nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Sonntag, 7. Februar 2016

schönes und gutes der woche

beim gfk-übekurs gewesen.
gute sachen gedacht, aber noch nicht umgesetzt (pesönliche vorhaben für dieses jahr).
bei der arbeit veränderungen begonnen/im kleinteam besprochenes umgesetzt.
gesund geblieben, obwohl mann und tochter krank waren.
die fährtickets für den sommerurlaub abgeholt.
bei der arbeit von unerwarteter seite ein schönes lob bekommen.
eine mütze gestrickt.
mit der mitteltochter ganz viel englisch gelernt, mit strickzeug als geduldsfaden (ich brauch was zu tun in den händen, damit ich nicht ungeduldig werde beim vokabel-abfragen etc).
mit dem mann gartenpläne geschmiedet.
mit den beiden jüngeren töchtern beim mauenheimer zoch gewesen.
frauenvideoabend in der nachbarschaft.
 aufstoßen von zuviel mutzenmandeln gehabt.
im garten einen weg angelegt.
und einen rhododendron abgeschnitten.
mich über die februarhelle gefreut.
und den allerersten amselgesang gehört, heute in der späten abenddämmerung.

Dienstag, 2. Februar 2016

lichtmess

ich mag ja alle jahreszeiten und die damit verbundenen feste, besondesr die alten, vorchristlichen naturreligiösen.
heute nun ist lichtmess, mariä lichtmess, imbolc.
lichtmess war früher der tag, ab dem das abendessen nicht mehr bei kerzenlicht eingenommen werden mußte. "Das Tageslicht ...(ist)... gegenüber dem Zeitpunkt der Wintersonnwende, also der längsten Nacht, „an Weihnachten um einen Hahnentritt, an Neujahr um einen Männerschritt, an Dreikönig um einen Hirschensprung und an Lichtmess um eine ganze Stund’“ länger..." (wikipedia)

jetzt, an lichtmess, ist das wiederkehrende licht schon deutlich wahrzunehmen.
dieser tag galt oft als der beginn des bauernjahres, also der zeit, in der draussen geschafft wurde. im christlichen glauben endet heute, 40 tage nach weihnachten, mit dem fest der darstellung des herrn die weihnachtszeit.

so gern ich den winter mag (der ruhig noch bleiben, aber heller werden darf), ist mir dies jahreszeitenfest grad das liebste, weil es so zukunftsweisend, optimistisch, verheißungsvoll ist.
und mein bauernjahr hat vorgestern begonnen, als ich im nieselregen zwei stunden im garten die reste der baumfällung beseitigt und die neugestaltung vorbereitet habe.

Samstag, 30. Januar 2016

neue aussichten

kaum habe ich mir vorgenommen, dieses jahr mal ein ganz ruhiges werden zu lassen, rauscht ein neues projekt in unser leben. ts...

denn ganz unerwartet (*) wurde heute die riesengroße blaufichte in unserem kleinen garten gefällt. in transportfähige stücke zersägt, erst die äste, dann der stamm, und mit einem großen greifer über den zaun aus dem garten gehoben. dabei gab es nur minimalen kollateralschaden: ein paar abgeknickte triebe am brombeerbusch und verstreuselte nadeln da, wo vorher noch keine waren.
so sah es vorher aus, im hintergrund rechts ist sie zu sehen. (das sternentalermädchen ist ein scherenschnitt von caro naturmama)
sie war uns ja schon ein dorn im auge, viiiiel zu groß, machte reichlich schatten und ließ pieksige nadeln auf den boden fallen. hübsch ist so eine fichte ja auch nicht grade. andererseits war sie lebensraum für vielerlei getier. übrigens nicht für die katzen, denen war sie wohl (noch) zu hoch. deshalb hatten die vögel da richtig ihre ruhe. und es blieb unter ihr auch bei mäßigem regen noch trocken, was besonders das jüngste siebensächelchen sehr zu schätzen wußte, um im trockenen spielen zu können. letztendlich blieb uns ja auch nichts anderes als mit ihr zu leben, weil wir ja mieter sind und nicht eigentümer.
so siehts grad aus.
und nun ist sie weg. innerhalb weniger stunden einfach verschwunden.
der garten sieht total verändert aus, und wir alle staunen immer wieder diese große leere weite an. auch die nachbarn sind begeistert, hatten viele doch sorge, daß der baum mal umfallen könnte (das hätte ziemlichen schaden gegeben...).
nach einer nacht darüber schlafen entstanden aber schon bilder vor unseren inneren gärtneraugen, und als wir heute darüber sprachen, stellten wir lächelnd fest, daß wir exakt dieselben ideen haben: ein großer apfelbaum, ein beerengarten auf den hangterrassen hinten, eine blütenhecke am hinteren zaun, den holunder neben den kompost pflanzen und auf der rechten seite hinten dann ein holzlager für den zukünftigen ofen und rechts vorne immerhin 4 meter gemüsebeet.


was übrig blieb

bei aller vorfreude bleibt mir ein ehrfürchtiges gefühl. wir haben am stumpf die jahresringe gezählt, es sind mindestens 82. was für ein alter! 4 jahre nach dem bau des hauses also wurde dieser baum gepflanzt, vielleicht als ehemaliger weihnachtsbaum, und hat seither so vieles miterlebt. viele, ach was, die allermeisten menschen hier in der siedlung, kennen sie nur mit dem baum, manche sind gar hier geboren, und schon immer stand diese fichte da. egal wie frei es ohne den baum aussieht, empfinde ich diese fällung als starken eingriff in die siedlung und ihr aussehen. nun werden wir diese wunde mit unseren neuen ideen heilen.




