nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Dienstag, 14. November 2017

ein zweites leben für tetrapaks

im letzten eintrag zu zerowaste/müllvermeidung schrieb ich ja von meinem hauptmüllberg, den tetrapaks. um diese vor dem wegwerfen nach möglichkeit weiterzuverwenden, nehme ich sie zb als aussaat- und anzuchtboxen für meine gemüsepflänzchen. dazu schneide ich entweder den unteren teil als würfel zu oder aber lege sie hin und schneide nur in die dann obenliegende eigentliche queerseite eine große öffnung. der deckel bleibt drauf, hinein kommt aussaaterde, mehrere nebeneinander auf ein altes tablett oder backblech und das ganz auf die fensterbank. nicht schön, aber funktional.

letztes jahr habe ich dann bei der dramaqueen eine tolle recyclingidee für tetrapaks gesehen. dort erfuhr ich, daß sich durch kneten unter zuhilfenahme von wasser das material in zwei lagen teilen läßt. die innere seite vieler tetrapaks ist silbern beschichtet, und nach dem auseinanderziehen der beiden lagen ist eine pappbrau/silbern. das paßt sehr schön zusammen, und die silberfarbige seite hat durch das kneten viele knitter und erinnert an altes aluminium oder blech. tetra-papp. ich wollte sofort sachen draus machen! das erste stück wurde eine von der großen tochter viele wochen benutzte butterbrottüte, die war zwar etwas schmal, aber ok. leider löste sich die verklebung irgendwann, und weil u*u+co nicht so wirklich das ist was ich gern in der nähe von lebensmitteln habe, gab es keine nachfolgetüte.

dann fand ich - in der winterausgabe der handmade kultur, glaube ich - die anleitung für deko-sternenbälle. es machte klick in meinem kopf und ich wußte, die müssen aus dem tetra-papp sein! sie sind sehr schön geworden, nur ein bißchen mühsam zu kleben, weil nur kleine flächen für die verbindung zur verfügung stehen. (ich verweigere die verwendung von heißkleber. was sich nicht mit normalem kleber kleben läßt soll halt nicht geklebt werden, finde ich, da müssen dann andere befestigungsmethoden her. ist so ne marotte von mir...) sie sind super schön geworden und hängen in mehreren größen immer noch in unserem treppenhaus, obwohl sie nur als winterschmuck gedacht waren...
gerne hätte ich auch origami-kraniche draus gefaltet, aber bei denen erscheint nur eine materialseite aussen, das finde ich ein bißchen langweilig, mir fehlt da die spannung der materialgegensätze (glatt/rauh und braun/silber).

und dann fand ich, wieder bei der dramaqueen, eine origamianleitung für schälchen, und auch die mussten aus tetra-papp sein, fand ich. sie sind ein bißchen kniffelig zu falten, aber so schön! sie eignen sich ganz wunderbar für teelichte, am besten in glashüllen, das gibt fein funkelndes licht. gut sind sie auch für schnabbeleien, als sammelschalen für diesunddas oder auch als wollknäulschüssselchen. bilder hab ich grad nicht bzw keine zeitundlust sie auf den rechner zu überspielen. die gibts dann morgen, versprochen.

ich spare mir übrigens den größten teil der kneterei dadurch, daß ich die leeren tetras oben aufschneide und einmal kopfüber in der spülmaschine mitlaufen lasse. dann lassen sich die beiden schichten ganz einfach voneinander trennen. nur geknittert sieht es dann nicht aus, aber das läßt sich in diesem zustand viel leichter bewerkstelligen :-)) .

Donnerstag, 2. November 2017

zero waste/plastikfrei: erfahrungen, gedanken, entdeckungen

in meine blase schwappte mal wieder eine welle zero wast/plastikfrei. das gefällt mir, denn es regt mich immer wieder neu an, genau hinzugucken. auch wenn ich schon sehr darauf achte, unverpackt oder mit wenig plastikverpackung einzukaufen, finde ich doch immer wieder noch eine neue idee. nur einen unverpackt-laden gibt es hier leider nicht.

zerowaste ist natürlich so ein megaschlagwort, das nur extrem schwer zu erreichen ist. da passiert es schnell, daß mensch aufgibt, weil: geht ja eh nicht. oder nur so mühsam. aber hej, nicht verzagen: jedes bißchen zählt, und jeder weg beginnt mit dem ersten schritt!

ich hadere auch immer mal wieder, weil es manchmal mühsam ist, an die vielen verschiedenen orte/läden zu radeln, an denen ich das ein oder andere lose bekomme. gewürze und tee zb gibt es nicht im osten unserer stadt, wo ich schneller bin, sondern nur im westen. dafür ist der bessere markt hier im osten. da bin ich schon bekannt mit meinen packungen und gläsern und netzen und dosen *lach*, und ich freu mich, wenn ich andere leute mit gläsern und dosen oliven oder trockenfrüchte kaufen sehe oder der einkaufskorb rübergereicht wird, damit obst+gemüse direkt lose hineingepackt werden kann. am geflügelstand bekomme ich sogar das hühnerklein und die flügel - ein special für unsere katzen - in meine hingehaltene ehemalige eisdose gefüllt (sie dürfen aus hygienischen gründen keine dosen über den tresen nehmen und hinstellen ist auch nicht erlaubt, aber nachdem eine dame dort erlaubte, daß ich die dose zu einfüllen hinhalte, machen es inzwischen - nach einem jahr - alle drei mitarbeiterinnen :-)) ).

