nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Donnerstag, 24. Januar 2013

eine sorge weniger

nach langem bangen kam heute vormittag der anruf, daß das kleinste siebensächelchen an der gewünschten schule aufgenommen wird! juchu!!!!

sie (unser pflegekind) hat es nämlich nicht so ganz leicht wie die anderen, ist etwas langsamer in der entwicklung und kann manches noch nicht altersentsprechend (zb malt sie, 5einhalbjährig, erst seit letztem herbst kopffüssler und auch ansonsten kaum erkennbare formen). demzufolge fiel sie bei der schulvorstellung in 'unserer' waldorfschule (also da, wo die beiden grossen schwestern schon sind) durch, und wir wurden weiter verwiesen an die örtliche waldorf-förderschule. dort wurde sie als deutlich lernbehindert eingeschätzt... und wir mussten seit dem vorstellungstermin anfang dezember etwas bangen. doch nun - hurra! - darf sie dorthin, an eine ganz feine schule, und wird mit ihren eigenheiten liebevoll aufgefangen und gefördert werden können! ach ich bin so erleichtert!

(( es ist nämlich so, daß in zeiten der inklusion das schulamt erstmal alle kinder in die regelschulen zu stecken versucht, um dort feststellen zu lassen, welcher unterstützungsbedarf etc besteht. das mag eine gute sache sein (so die schulen entsprechend mit personal ausgestattet sind), für unser plauderlieschen aber wäre das definitiv so garüberhauptnichts, ein verschenktes jahr, in dem möglicherweise die freude am lernen verdorben wird durch überforderung und ablenkung durch die zu große gruppe. das ist einfach klar, und deshalb soll sie einfach direkt zur förderschule. allein deren zustimmung fehlte noch (sie gucken sich halt erstmal alle kinder an und entscheiden dann die klassenzusammensetzung). ))

jetzt müssen wir nur noch an der staatsschule - wo wir sie trotzdem vorstellen müssen - und bei der amtsärztin und bei hinzundkunz starrsinnig sein und unseren willen durchsetzen. ist das nicht blöd? wir kennen doch das kind am besten und wissen, was sie nicht gebrauchen kann zum lernen und was wir wollen. naja, bockig sein können wir, das wird schon klappen!

interessant übrigens auch, wie andere das sehen: unser familiendok begrüßte mich letztens mit den worten "na, wie geht es denn dem sorgenkind?". hä? wie bitte? kaum hat ein kind 'so einen' stempel, gilt es als sorgenkind... stigmatisierung lässt grüßen! tssss. sorgen macht sie uns nun wirklich nicht, sorgen machte uns die unklarheit des schulplatzes! das kind selbst ist ein fröhliches menschlein mit starkem willen, langsamer in der entwicklung halt, ja, aber sie geht ihren weg und macht 'ihr ding'. (grad ist sie mit der 8jährigen schwester seit stunden auf dem schlittenhang und stürzt sich alleine mutig sie eisige piste hinab!)

Kommentare:

  1. Genau das ist das Wichtige: die Kinder so sehen, wie sie sind. Ohne "aber eigentlich" oder "vielleicht könnte" - einfach in ihrer wunderbaren Individualität annehmen, begleiten und sie ihren WEg gehen lassen.
    Inklusion macht mir Kopfzerbrechen, weil - das hat mich so manche Erfahrung im Schulwesen gelehrt - es oft nur um Geld geht. Ums Sparen genaugenommen. Denn hierzulande gibt es nicht ausreichend Personal, bei weitem nicht. Da heißt Inklusion dann: "Mitschwimmen und vielleicht auch untergehen, hauptsache in der Masse" :(
    Es ist so schön zu sehen, so ermutigend zu lesen, dass Eltern das sehen, was für das Kind wichtig ist und diesen Weg bereit sind auch zu erkämpfen (hoffe, das Wort ist jetzt nicht zu "gewaltig"). Wunderbare Familie Siebensachen :-)
    Alles Liebe. maria
    P.S. Danke. Daaaaanke für die Kommentare und genialen Links beim plasticplanetenpost :)

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  2. da freu ich mich doppelt: über die anerkennung und darüber, daß dich DIR mit den links eine hilfe war!
    auch dir alles liebe!

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  3. wunderbar! Ich kann eure freude verstehen. schule ist auch mir so wichtig, daß ich da einiges dran fest gemacht habe. wenn wir zb den jetzigen schulplatz der tochter nicht bekommen hätten, wäre ich gar nicht aus freiburg weggezogen.

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  4. Ich freue mich für Euch, dass Ihr einen guten Platz gefunden habt! Noch ist die Schulzeit in ziemlich ferner Zukunft für uns, aber dennoch graut mir jetzt schon davor, da irgendwann eine Entscheidung treffen zu müssen, und dann noch hoffen zu müssen, dass wir für die Kinder in der Wunschschule einen Platz bekommen. Und dann noch allen rundherum erklären zu müssen, warum es keine Regelschule sein soll... Trotzdem ist mir individuelle und wertschätzende Begleitung meiner Kinder wichtig. Warum ist das nicht einfach in jeder Schule selbstverständlich???
    Schon jetzt alles Gute für alle Hürden, die Euch noch bevorstehen! Wie heißt es so schön? Wo ein Wille, da ein Weg...
    Alles Liebe, Katharina

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