel. und alles andere, was im vorrübergehen in meine nase weht.
* freundinnenschaft. ausdauernd und geduldig. und auch neu und noch ganz offen.
* selbstgebackenes brot.
* schokolade, mit vorliebe zartbitter in variationen.
* auf dem boden zu sitzen. schon in der schule saß ich mit untergeschlagenen beinen auf dem stuhl, weil ich das einfach gemütlicher fand.
* ingwer.
* pläne und träume zu haben.
** echte bücher aus papier zu lesen.

Sonntag, 20. Dezember 2015

friday fives

innehalten und danken.
inspiriert von nadine im buntraum.


irgendwie schaff ichs allerdings nicht, pünktlich freitags zu schreiben. trotzdem mag ich unter demselben titel gerne dankbarkeit sammeln.

körperliche unversehrtheit:
auf der arbeit hat letzte woche ein bewohner seine anspannung an mir ausgelassen, sprich: während ich draussen im gelände versuchte, ihn zum zurückkehren zu bewegen, wollte er mir an den hals greifen/mich würgen. ich konnte das ganz gut abwehren, bin aber leider auf der matschigen wiese ausgerutscht und konnte deshalb nicht weglaufen. also saß ich da im matsch, er stand über mir und fuchtelte weiter an mir rum, während ich ihn abwehrte, rief und wartete, daß jemand zur hilfe käme. nach ein paar minuten - die längsten seit langem - kam dann die kollegin und löste die situation im handumdrehen. puh. aber außer dem schreck und dreckiger kleidung ist mir nichts geschehen.

homöopathie:
nach obigem schreck habe ich zum glück an meine homöopathische notfallapotheke gedacht und mich mit einem arnica-globulo versorgt. die wirkung war wieder einmal großartig: zu spüren, wie das herzrasen nachläßt, die tränen schwinden und der gesamte organismus wieder auf normallevel runterfährt. und am nächsten tag konnte ich völlig normal, ohne das geringste bißchen herzklopfen oder sorgen, arbeiten gehen und ihm begegnen.

körperliche unversehrtheit 2:
das katzenmädchen klemmte sich die pfote so unter einem zaunpfosten ein, daß sie selber nicht mehr loskam. nach ihrer befreiung humpelte sie arg, die pfote schwoll an, aber mit globuli (auch hier arnica) ging es nach zwei tagen wieder gut.
 
schlaf:
nachdem ich in den letzten wochen ständig zu wenig geschlafen habe, begann dieses wochenende mit einer 10stunden nacht. 10 stunden!!! was für ein umwerfend anderes lebensgefühl!

freundinspaziergänge:
leider nicht ganz regelmäßig, aber doch immer wieder gelingt es mir, sonntags mit der freundin einen langen spaziergang mit ihren hunden zu machen. es tut sehr gut, rauszukommen aus dem familienkreis und mal so richtig in erwachsenentempo zu gehen. ich geh inzwischen sogar, wenn herr siebensachen arbeitet - die kindelein können gut mal zwei stunden ohne eltern sein.
 
konzert:
ein sonntagnachmittägliches konzert in einem alten industriemuseum mit der nachbarin - tolles ambiente, so viel freude der sängerinnen! es hat spaß gemacht, mal was ganz ungewohntes zu machen.
 
gemeinsames kochen:
ein sonntagsessen gemeinsam mit dem mann gekocht. das machen wir sonst nicht, lieber wurschteln wir allein zwei stunden in der küche rum. aber heute ergab es sich so und hat trotz zu kleiner kücheumlicher begrenzung gut geklappt. und geschmeckt (rosenkohl mit kartoffelküchlein und veganer 'käse'sauce, dazu feldsalat mit gebratenen pilzen)! (na gut, irgendein kind mäkelt immer, aber das hält uns nicht davon ab zu kochen, was die meisten mögen.)

winterferien:
besonders froh bin ich über die winterferien. gerade die jüngste ist in den letzten wochen super angestrengt, bockt und nölt und meckert zuhause rum ohne erkenbaren grund, das ist ungeheuer anstrengend. ich hoffe, daß die pause von der schule ihr entlastung und uns zuhause entspannung bringt. und außerdem liebe ich winterferien! endlos lesen, musikhören, kerzenschein und geschmückter baum, räuchern, hoffentlich endlich frost, spaziergänge und reichlich schlaf.

ich wünsch euch eine schöne wintersonnenwende!
ab morgen werden die tage wieder länger! 