papier- und pappverpackungen finde ich ganz in ordnung, wenn es denn nicht ohne packung geht. oft sind diese inzwischen mit recyclingpapieranteil, und selbst wenn nicht, ist papier doch mit verhältnismäßig geringem energieaufwand recyclebar. mehl gibts in papier, getreide auch, rohrohrzucker, kakaopulver in papiertüte in pappschachtel, backpulver, haferflocken je nach anbieter. leider hat der gute dm fast alle sachen in plastik, da bin ich zu müller gewechselt, die haben alnatura im programm und da ist einiges in papier (auch wenn die plastiksichtfenster bei getreide oder zucker total überflüssig sind).

mein megamüll sind die tetrapacks von getreidedrinks und die blechdosen vom katzenfutter :-((. wenn wir eine gute quelle finde, wollen wir die katzen auf barf umstellen. solange gibts die kombi aus frischem huhn (konvertionell, ja, aber dosenfutter ist auch konventionell und es ist mehr schrott drin) und dose. die familie ist auch noch nicht bereit, auf ihre duschgels und shampoos und cremes etc zu vezichten, das ist ja alles in plastiktuben und -flaschen. wobei da die großen töchter zugänglicher sind als herr siebensachen, der ist noch ziemlich resistent gegen argumente. aber es wird besser, die umgewöhnung dauert lang bei ihm.

in sachen pappe/papierverpackung habe ich zweierlei entdeckt:

* bei kod* gibt es für relativ kleines geld (5 stück um die 5 euro) staubsaugerbeutel aus pappe und papier! nicht für alle modelle, aber für unseren 3 jahre alten herrn von a.e.g. hab ich problemlos welche bekommen. und sie funktionieren wirklich gut. ihr könnt in die packung reinläuern, ob es beutel aus kunstfaser oder papier sind, die schachteln sind nicht verklebt.

* öko-kleidnug gibt es online bei grundstoff.net. die sachen habe zwar ihren preis und entziehen sich meistens meiner reichweite, aber es lohnt sich, im sale zu schauen. dort habe ich meine ersten 100% öko-leder-schuhe gefunden, vulkanisiert statt geklebt, ohne plastik, gefertigt in europa, für unter 60 euro.
was mir bei grundstoff besonders gut gefällt, ist die ausführliche produktbeschreibung. sogar das stoffgewicht (auf den qm) ist zb bei sweatshirts angegeben. dafür braucht mensch zwar einen vergleich, eber das läßt sich ja machen/wiegen/googlen. und - um wieder beim zerowaste/plastikfrei anzukommen - das paket kam komplett plastikfrei. mit papierklebeband verklebt, die shirts lose, schuhe im schuhkarton, als füllmaterial für den karton wurde dickes braunes papier geknüllt verwendet. kein retourenaufkleber auf plastikfolie, dafür ein link zum runterladen und selberausdrucken bei bedarf. ich war begeistert!

Montag, 16. Oktober 2017

gold. für die seele.

wenn der herbst es gut mit uns meint und uns warme, trocken und goldene tage schenkt, verlagert sich mein leben sofort wieder auf die terrasse. der tisch ist voll mit schreibzeug, hausaufgabendingen der jüngsten, sojacino- und wassergläsern, wollknäulen (ich wickle grade stränge zu knäulen für eine ferienstrickerei), schnitzkram und manchmal auch einer katze. barfuß und im röckchen verbringe ich die zeit nach der arbeit dort und tanke licht und wärme, während die kinder draussen durch die siedlung stromern. und welche wonne sind die fahrradwege zur arbeit, kurzhosig und -ärmelig durch buntes raschellaub. erst wenn das abendprogramm mich hineinruft, gebe ich meinen posten auf, um spät noch einmal bei kerzenlicht einen tee unterm sternenzelt zu trinken. bald schon wird das vorbei sein, umso kostbarer sind mir diese tage.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

ein wochenende voller abenteuer

ach was war das wochenende schön! ich bin mit weitem, vollem herzen zurück in meinen alltag gekehrt und in mir summt es immernoch so glücklich.

auf der hinfahrt an die ostsee zum kalligraphiekurs habe ich erstmal die mit dem zug im sturm gestrandete ramona jademond aufgesammelt, zusammen mit einer anderen fremden frau, die auch in dieselbe gegend musste. war das spannend, ihr da auf dem parkplatz vor dem hotel "in echt" gegenüberzutreten (hej hatte ich herzklopfen)! und dann war es schnell ganz normal und wir haben geschwatzt und uns die zeit der weiterreise bestmöglich vertrieben.
bei traumherbstwetter kamen wir zwischen sonnenuntergang und mondaufgang in nordwestmecklenburg an. ich brachte ramona zu jana (in deren wollwerkstatt der kurs stattfinden würde) und fuhr zu meiner ersten übernachtung im auto am meer. das war schon ziemlich aufregend, allerdings nur bis ich nach einer warmen suppe im schlafsack lag und das licht löschte. was für grusel stadtmensch sich doch ausmalen kann, was für ungeheuer in den schatten hocken! (so ähnlich stell ich es mir nach dieser erfahrung vor, wenn bei kindern unterm bett ein monster sitzt und sie nicht schlafen können.) die nacht war etwas unbequem, weil meine matratze nicht so ganz der hit war, aber ich schlief volle 10 stunden lang. und dieses wunderbare gefühl am morgen! zum einen der stolz, den mut gehabt zu haben, aber auch einfach das draussen sein am frühen morgen, hinaus zu schauen und nichts als die vögel, blätterrauschen und das meer zu hören!
nach einem schnellen sojacino machte ich mich auf ans meer (200m vom parkplatz) und bekam wirklich feuchte augen vor wiedersehensfreude. ich lieb diese ecke so sehr *hach*. und vor lauter spazierengehen und steine gucken und angespülte seesterne ins meer zurückbugsieren kam ich dann fast zu spät zum kursbeginn...
"der zauber des schönen schreibens" hielt uns ganze zwei tage gefangen. ramona brach mit kreativen übungen unsere vermeintlichen grenzen des "kann ich nicht"s, zeigte uns grundlagen der kalligraphie und des letterings und ließ uns dann unsere eigenen wege entdecken, die sie aufmerksam und sensibel begleitet. zwischendurch zeigte sie uns ein paar möglichkeiten zur gestaltung von hintergründen, daran konnten wir uns auflockern, wenn es mit der schrift grad mal nicht weiterging.
oh diese fülle an material, information und anregung! und was für eine wohltat, ein paar stunden an einer sache arbeiten zu können ohne unterbrochen zu werden. die ein oder andere wurde auch von schatten und hürden begleitet, aber es war soviel freude und wohlwollen und ruhe im raum, daß keine aufgab und alle bereichert und zufrieden in den abend gingen.
zu viert fuhren wir nochmal ans meer und liefen dann nackig und quietschend im regen ins wasser. schnell einzweimal eintauchen und dann wieder raus in die warmen bademäntel! danach war mir das auto erneut eine geschützte schlafstatt.

