nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Samstag, 27. September 2014

sonntagsfreuden: im wald

endlich war ich wieder lange im wald, zweimal sogar.

heute habe wir mit der klasse der mittleren tochter einen familienausflug gemacht - eine stramme, kurze wanderung bergauf, oben angekommen ein geländespiel und großes picnic. das war sehr schön, sauerstoffreich, sonnig und gesellig.

und gestern - tata - war ich seit langem wieder mal zum laufen im wald. am donnerstag war ich bei der physiotherapie gewesen und habe das knie bzw die umliegenden partien mit einer echt schmerzhaften druckpunktmasage behandelt bekommen. der junge spund mann dort meinte, meine oberschenkelinnenmuskulatur sei total verhärtet, und das könne gut von einer knieverletzung herrühren, aus einer schonhaltung sozusagen. und da ging er gegen an *autsch*. es war grad so auszuhalten, aber echt sehr gut, vor allem im ergebnis: ich kann ohne humpeln gehen. ab+zu schleicht sich zwar nochmal so ein gewohnheitshinker ein, aus vorsicht quasi, aber ich achte darauf, das dann sofort zu ändern.

und aus lauter begeisterung darüber hab ich gestern meine schon völlig vereinsamten laufklamotten angezogen und bin in den wald gegangen. ganz gemächlich, ich wollte nurmal gucken wie's so ist. nach einer weile lief es wirklich rund, ohne beschwerden, und ich bin meine alte runde weitergelaufen. mein ziel waren maximal zwei kilomenter. es lief dann aber wirklich locker, das atmen ging wie von selbst und das laufen auch, meine gedanken schweiften durch die welt, und ich lief eben. dann hab ich noch einen schlenker drangehängt, und schwupps, waren es doch 4,5 km. (allerdings bin ich echt langsam gelaufen und war fast eine stunde unterwegs.) 

ich genieße es so sehr, mich annähernd frei bewegen zu können. das licht ist so schön, die langsame färbung des laubes, die spätsommerspinnenweben überall, die ersten segelnden blätter, das plätschern des baches. ich bin vollständig versöhnt mit dem ende des sommers und kann den herbst mit weitoffenen armen willkommen heißen.

Donnerstag, 25. September 2014

hallo herbst

mensch, bist du pünktlich! (das wäre doch nicht nötig gewesen...)
kaum war der 22. september, kamst du mit kühle daher. die luft hat einen schleier bekommen, und das erste rot schleicht sich ins grün der bäume. bucheckern und kastanien liegen auf den wegen, welkes laub segelt durch die luft, und mit starken windböen kam ein erster herbststurmregen daher.

leider war ich nicht schnell genug, mich wärmer anzuziehen, und so habe ich kalte füße bekommen und mich buchstäblich erkältet. nun hab ich wolljacke und wollsocken hervorgeholt, die zusätzliche decke auf mein bett gelegt und die wärmflasche rausgekramt, um das dauerfrösteln und niesen loszuwerden. das erleichtert mir immerhin die umstellung auf die neue jahreszeit, denn ich hätte gern noch länger sommerkleidung getragen. nun bin ich froh um wärmendes.

vor 15 jahren war es noch warm, sehr warm sogar. da saßen herr siebensachen und ich frisch verbandelt auf einer terrasse und hielten uns zum ersten mal an den händen *hach*. etwas besonderes wird es dieses jahr aus terminlichen gründen erst in den herbstferien geben, deshalb hab ich ihm gestern schonmal 15 süße herzen (nougat und brause) aufs kopfkissen gelegt und ihm so ein lächeln ins gesicht gezaubert. das geht ja schnell verloren im alltagstrubel.

ich bin froh um diese 15 jahre. auch wenn manchmal ein rauer wind weht, bin ich glücklich und zufrieden über meine familie und alle zeit, die ich mit ihr habe. ich bin mit ihr gewachsen, reifer, ruhiger und geduldiger geworden. und habe mit den kindern grund genug, all die schönen sachen zu machen, die mensch als erwachsene eigentlich nicht mehr macht oder irgendwann aufhört - durchs laub rascheln, auf dem teppich picnicen, durch bäche waten, in die luft träumen, am offenen feuer zündeln.

immer wird der herbstbeginn mich daran erinnern, wie alles anfing. und deshalb gibt es heute maiskolben zum mittagessen, damit hab ich damals herrn siebensachen bezaubert. und hirsepudding mit holunderglück (holundermarmelade aus ganzen früchten, mit kernchen - das haben wir damals gemeinsam bei der arbeit gekocht und herr siebensachen hat es so genannt) .