Donnerstag, 17. Dezember 2015

so langsam

der alltägliche trubel geht weiter. das wetter tut so, als wäre immer herbst und nicht längst dezember, und obwohl die kinder angefangen haben, unser häuschen zu schmücken (und ich mich auch daran beteilige), kam bisher nicht so rechte vorweihnachtsstimmung auf.

am montag abend dann beendete der chorleiter die probe in der kirche - wir hatten ausgiebig ein "crucifixus" geübt - mit den worten:" so können wir aber nicht auf weihnachten zugehen!" und sang mit uns ein wunderschönes "tochter zion". und genau da löste sich die anspannung der geschäftigkeit in mir, und es keimte ein kleines vorweihnachtliches gefühl auf. mir ging so richtig das herz auf, wie es so schön heißt.

dies hege ich seither und werde es heute abend weiter nähren bei der aufführung der oberuferer weihnachtsspiele in unserer einen schule. es ist an waldorfschulen eine schöne tradition, daß das kollegium diese weihnachtsspiele nicht nur am vormittag eines der letzten schultage für die schülerInnen aufführt, sondern am vorabend für alle, insbesondere als dank für vertrauen und mitarbeit für die schuleltern. leider wird dieses geschenk des kollegiums an die eltern nur von wenigen wahrgenommen, der festsaal ist nie sehr voll. schade eigentlich. ich schätze das sehr, und auch wenn diese tage sehr voll sind, nehme ich mir die zeit einfach zur entspanung im vorweihnachtstrubel und zur einstimmung, und mag es auch einfach gern, das kollegium im laufe der jahre in den verschiedenen rollen zu erleben. der koch zB gab vorletztes Jahr einen wunderbaren adam im paradeisspiel. wer wird es diesmal sein?

und weil es so schön ist, habe ich noch einen  feinen link für euchtochter zion im kaufhaus. und auch: halleluja! (beim suchen stelle ich fest, daß es wohl inzwischen öfter flashmobs dieser und andere art gibt, großartig!)

Sonntag, 29. November 2015

friday fives (heute mal am sonntag)

innehalten und danken.
inspiriert von nadine im buntraum.


* positives denken.
ich bin aus meinem 'stimmungstief herausgekommen, und darüber bin ich unendlich froh. ich habe viel gelesen und mich dabei überzeugen und anstecken lassen, daß es nicht richtig ist, sich der fassungslosigkeit und hilflosigkeit zu überlassen, sondern daß es wichtig ist, trotz und gerade deswegen aufrecht und froh durchs leben zu gehen, um die welt eben anders zu machen. jedes bißchen positive energie ist wichtig, um das negative aufzuwiegen.

* mut.
ich habe mich endlich getraut, mir dunkelbraunen wollwalk zu kaufen für einen nicht ganz so dicken übergangs- und wintermantel. und nicht nur das, ich habe sogar passenden biobaumwollstoff bestellt (hier), um das mäntelchen zu füttern und damit etwas winddichter zu machen. und seit ich das schnittmuster kapiert habe, bin ich ganz aufgeregt und freue mich auf donnerstag, wenn ich einen ganzen vormittag zeit habe, die nächste gelegenheit, daran zu arbeiten.

* singen.
ich bin so froh, daß ich vor einem jahr diesen chor gefunden habe und nun regelmäßig gemeinsam singen kann. das gestrige konzert war wirklich sehr großartig, und ich fand es ganz wunderbar  und bewegend, da in der kirche zu stehen und gemeinsam mit vielen anderen (es war ein kammerorchester dabei und solisten, wie sich das gehört fürs weihnachtsoratorium von bach) so wunderschöne musik zu machen.
 
* familie.
mit der familie ist es grade etwas schwierig, oft laut und streitig, und ich mag mich manches mal lieber verkriechen als mit ihnen zu sein. trotzdem bin ich so dankbar, daß es sie gibt und daß ich an ihr wachsen darf.
 
* katzen.
die lieben sind mir weiterhin ein tägliche freude. wenns mal nicht so toll ist, stress oder streit überhand nehmen, brauch ich nur zu ihnen zu gehen (so sie denn da sind), sie zu streicheln oder ihnen zuzuschauen, und schon kehrt entspannung in mich ein, zaubert sich mir ein lächeln ins gesicht und in die seele.
 

Dienstag, 24. November 2015

einladung

falls eine hier ums eck wohnt und diesen samstag abend noch nichts vor hat:
dies (klick) wird ein sehr schönes konzert!

(ich komm grad von der ersten probe mit orchester *hachz*).

Freitag, 20. November 2015

friday fives

trotzdem. jetzt erst recht:

innehalten und danken. den fokus auf das schöne und gute richten, um kraft zu schöpfen und den ganzen wahnsinn überhaupt auszuhalten, ihm etwas entgegenzusetzen.
inspiriert von nadine im buntraum.

* ich bin so froh, daß wir heil und gesund sind, und daß niemand meiner lieben in paris (oder anderswo) versehrt wurde.

* im bioladen der marseillaise-singende alte herr und der dankbare franzose.

* ich hatte am sonntag wunderbare stunden mit meiner kolleginfreundin. wie lange ist es her, daß ich vier stunden am stück ohne kinder oder etwas zu tun einfach dagesessen und geschwatzt habe!

* immer und immer wieder bin ich froh und dankbar für unser neues zuhause. wie gut wir es haben! (und daß wir sicher, trocken, warm, gesund und satt sind, dafür bin ich allemal dankbar).