der nächste morgen bezauberte mit strahlendem sonnenschein, so daß ich wieder erstmal spazieren gehen musste. wie perlen hingen glänzend rote hagebutten im kahlen geäst. und da war sanddorn, und steine, und treibholz, und immer die ostsee.
zurück in der werkstatt tauchten wir alle ganz selbstverständlich wieder in unser arbeiten ein. ich selbst rang mit den werkzeugen in meinen ungeübten händen, mehr noch aber mit der beschränkung durch alte glaubenssätze. welche freude als ich das geknackt hatte und mich traute. 
ich hab so viel gelernt, über material, technik und mich. dieser zweite tag war erneut so bereichernd, voller wohlwollen, zutrauen, unterstützung und eintauchen, daß der abschied fast schmerzlich war. zu zweit ließen wir unsere erlebnisse noch eine weile am meer nachklingen. in mir bleibt so viel dankbarkeit und glück, das ich kaum fassen kann.
 
adieu ostsee! du meinst es immer so gut mit mir.

(auf der rückfahrt konnte ich mein glück noch weitergeben, als ich an einer raststätte eine junge familie aufgabelte, deren auto gerade den geist aufgegeben hatte, und sie 200km mitnahm.)

Donnerstag, 5. Oktober 2017

nun denn

lange lange hab ich mich gesträubt gegen das ende des sommers, mich nach wärme gesehnt, socken verschmäht und bin gar krank geworden. nun ist der september definitiv vorbei und es gibt kein vertun mehr, der herbst ist da mit regen, wind und bunten blättern, und ich kann mich jetzt auch hineinfinden. (irgendwie ist das jedes jahr so ein gehader, ich mag den herbst und auch die anderen jahreszeiten, aber der sommer mit seiner wärme und der möglichkeit viel draussen zu sein ist schon sehr besonders für mich.)

und da ich das habe annehmen können, bin ich auch bereit für all die kuscheligen kleidungstücke, die mir die kühlere jahreszeit angenehm machen. besonders mützen haben es mir angetan (nicht daß ich es mir nur per mütze warm mache, neinnein), und so habe ich letzte woche auf der terrasse flugs eine herbstmütze gestrickt.
die wolle hatte ich schonmal verstrickt, aber die form war nichts rechtes, ich hab sie kaum getragen. da wußte ich ja genau was ich zu ändern habe, und siehe da, sie ist genau richtig geworden.
 
damit ihr auch warme köpfe haben könnt, hab ich die anleitung brav mitgeschrieben. bitte sehr:                                                                             
*
herbstbunte mütze
mit nadelstärke 5 62 m anschlagen, zur runde schließen.
im rippenmuster 1r 1l 8 runden stricken.
zu nadelstärke 6 wechseln, ab jetzt glatt rechts stricken.
*2m re, 1 m zunehmen* (aus dem querfaden der vorreihe verschränkt herausstricken).
von * bis * eine runde fortlaufend wiederholen.
glatt rechts in runden stricken, bis die mütze groß genug ist, um den kopf fast zu umschließen (bei mir waren es 26 runden, und die form seht ihr auf den bildern. wenn die mütze nicht nach hinten hängen soll, strickt einfach 4 reihen weniger.
eine runde lang jede 2. und 3. m zusammenstricken (1 abheben, die nächste stricken und die 1. darüberziehen).
5 r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen (2. und 3. zus.str.).
3 r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen.
1r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen.
1r glatt rechts.
wieder eine runde abnahmen.
faden durch die verbliebenen m ziehen und vernähen.
fertig.
*
zwischendurch gabs eine pause mit schnitzen und veganer französischer apfeltarte. mmhhh!


grade bin ich sehr vorfreudig, denn morgen ich fahre an die ostsee zu einem kalligraphiekurs von ramona jademond. darauf freue ich mich schon lange, es ist mein diesjähriges ganzalleinfürmichohnefamilie-wochenende. den ganzen tag ist mir schon ein bißchen mulmig vor meinem eigenen mut, denn ich statte mir unsere familienkutsche als wohnmobilchen aus und habe vor, am meer im auto zu übernachten. uuuuhhh! es ist ja schon recht früh dunkel jetzt und evtl etwas einsam dort... aber ich weiß, daß es toll wird, ein bißchen abenteuer braucht frau doch auch (und einen plan b habe ich auch, falls es mir gruselig wird). jetzt husche ich schnell zurück an die nähmaschine, um die klettbänder an die vorhänge fürs auto zu nähen.

habt ein schönes herbstwochenende!
(zur not, wenns gar zu ungemütlich ist draussen, strickt euch ne mütze... ;-) )

Montag, 18. September 2017

kein bock auf nationalismus

"Die Wahlbeteiligung am 24. September hat direkten Einfluss auf den Stimmanteil der AfD im Bundestag und darauf ob sie überhaupt reinkommt.