(*) unerwartet insofern, als daß die fällung so garüberhauptnicht geplant war. ein baumfällunternehmen war hier in der siedlung tätig und fragte einfach mal an, ob der baum wohl weg solle (ganz schön dreist, sie kamen auch einfach so durchs gartentörchen, aber was solls.) herr siebensachen rief schnell beim vermieter an und erzählte von der günstigen gelegenheit, dieser kam auf die schnelle vorbei, verhandelte ein bißchen mit den leuten, und erteilte den auftrag. zakk.

Mittwoch, 27. Januar 2016

erste male - große kinder und veränderungen

heute habe ich zum ersten mal ein krankes kind den ganzen tag allein zuhause gelassen.

herr siebensachen hatte frühdienst, ich langen teamsitzungsmittwoch. die große tochter kränkelte schon gestern und stand heut früh nicht auf. so versorgte ich sie auf die schnelle mit dem nötigsten, sie meinte auch, es sei nicht schlimm, sie wolle eh nur ihre ruhe haben. etwas gehetzt, aber doch guten mutes verliess ich kurz nach 8 das haus. ich hatte zwar überlegt, "kindkrank" und faul zu sein, das aber in anbetracht der teamsitzung verworfen, denn die gemeinsamen gespräche und prozesse mit den kollegInnen sind mir wichtig .

als dann um halb drei die erste schwester aus der schule kam, hatte die große kranke inzwischen solche langeweile, daß sie der kleinen nudeln kochte und mit ihr hausaufgaben machte - abgesehen davon hatte sie auf dem sofa liegend schon für ein referat gearbeitet. beide waren guter dinge und auch stolz darauf, das so gut hinbekommen zu haben. ach und ich war erst stolz!!!

seit anfang des jahres gehe ich 4 tage pro woche zum geldverdienen. zwei dieser tage ist herr siebensachen ganz zuhause (dafür arbeitet er jedes zweite wochenende), am mittwoch arbeiten wir beide, donnerstag und freitag hat er spätdienst, ich arbeite einen dieser tage von 9 bis 3 (wir geben uns also quasi die klinke in die hand).

ich hatte (und habe) bedenken, ob ich das schaffe. nicht die arbeit an sich, sondern das, was nach dem nachhausekommen auf mich wartet. die kindelein sind nicht unanstrengend, weil sie sich oft streiten, und die beiden  jüngeren benötigen z.t. intensive betreuung bei den hausaufgaben. nun fehlt mir mit dem neuen arbeitstag aber ein vormittag, an dem ich bisher in ruhe(!!!) haushalten konnte. diese arbeit am nachmittag noch zusätzlich zu erledigen, kann ich mir nicht vorstellen. wieso auch, wir sind doch gleichberechtigt, oder? deshalb bedeutet mein zusätzlicher tag außer haus einen vormittag mehr haushalt für herrn siebensachen - den er bisher sozusagen zur freien verfügung hatte. und für mich bedeutet es loslassen und aushalten, denn er setzt im haushalt andere prioritäten und kann locker mal was liegen lassen, was ich eigentlich dringend gefunden hätte (ich spreche hier nicht von hochglanzputz, sondern von grundsätzlichem wie krümelstaubsaugen, wäsche machen, aufräumen und gesunder ernährung, an fenster garnicht zu denken). aber solange ich nicht loslasse, kann er nicht übernehmen, richtig? und falls das nicht klappt und die hütte vor dreck strotzt oder eineR von uns sich überfordert fühlt, dann suchen wir uns eben einen putzmann (klick)...

bisher bin ich zufrieden, was mein loslassen und aushalten angeht. statt nach der arbeit durchs haus zu hechten und sauber zu machen, was liegen geblieben war, habe ich sowohl mit den kindern gesessen, geredet, gespielt und hausaufgaben gemacht als auch ganz allein, gelesen, gestrickt, in die luft geguckt und dabei gemerkt, daß ich viel weniger gestresst bin. und dann hatte ich auch richtig lust, einen großen salat zum abendbrot zu machen - dazu fehlt mir sonst oft die muße und es gab einfach nur einen berg rohkost. 
und das loslassen und aushalten passt auch gut zu meinem jahresmotto "geruhsamkeit". ich habe gemerkt, wie unglaublich anstrengend das letzte jahr war (nach anderen anstrengenden jahren davor) und daß ich das gerne ändern möchte, mehr für mich tun, ruhiger leben und dabei auch geduldiger werden.

fliedermütterchen hat das so schön geschrieben:
"wie schreibt es die allerbeste Astrid Lindgren  so treffend: "...und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen...."

nur früher schlafen zu gehen muss ich noch üben... deshalb gute nacht!