* langsam, gaaanz langsam klappt es mit dem lesen beim jüngsten siebensächelchen. ich bin darüber sehr erleichtert, denn das wird ihr ein selbständiges leben leichter machen. (zu erklärung: sie hat eine ausgeprägte lernbehinderung). und wenns dann nicht so fließend klappt, egal, es gibt schon heute jede menge elektronik-unterstützung und auch schlicht hilfe durch menschen (zb heißt es "audio-unterstützte prüfung", wenn die fragen für die theoretische führerscheinprüfung vorgelesen werden).

Donnerstag, 19. November 2015

-los

sprachlos. fassungslos. mutlos. ...-los.

schockstarre, geschockt auf den bildschirm starren. ohne etwas tun zu können. mir fallen grad keine worte zu, die ich bloggen könnte. lebe mein normales leben einfach so weiter, als wenn nichts wäre.

darf ich das? oder andersrum: darf ich das, mich davon so beeinflussen lassen? der grat des mitgefühls neben dem abgrund ist so schmal. ohne etwas tun zu können, die absturzgefahr umso größer. alternative zum sich überwältigen lassen: abstumpfen. will ich nicht.
das einzige was hilft ist tun. aber WAS kann ich gegen all den wahnsinn tun? mein kleines gutes tun kommt mir daneben so hilflos und unbedeutend vor. es tut so gut, bei anderen zu lesen, daß sie ähnlich empfinden und wie sie damit umgehen. zb bei antje auf fairy&snail. oder bei gabriela.

im bioladen saß heute ein alter herr und machte verschnaufpause. da kam ein anderer nicht ganz so alter herr und kaufte käse, hörbar ein franzose. fing der alte herr an, die marseillaise zu singen. (gänsehaut) und der andere bedankte sich. - es mögen nur symbole sein, aber sie trösten ein wenig die seelen (dazu eine interessante sendung gestern im radio, zum nachträglich reinhören auf das lautsprecherzeichen klicken). ich selbst finde diese symbole gerade in zeiten der sprach- und hilflosigkeit sehr berührend. mir helfen sie sogar, nicht abzustumpfen, holen mich aus meiner schockstarre und treiben mir die tränen in die augen. auf daß ich wieder fühlen kann.

heute habe ich  mit den töchtern "ferien auf saltkrokan" geschaut. das war mir ein wahrer seelentröster. auch wenn es diese welt (die filme sind von 1964!) schon lang nicht mehr so gibt.

einatmen. ausatmen. katzen streicheln.

Sonntag, 15. November 2015

Samstag, 7. November 2015

friday fives

innehalten und danken.
inspiriert von nadine im buntraum.

es tut so gut, auf die schönen, besonderen momente zu blicken und dankbar dafür zu sein. grade in turbulenten zeiten, trüben gedanken, großen anstrengungen. das hält mich oben und gibt kraft.

* die abendlichen viertelstunden am bett der mittleren tochter sind ein festes ritual geworden, das wir beide sehr genießen. dann ist sie so sanft und zugänglich wie tags nie, mein rauhbeinchen. ich genieße das sehr und wünsche mir, daß diese nähe - so oder ähnlich - die pubertät überdauern kann.

* auf dem weg zur arbeit, beim kindergarten. ein ca. dreijähriges geht unterm birkenbaum entlang, zögert und reckt nach oben schauend die offenen handflächen nach oben zu den goldnen blättern. die mutter und ich strahlen uns an über diesen zauber.

 * "du bist wirklich ein goldstück", sagt mir die kollegin. ich bin so gerührt, daß mir tränen in die augen steigen, und ich wende mich ab, stapele stühle aufeinender, weil ichs kaum aushalten kann.

* meine stimme ist endlich wieder ok. vor 4 wochen hatte ich so einen kleinen husten, der mich vor allem heiser machte, und diese heiserkeit und belegtheit im hals, die machte, daß ich mich oft räuspern wollte, blieb ganz hartnäckig. was vor allem für die chorproben miserabel war (wir sind im endspurt zur auführung von magnificat und weihnachtsoratorium von bach, da ist heiser echt im weg).

* bei der monatsfeier in der förderschule der jüngsten tochter stehen zum schluß 4 klassen auf der bühne, alles pubertierlinge, und performen - elektrisch unterstützt - laut und herzlich das lied "lieblingsmensch". dabei wandern blicke untereinander hin+her, strahlende augen, händchen haltende freundinnen in der ersten reihe auf der bühne, sich anstupsende sonst ach so raue jungs. das hat mich wirklich zu tränen berührt *hach*.

und als nr.6 
*  die letzten goldblättertage des herbstes. mitte der woche begann es sacht zu regnen, und schon war die welt verwandelt: nicht mehr üppig leuchtend, dafür nassglänzend ;-). immerhin ist es nicht nur grau, und die wolken hängen noch sehr hoch.