Gehst Du nicht wählen, stärksten Du aktiv Rechtsnationale.

Nur wählen gehen hilft."

von einem plakat von @wolfgang_tillmans,
mitgenommen bei @frau_gold,
gesehen an diversen orten auf instagram.

geht wählen!
(ich hab schon...)
 

Samstag, 19. August 2017

regenbogen: erinnerungen

gabriela schreibt vom regenbogen. das spricht mich sehr an, denn mein leben ist grade ein regenbogen von gefühlen und erinnerungen.

auf der rückreise, noch in süddeutschland, erreichte mich ein anruf vom pflegeheim, meiner mutter ginge es täglich schlechter. überraschend war das nicht, eher eine bestätigung. ich informierte meinen bruder, der am abend hinfuhr, eine stunde bei ihr saß und ihre hand hielt, mit dem arzt sprach. ich selbst mußte am tag drauf erstmals arbeiten, arrangierte den besuch für den zweiten tag, aber sie war dann doch schneller...

nun hat sie es also geschafft, und obwohl unser kontakt sporadisch und das verhältmis getrübt war, ist es doch ein komisches gefühl, daß sie nicht mehr auf erden ist. sie war doch immer da während meiner lebzeit, in den letzten jahrzehnten wenigstens irgendwo.

wir mußten das zimmer recht schnell räumen, das ist halt so, was uns aber auch nicht sehr schwer fiel. im vordergrund stand, daß sie nun nicht mehr leiden muß. die letzten monate, nachdem ihr mann (mein stiefvater) letztes jahr gestorben war, hatte sie den rest ihrer lebensfreude verloren, wollte nicht mehr. aber der rest an dingen, fotos, karten etc, der rief dann viele viele erinnerungen wach. auf den fahrten hin und zurück, je 110km, konnte ich dem gut nachhängen und auch trauern. die sonne strahlte, über mir zogen dicke sommerwolken und mir liefen die tränen.

was mich vor allem erstaunt und freut ist, daß ganz frohe innige erinnerungen an frühe kindertage wachwerden und ich, entgegen all der schwierigen jahrzehnte, ganz warm und liebevoll an sie denken kann. danke mami, für alles was du mir geben konntest.

zwei tage nach ihrem tod waren wir an der talsperre und haben einen sommertag genossen. und ich, die nie so gern im tiefen geschwommen bin, immer mit leichter furcht vor unterwasserpflanzen, tieren und gedöns, ich schwimme hinaus, dem schlauchboot mit meiner familie drin entgegen, dreimal so weit wie ich je im unbekannten schwamm...


Sonntag, 16. Juli 2017

pause

drinnen und draussen, ernten und essen, schwimmen und fahren, lesen und werken,
schlafen und wachen, licht und kraft tanken.

hier ist jetzt sommerpause.
habt es gut und bleibt gesund! 


Sonntag, 9. Juli 2017

auf dem heimweg

nach zwei stunden im grabeland, die mit jäten und pflegen und ernten wie im flug vergingen, geh ich nachhause, mit klarem kopf, ganz ruhig und beglückt trotz bienenstich im finger, im korb die heutige ernte, und denke auf einmal, wieso mensch meditation braucht, wenn es doch gartenarbeit gibt... ich vergesse dabei die zeit und was mich sonst umtreibt, die gedanken kommen zur ruhe und ich BIN einfach nur noch. so gut.

die ersten drei körbchen buschbohnen meiner langen gärtnerinnenkarriere - vorher wurden sie immer abgefressen oder gar die körner schon aus dem boden geraubt. oh, sie waren köstlich!

Mittwoch, 5. Juli 2017

sommernachtstraum

zu später stunde auf der terrasse sitzen, die stadtgeräusche werden leiser (ganz verstummen sie nie), dem mond beim wandern zuschauen. und dann der moment, in dem beinahe die elfen unter den büschen hervorhuschen: glühwürmchen!


(morgen nacht schlaf ich draussen, abgemacht!)

((edit: es regnete am nächsten tag...)) 

Donnerstag, 22. Juni 2017

sommergaumenfreuden (eine von vielen)

in ergänzung zu den wunderbaren, industriezuckerfreien und meist veganen, eissorten der sehr geschätzten frau gold habe ich heute einen caffèkaramelsirup gezaubert.

das geht so:

10 datteln kleinschneiden und mit wenig wasser knapp bedecken.
einen doppelten espresso kochen (und nicht trinken).
nach  zwei stunden (oder länger, klar) die datteln mit ihrem einweichwasser pürieren,
nach und nach den caffè dazugeben.
mit ein oder zwei prisen guarkernmehl etwas andicken (oder auch nicht).
abfüllen und kühl stellen
und später auf eis genießen.

die mengenangaben sind nur eine orientierung. ich habe einfache, kleine und schon recht trockene datteln im vorrat gehabt, davon dann 10 genommen. mit dickeren oder frischeren wird sich das geschmacksverhältnis ändern, ebenso mit der stärke des caffès. probiert es mengenmäßig al gusto aus.