Sonntag, 24. Januar 2016

friday fives

(mal wieder erst am sonntag)

innehalten und danken.
inspiriert von nadine im buntraum.


* frost, eis und ein bißchen schnee - endlich! ich liebe die winterkälte (und bin mir jeden tag bewußt, wie gut wir es hier haben mit unserem heilen, warmen zuhause).
* dämmerstunden mit mir allein auf dem sessel an der terrassentür - wunderbares himmelslicht.
* nachbarschaftshilfe - als die dieselfamilienkutsche bei der kälte so garnicht mehr ansprang, hat mir ganz selbstverständlich ein nachbar mit starthilfe weitergeholfen. und überhaupt bin ich so froh und dankbar über diese nachbarn; es ist mit ihnen, wie ich es mir immer gewünscht habe: wir haben ähnliche interessen mit stark ökologischer ausrichtung, die kinder spielen miteinander, wir gehen zusammen in den wald, plaudern mal eben zwischen tür und angel und helfen uns, wo es geht.
* hochzeitstag - 15  jahre sind wir nun verheiratet. und würden es wieder tun. er überraschte mich mit einem blumenstrauss und einer herz-karte *hach*
* arbeitsteilung à la siebensachen: am wochenende hat der mann sehr fleissig mit der mittleren tochter französisch geübt, derweil ich im keller die fronten unserer küchenschränke abgeschliffen habe. manchmal ist es anstrengend, daß er in allen familienbereichen mitmischt und wir keine klare "gewaltenteilung" haben. aber letztendlich ermöglicht es so vieles, deshalb ich bin froh, daß es so ist.

Dienstag, 19. Januar 2016

dem himmel so nah

zur zeit ist es endlich frostig bei uns, und ich genieße das so sehr. wenn es winters keinen frost gibt, fehlt mir was. grade die extreme (naja, was bei uns halt extrem ist, andernorts lachen sie darüber) geben dem einerlei der lauen jahreszeiten einen kontrapunkt und machen sie erträglich. außerdem finde ich grade frost ungeheuer sinnlich: klirrende kälte in mund und nase, dicke schichten wolle und anderes am körper, atemhauch in der luft.

heute saß ich an der terrassentür, strickzeug, einen becher tee und die katzen an meiner seite. die sonne schien zwischen den häusern gegenüber hindurch zu mir ins haus, der himmel war so klar und hoch und hell. als wäre der abstand vom himmel zu mir viel geringer als sonst. am frühen abend bei einer dämmerungsrunde habe ich nochmal die stille und kälte genossen.

in gedanken bin ich in den letzten tagen sehr bei einer familie, deren frau, mutter, schwester, tochter und freundin diese erde wohl bald verlassen wird. diese reise berührt mich sehr, und manchmal ärgere ich mich darüber, daß ich grad so dünnhäutig bin und mit einer familie trauere, die ich garnicht persönlich kenne. meist aber bin ich froh darum, mitfühlen zu können statt distanziert zu sein. gestern abend beim chor habe ich für sie gesungen, das gloria aus der h-moll messe von j.s. bach. und heute brennt ein sternenlicht für sie auf der terrasse.
für joey

Mittwoch, 13. Januar 2016

köln ist überall

ich finde es sehr gut, daß die gesetze gegen sexualisierte gewalt endlich verschärft werden sollen. der satz des innenministers ralf jäger - als antwort auf henriette rekers "sicherheitstips" für frauen - hat mich wie wild gefreut: da dürfe man nun aber nicht täter und opfer verwechseln. frauen müssen sich überall unbelästigt aufhalten können (aus dem gedächtnis zitiert).
das haben wir vor 30 jahren schon gefordert, wie wunderbar, es nun aus dem mund regierender zu hören! (der herr ist in derselben zeit wie ich aufgewachsen und hat anscheinend von der frauenbewegung damals wirklich  was verstanden.)

allerdings, was ich jetzt nicht verstehe: wohin sollen denn die ganzen einheimischen täter ausgewiesen werden? *ironie aus*
was in köln passierte, findet hier und da und überall immer wieder statt, seit jahrzehnten.

daß jetzt alles auf "ausländische" täter geschoben, wird finde ich unerträglich. sind übergriffe nur von nichtdeutschen widerwärtig? gehts denn nicht mal ohne sexismus und rassismus? *seufz*
mich macht diese instrumentalisierung wütend und traurig. letztendlich wird das recht von frauen auf körperliche/sexuelle unversehrtheit nicht ernstgenommen, sondern als rassistische keule benutzt.

gute artikel dazu, die es genauer ausdrücken als ich es kann: hier bei kleinerdrei und hier bei spiegel online.