Dienstag, 13. Juni 2017

wenn jedeR

samstag in der fußgängerzone, zwei frauen und zwei kinder, die frauen rauchen und unterhalten sich, die kinder sind miteinander. das jüngere, um die 2,  ruft mehrfach "ham!", bis das größere, um die 4, zu der einen frau geht und sagt, "mama, sie will ham." daraufhin zetert die offensichtliche mutter "ja wie du willst ham? wo soll ich den jetzt ham hernehmen? hör auf damit!" - ohne das kleine auf den arm oder wenigstens an der hand zu nehmen oder sonstwie ihr bedürfnis zu befriedigen (hunger, nähe...).
am traurigsten war mir, dass das kleine nichtmal geweint hat.

andere szene.
beim kollegen an der terrasse ist ein amselnest aus dem baum gefallen, alle küken bis auf eines sind tot. die vogeleltern nehmen weder nest noch kind zurück, also nimmt die kollegenfamilie (mit zwei kleinen jungs) den nestling in pflege, informiert sich, baut nestersatz im schuhkarton mit wärmflasche drunter. "die wohnen doch bei uns, da hab ich doch ne verantwortung", sagt er. seine jungs sammeln regenwürmer, die dem halbnackten vögelchen als pürree per einwegspritze stündlich verabreicht werden, ebenso wasser. von sonnenuntergang bis sonnenaufgang schläft das kleine, aber sobald am karton gerappelt wird, sperrt es den schnabel auf. und der kollege nimmt den vogelkarton mit zu uns zur arbeit, deponiert ihn in einer ruhigen gruppe, kommt stündlich zum füttern. heute mittag dann berichtet er, daß das kleine gestorben ist. "und ich hab echt ein bißchen geheult," sagt er. vogelpflegepapa, hat gefüttert und sich gekümmert. auf dem nun geschlossenen vogelkarton steht sogar ein mini-led-kerzlein (wir haben sowas dort für gelegenheiten, bei denen eine echte kerze definitiv zu gefährlich wäre).
.
.
. 
wenn jedeR doch nur ein bißchen verantwortung übernähme, sich kümmern würde, einfühlsam wäre, nicht nur auf sich selber sähe, wäre die welt dann nicht ein wenig heiler?

Freitag, 9. Juni 2017

ich bin

... noch da. alles in ordnung.

das leben ist halt voll, und die lust auf bloggen zwar vorhanden, aber die zeit reicht nicht dafür. oft würde ich auch gerne bilder anfügen, aber ohne smartphone dauert es immer, bilder von kamera oder telefonino zu überspielen, dafür fehlt mir dann neben der zeit die geduld.


es geht mir gut, so gut.
mal abgesehen von den fallstricken in alltag und arbeit, banalitätengezänk und hormonaufundabschwüngen geht es mir wirklich gut. ach. im letzten jahr hatte ich mir "geruhsamkeit" auf die fahne geschrieben, dieses jahr ging es in richtung "mir gutes tun". ich glaube, ich krieg es inzwischen ganz gut hin, mich und meine bedürfnisse wahrzunehmen und mich darum zu kümmern, auch wenn das manchmal leider so aussieht, daß ich die kinder anblaffe und wegschicke, damit ich etwas in ruhe zuende bringen kann. das familiäre stimmen- und stimmungsdurcheinander macht mich manchmal ganz wuschig, da gehen mir wirklich die sinne durcheinander und es wird mir schwindelig vor augen und ohren. ob das das alter ist oder eine reizverarbeitungsstörung durch überlastung, ist mir letztendlich egal, ich muss dann STOPP sagen und das gewimmel sortieren oder den raum verlassen. nur manchmal gelingt es mir, dies ruhig und freundlich zu tun, daran hab ich noch viel arbeit.
zum "mir gutes tun" gehört dann eben auch, lieber zu lesen, den abendhimmel anzuschwärmen oder im garten zu wurschteln, statt hier zu schreiben.

was mir ganz ungeheuer gut tut, gefühlt noch mehr als in anderen jahren, ist die natur, der garten und mein grabeland. ich hab noch nie einen so schönen garten gehabt wie hier am haus, und noch nie so einen  prächtigen gemüsegarten wie auf meinen grabeland. alles blüht und wächst und gedeiht und duftet, daß es eine wahre wonne ist. und das mit viel weniger zeitaufwand als all die jahre zuvor. das ist wirklich ein geschenk.
auch andere projekte gelingen gut, ich habe das gefühl auf einem strom guter energie zu gleiten und hüte mich, groß rumzuzappeln, damit ich bloß nicht davon runterfalle. ich plane meine dinge also mit bedacht und mache nur soviel wie meine energie hergibt, dafür klappt es dann aber durchaus wie geschmiert. (zb haben wir jetzt statt mehrerer hortensienbüsche hinter einer niedrigen hecke vorm haus einen fahrradabstellplatz. für fast umsonst, nur arbeit und den fahrradständer für 30,- über ebay-kleinanzeigen hab ich investiert. büsche und hecken leben noch, sie sind nur umgezogen. und bald kommt ein schutzhüttchen darüber,  den plan lasse ich noch etwas schmoren, dann klappt es ebensogut.)

am kommenden langen wochenende fahre ich mit meiner nachbarsfreundin mit dem rad weg, einfach mal drei tage ohne familiengedöns und anforderungen nur vor uns hinradeln. darauf freuen wir uns schon sehr. geplant ist noch nicht viel, weder richtung noch route, aber wir haben hier in nrw viele möglichkeiten und ein gutes zugverkehrsnetz, um evtl auch einfach ein stück rauszufahren und dann erst loszuradeln. hauptsache eben, ohne besondere steigungen. ach ja, so schön.

gestern habe ich ein buch zuende gelesen, "tausend strahlende sonnen" von khaled hosseini. das hatte mich nach ein paar tagen "einschlaflesen" so gepackt, daß ich gestern nachmittag und abend kaum aufgeschaut habe, bis es zuende war. er erzählt sehr eindrücklich eine geschichte in den zuständen des langen krieges in afghanistan, und das machte mich so unglaublich dankbar und vielleicht auch demütig demgegenüber, was uns hier in deutschland/europa in den schoß gefallen ist. wie klein und nichtig doch unsere sorgen und zänkereien sind.


ich wünsche euch ein gutes wochenende da draussen in der welt,
habt es gut miteinander!

Mittwoch, 12. April 2017

was schön war: ende märz/anfang april

* flügel: die große tochter, grad 16 geworden, wollte unbedingt ihre liebste freundin im auslandsjahr bei paris besuchen. und so fuhr sie letzte woche für 4 tage mit dem schnellen zug allein (ALLEIN!!! mein baby!) in die großeweitewelt. die beiden hatten eine gute zeit miteinander und stöberten viel durch die schönen ecken von paris. unsere elternherzen waren etwas zappelig (besonders das von herrn siebensachen, dem italienerpapa), aber wir haben es gut geschafft, die leinen los zu lassen und sie ihre reise selbständig machen zu lassen. und wie gut, dass sie wieder da ist!

* erde: mein grabeland wächst und gedeiht. also noch nicht wirklich, denn ich bin immernoch dabei, die wiese in acker umzuwandeln. das bedeutet vor allem, graswurzeln rauszuholen und vom recyclinghof geholte komposterde einzuarbeiten. langsam sieht das stück nach garten aus. zu ostern schenke ich mir ein set biologisch-dynamischer präparate, um den boden zu beleben und zu stärken. best of demeter!

 * wandern: erstmals war ich zwei tage mit den wanderfrauen unterwegs. wir sind mit dem zug in den hunsrück gefahren und dort durch das wunderbare baybachtal an die mosel gewandert, haben in einer vorher gebuchten pension übernachtet und sind am nächsten tag durchs ehrbachtal zurück zum ausgangspunkt gewandert. so schön! teppiche von buschwindröschen und violettem und weißem lerchensporn säumten unsere wege im lichten wald, die sonne wärmte nicht zu sehr und alle kamen tapfer und größtenteils heil nach hause (ein paar blasen gabs und wehe schultern, aber das gehört irgendwie dazu). *hach*


* positives denken: ich habe bockmist gebaut, nämlich unser ferienhäuschen für die falsche ferienwoche gebucht. tatsächlich habe ich noch garnicht frei, sondern erst ab kommenden donnerstag*grmpf*. was mir in den ersten stunden heiß und kalt durchs herz fuhr, habe ich dann einfach losgelassen und umgedacht: während die familie am meer weilt, arbeite ich drei tage und habe es so ruhig wie sonst nie zuhause. dann fahre ich der familie hinterher und wir haben noch zwei tage gemeinsam dort.
ich kann also irgendein fastfood bestellen, die füße auf den tisch legen und rülpsen, fernsehen am hellichten tag und die ganze nacht hindurch und brauche mich um nichts und niemanden zu kümmern. tja, das wäre nicht ich. ich habe viel im garten geschafft, die katzen versorgt, mir feine gemischte teller gemacht (blattsalat, gebratenes gemüse, avocado, tomaten, gebratener tofu; mangold mit knoblauch, kichererbsen und rosinen mit sesammisosauce und apfelmöhrensalat; zucchininudeln mit knoblauchsrauke und bärlauch mit tomatenolivensauce und blattsalat). es ist total ungewohnt allein im stillen haus,  doch ich genieße es sehr, mal nicht in dauerbereitschaft zu sein, nicht reden zu müssen und mich einfach auf die dinge konzentrieren zu können die ich gerade tue. so großartig! lediglich die katzen wollen gekümmert werden, aber sie sind genügsam und wollen vor allem fressen und schmusen. bitte gerne!


Donnerstag, 30. März 2017

staunen

nach dem einkauf wollte die tochter tragen helfen und ich sagte ihr, lass mal, das netz ist sehr schwer, guck, da sind 4 liter drin und noch eine menge kram, bestimmt 6 kilo...

...und auf einmal geht mir auf, daß ich das doppelte davon nicht mehr mit mir am leib herumtrage. was für eine schwere! (und welche erleichterung für meine kniee!)

(nach 17 jahren wieder auf vor-schwangerschafts-gewicht.)

Montag, 27. März 2017

kleines glück

mit schmutzigen füßen und knien kam ich heute abend aus dem garten, den herben duft von schlehdornblüten und erde in der nase, die amseln tirilierten, und auf einmal war ich einfach  nur glücklich über dieses immer wiederkehrende wunder der wiedererwachenden natur. kleingeschrumpft der kummer der letzten tage, das gedankenkarussell stand still, und in mir nichts als große dankbarkeit.

Samstag, 25. März 2017

grünzeug: pflanzenbunte knete

caro naturmama sammelt freitags "grüne" ideen.
heute hab ich auch mal eine beizusteuern:

pflanzenbunte knete,
 plastikfrei und kompostierbar

als es letzte woche so sehr regnete und die kinder trotz guten willens und mehreren versuchen draussen zu spielen immer schon nach kürzester zeit wieder rein kamen, sich drinnen dann aber in nörgeleien ergingen, hab ich ein rezept zum selbermachen von knete rausgesucht. dazu kam ein päckchen übriggebliebene ostereierfarben von letztem jahr und schwupps - bunte knete, die kompostierbar ist!

das farbpulver haben wir dem trockenen anteil des herstellungsprozessen (mehl, salz, zitronensäure) beigegeben, so verteilt es sich besser. und nachdem das rot doch nur sehr (erdbeer)rosa geworden war, haben wir für orange und gelb nur die halbe menge mehl genommen, das wurde dann schön intensiv.
welches rezept aus dem weltnetz es nun genau war, weiß ich nimmer. aufgeschrieben habe ich dies:

400g mehl
350g salz
4 el zitronensäure
(ostereierpflanzenfarben)
7 el öl
400ml kochendes wasser

trockene zutaten miteinander vermengen, wasser und öl miteinander vermengen. dann das wasser/öl-gemisch mit dem mixer in die mehlmischung einarbeiten, bis es einen guten homogenen klumpen er gibt.
das wars schon.

mit dem wasseranteil war ich vorsichtig, damit es nicht zu weich gerät. lieber erstmal nur 350 ml dazugeben und dann bei bedarf noch etwas mehr.

aufbewahren läßt sich die knete am besten einigermaßen luftdicht, wir haben eine ehemalige eispackung genommen.

Sonntag, 12. März 2017

was schön war: anfang märz

 * seit der boden wieder frostfrei ist, kann ich weiter umgraben auf meinem "acker". das ist ein lange nicht genutztes stückchen wiese ganz hier in der nähe, das ich als grabeland zum symbolischen preis beackern darf. ein großes hochbeet steht auch daneben. die wiese muss nun erstmal umgegraben werden und die großen steine rausgeklaubt werden, bevor irgendetwas weiteres geschehen kann. die hälfte hab ich seit vorgestern geschafft!

* der 16. geburtstag der großen tochter war ein irgendwie unspektakulärer und doch ganz besonderer tag. ein normaler schultag, die geschenke erfüllten wünsche waren groß und bekannt (ein schrank, ein paar schuhe), aber doch mit ganz viel *hach*. mittags haben wir uns etwas besonderes erlaubt und sind allesamt essen gegangen  bei "hans im glück", um dort burger der verschiedensten art zu speisen.  und abends, als die freundinnen da waren und die torte verputzt, kam die große plötzlich an und verkündete:" ich will jetzt bier trinken!" okeeeeeee, wir hatten eine einsame flasche im keller. zu dritt haben sie sich über diese hergemacht, nach einer halben stunde war sie immer noch nicht leer war, und hinterher meinten sie, es hätt nicht geschmeckt. na gut. (wir haben das konzept, möglichst viel zu erlauben im kontrollierten rahmen, damit sie nicht irgendwo heimlich was ausprobiert und dabei übertreibt.)

* ich habe nicht nur eine neue mütze gestrickt, sondern es auch geschafft, von der idee zur umsetzung eines nähwerkes mal nicht ewige monate zu brauchen, sondern zwei tage (ok, im details ists noch nicht fertig). und trage nun zufrieden ständig meine neue graue walkjacke, leicht und kuschelig, fahrradtauglich und trotzdem schick.

  * das frühlingserwachen in der zweiten märzwoche. irgendwie hatte ich mich noch auf längeres warten eingerichtet, und nun gehts schon los. so wunderbar, wie die knospen von tag zu tag dicker werden, erste blüten sich zeigen im februarlichen schneeglöckchenmeer des kleinen gartens, wie die sonne immer höher steigt und die tage täglich ein bißchen länger werden. mein herz beginnt zu flattern vor glück.

* das leben verlagert sich nach draussen, die terrasse ist entwintert (dh die möbel sind aus ihrem winterkleid aka schutzfolie befreit sowie alles laub und gestrüpps weggefegt) und wir haben nicht nur erst caffès draussen getrunkn, sondern sogar schon dreimal draussen gegessen. die töchter möchten morgen früh draussen milchreis essen *bibber*.

* ich hatte einen nachmittag mit einer gfk-übegruppe. es tat gut, mal wieder was nur für mich zu tun, und ich habe tatsächlich zwei wichtige erkenntnisse mitgenommen. das eine muss noch in mir arbeiten, das andere harrt der umsetzung mit der jüngsten tochter. insgesamt habe ich bestätigt gefunden, dass ich auf einem guten weg bin.

* und das fahrradfahren geht jetzt wieder richtig los. zwar muss ich mich nachwievor überwinden, aber sobald der anfang gemacht ist, läuft es prima und tut mir so gut. was freu ich mich auf das angekündigte schöne wetter der kommenden woche!

Donnerstag, 9. März 2017

zum 37. mal

torte zaubern, leintuch bügeln, geschenke einpacken, blumen hinstellen... geburtstag vorbereiten.
morgen wird die älteste 16 jahre alt. meine erstgeborene - so groß schon, fast erwachsen. manchmal noch schwer pubertär, aber meist schon eine tolle junge frau, die sich da herausschält. kreativ, liebevoll, still und auch energisch, selbständig, mutig, lustig, freundlich. und noch viel mehr.
liebe m., ich freu mich jeden tag, daß ich deine mama sein darf!

Freitag, 3. März 2017

hyacinth

nach der arbeitsfahrradrückfahrt frisch der dusche entsprungen, zog ich eine mütze übers nasse haar. das mag ich lieber statt zu föhnen, wenns zu kalt fürs lufttrocknen ist. heute war das meine frischfertigetze, gestrickt nach der anleitung "kraut und rüben" von mme ulma. und dann im schwindenden tageslicht schnell noch fotos gemacht...

ich habs gern, wenn meine kleidungsfarbe zur jahreszeit passt, das hat sich im laufe der jahre irgendwie ergeben. zb geht rot oder grün grad gar nicht, dafür braun und grau in allen schattierungen (und ringeln), auch mal eisblau oder petrol. nun nähert sich das frühjahr und mit ihm eine leise farbensehnsucht. da kam mir die hyacinthenlila wolle grade recht, und die krautundrübenmütze wollte ich schon längst mal stricken.

ich mag schlichte designs, grade linien, klare formen. die mütze sieht so einfach aus, gerippt halt, aber haha!, die raffinesse erschließt sich erst dem genauen blick. sie ist quergestrickt und bekommt ihre form durch verkürzte reihen im oberen teil. guck:
ich habe dicke wolle (nepal von drops) mit nadeln 6 verstrickt, die bundmaschen mit nadeln 4, damit der kontrast stärker rauskommt und sie strammer sitzt. zudem habe ich ein paar maschen mehr als in der anleitung angeschlagen und einen rapport zusätzlich gestrickt, wodurch die mütze mehr volumen bekommt, das steht mir besser.

das ist meine hyacinth: schlicht und raffiniert, farbe und struktur wie perlhyacinthen, weich und warm gegen den kalten frühmärzwind und ein farbtupfer für die seele.

mme ulma, das haben sie sich großartig ausgedacht! vielen dank.

Dienstag, 7. Februar 2017

ein früher vogel

heute früh um kurz vor 7 habe ich den ersten amselgesang gehört. und den zugehörigen vogel auch auf dem gegenüberliegenden schornstein gesehen.

na der wird sich noch wundern... der winter kommt heute nacht nochmal her.

schön, wunderschön wars trotzdem.

Sonntag, 29. Januar 2017

was schön war: ende januar

es ist vielleicht ein bißchen langweilig, daß ich hier grad nur "was schön war`s" schreibe. für mehr fehlt mir leider die inspiration. ist aber ja gut, wenns schönes gab. ich brauche den bewußten blick auf das gute, um das unschöne im leben und den wahnsinn der weltnachrichten aushalten zu können.

* wir hatten ein nettes, leckeres teamessens im indischen restaurant. danach saß ich noch mit ein paar kolleg_innen zusammen, und hätte ich nicht am tag danach volles programm gehabt, wär ich noch mit ihnen gegangen, um die häuser ziehen. ich bin so froh über die gute stimmung und zusammenarbeit gerade mit den beiden "jungen" frauen (anfang/mitte 30 sind sie). *hach*

* am mittwoch mußte ich mir familienlogistisch eine auszeit von der arbeit nehmen, da kam die erkältung gerade recht. es tat gut, diese insel zu haben. (nur den fiesen schnupfen bin ich immernoch nicht los...)

* bei der nachfeier unseres konzertes lernte ich ein paar mitsängerinnen ein bißchen kennen, und wir kamen darauf, welche instrumente wir mal gelernt haben. und schwupps hatte ich eine einladung zum triospiel. erstmal nur eine spinnerte idee, aber ich habe in den tagen danach gemerkt, daß ich da wirklich lust zu hätte. nicht wöchentlich, das bring ich nicht unter, aber ab und zu wäre es schön.

* am tag vor dem tauwetter war ich sehr traurig, daß die eisige zeit (erstmal) vorbei ist. doch als es dann taute, zog es mich raus, mit der freudin in den wald, und wir genossen den lichten himmel, die laue (haha, 2 grad plus) luft, das tropfen und das meisengeläut. wie gut, daß ich mich so einfach umstellen kann und an fast jedem wetter was schönes finde.

* da es wieder über null grad ist, fahre ich wieder mehr als nur kurzstrecken mit dem rad. heute bin ich nur so zum spaß gefahren, im versuch die erkältung zu vertreiben. gut hat es getan (22 km), und ich habe in den quasi fahrradlosen wochen gar nicht so abgebaut wie ich dachte. ein recht steiles stück hab ich geschafft, indem ich nur aufs vorderrad geschaut habe und tritt für tritt immer weitergemacht habe. schwupps war ich oben. *winkt zu frau rebis*

* ich habe das gefühl, daß das jahr nun an fahrt aufnimmt und ein volles, reiches werden kann (musik, garten, freundschaft, kreativität). eigentlich mag ichs gern noch eine weile ruhig haben, darauf will ich acht geben.

Sonntag, 22. Januar 2017

was schön war: drittes januarwochenende

* von den kindern zum 16. hochzeitstag überraschungs-bekocht zu werden (japanische ramen-suppe und sommerrollen).
* die zunehmende tageshelligkeit und das wunderbar kalte und lichte winterwetter genießen.
* mit der jüngsten und ihrer freundin den berg hochfahren zum schlitteln und selber eifrig mit über die eisige piste rumpeln.
* mit dem chor ein wunderbares konzert hinlegen. " das wird der höhepunkt in ihrem chorleben sein", sagte der chorleiter. hach, jetzt ists vorbei...

Mittwoch, 18. Januar 2017

was schön war: erste januarhälfte

* die neujahrswanderung mit den wanderfrauen.
* überhaupt: winter! reifglitzer, eisflächen, schneefunkeln, knisterkälte. ich liebe das so sehr.
* und eines morgens barfuss durch den verschneiten garten zum komposthaufen zu gehen (weil ich zu faul war, mir socken zu holen und damit in die bereitstehenden gartenschlappen zu schlüpfen...). wunderbares fußprickel-gefühl.
* als ich am dienstag nach dreikönig von der arbeit kam, stand der weihnachtsbaum ausgemustert vorm haus. boah, was war ich empört, hatte ich doch extra den wunsch geäußert, ihn am abend noch einmal im kerzenlicht genießen zu dürfen, abgeschmückt aber leuchtend. nachdem ich meiner empörung luft gemacht hatte und nichtmal ein "tut mir leid" zu hören bekam, kamen mir echt die tränen ob dieses abrupten abschieds. und das fand ich dann im nachhinein sogar schön, daß ich so an dem baum und der ganzen weihnachtlich- und feierlichkeit hing.
* unser chorkonzert großflächig in der stadt plakatiert zu sehen. das war schon ein etwas seltsames gefühl, so "huch, das bin ja ich!" zwischen all den anderen plakaten.

* die zunehmende dichte der chorproben. es ist trotz aller anstrengung schön, so intensiv zu proben. 4 proben diese woche, heute das zweite mal mit orchester, freitag generalprobe. sonntag dann das konzert (h-moll messe von bach).
* das strohwitwenwochenende bot mal ein ganz anderes erleben der abwesenheit des mannes als die üblichen dienstwochenenden. das hat auch mal was, um sich wieder aufeinander zu freuen .
* und währenddessen der lange abend mit der nachbarsfreundin auf dem sofa, jede in einer ecke mit handarbeit auf dem schoß und lange gespräche, die uns einander näher gebracht haben.
* am vergangenen genüßlichen winterfaulwochenende zuhause mit blick in die winterhelle fühl ich mich wie schwebend. vollkommen ungewohnt, total entspannt.
* und um 5 ist es noch hell!