Sonntag, 21. September 2014

wochenrückblick kw 38

[wetter] die angekündigte spätsommersonnenwoche ging nur bis mittwoch... aber außer sonntag war es warm genug für tshirt/trägerhemd und nackefüße.
[gemacht] arbeit, akupunktur, physiotherapie, schwimmen mit den beiden jüngeren kindern, am samstag nochmal bei meiner mutter in der eifel kisten gepackt u.a..
[gewerkelt] das gartenhaus weitergestrichen mit neuem farbkonzept (schwedenrot), eine neue hülle für ein kopfkisseninlett genäht, einen rock erweitert, den zweiten strumpf weitergestrickt und ebenso am tuch, neue boxen angeschlossen.
die kinder lieben es derzeit, mitzustreichen
[bewegt] 20 bahnen schwimmen, ein kleines workout, mit dem rad in die stadt
[gesehen] fast einen ganzen tatort mit strickzeug - ich hatte das dringende bedürfnis, endlich mal über eine stunde zu sitzen und zu stricken.
[gehört] michel godard: monteverdi - a trace of grace.
[gedacht] wie schön und einfach die arbeit mit der einen kollegin doch ist. hand in hand, ohne mißverständnisse, offen und wach. und es läßt sich mit ihr so gut die arbeit reflektieren.
[gelesen] irene dische: großmama erzählt. so richtig gepackt hats mich bisher nicht, liest sich aber gut zum einschlafen.
[getrunken] wasser, bitterbasentee, caffè und sojacino. kein alkohol seit wochen.
[gegessen] viel obst und gemüse, glutenfreies müsli (hafer, hirse, amaranthpops + obst), spaghetti mit gemüsetomatensauce, zwiebelquiche mit buchweizen-reis-teig, zwiebelhuhnragout mit reis und grünen bohnen, gekaufte gemüsequiche, hirse mit gemüsecurry, kicherebsensuppe auf spanische art, apfelkuchen.
[gefreut] über die aussagen des physiotherapeuten bez. meines knies (s. vorigen eintrag). über ein tolles, mutmachendes gespräch mit einer bekannten vom förderkreis unserer schule bezüglich des nichtsprechens der mitteltochter im untericht.
[geärgert] ein kleinwenig über schwesterlichen zickenalarm (also meine schwester), dann aber wieder mit der schulter gezuckt, was solls sich drüber aufzuregen. ebenso darüber, daß herr siebensachen unseren familiensonntag einer kollegin abgetreten hat, damit sie ihre kranke mutter besuchen kann. och menno...
[gemerkt] daß das wochenende durch den umzugshilfstag in der eifel echt zu kurz war.
[gekauft] einen taschenkalender a5 fürs nächste jahr, goldbraungrün-gemustert (der lief mir bei der post über den weg, normal bin ich nicht so kalendervorrausschauend). 
[gefunden] eine kiste voll lesefutter in den regalen meiner mutter - krimis und romane, ein batikbuch, ein hausrestaurierungshandbuch aus den 70ern, ein alter atlas zum basteln.
[ausblick] "montag morgen, neue woche..." (slime)
[dankbarkeit] aber ja. für mein gut aufgehobenes leben mit ärzlicher versorgung, genug gutem essen und suchtfrei. für meine wunderbare familie.
[just for me moments] genüßlich auf den autofahrten allein gewesen. die rückfahrt war eber wg. stau und wetter nicht zum chillen geeignet. trotzdem gehörten meine ohren währenddessen mir ;-) .
[und sonst so...?] 
nochmal dahlien von der arbeit


Donnerstag, 18. September 2014

mal so, mal so - und neue hoffnung

nochmal kniegeschichten.

heute war ich zum ersten mal bei der physiotherapie. die hatte ich vom orthopäden fürs knie verschrieben bekommen, "schmerzlinderung und entlastung bei arthrose" stand drauf. relativ lange hatte es gedauert, bis ich eine praxis gefunden habe, denn die beiden hier in fußläufiger nähe waren nie erreichbar. und jetzt bin ich so froh, daß ich die jetzige praxis gewählt habe, obwohl sie nur meine dritte wahl war.

denn der therapeut war der hit. während ich mich umzog, hat er sich den mrt-bericht durchgelesen, dann hat er mich erzählen lassen und ein paar fragen gestellt, und dann hat er das knie begutachtet. und was er sagte, hat mich so gefreut! er meint, daß meine beschwerden ganz untypisch für arthrose seien, sowohl der nur punktuelle schmerz als auch das kommen und gehen desselben sowie das plötzlich auftreten (arthrose entwickelt sich langsam, das unangenehme nimmt stetig zu. mein knieproblem war über nacht da).

nun ist es nicht so, daß ich keine arthrose hätte, das zeigen die mrt-bilder eindeutig. aber ich habe noch einen guten knorpelrest im knie, meine 'hufe' sind also nur stark abgewetzt, nicht weg.
doch jetzt kommts: so gut ein mrt auch ist, es kann nicht alles erkennen lassen, und nach meinen beschwerden und seiner befundung zu urteilen meint der phys., ein leichter meniskusschaden sei nicht auszuschließen, zudem sei das lose knorpelstück von immerhin 4mm durchmesser da im knie absolut fehl am platze und grund genug für beschwerden. er ist selber meniskus-patient und kennt sich aus, hat etliche knie-arthroskopien mitangeschaut (also auf dem bildschirm). sein meniskusschaden war auf dem mrt nicht sichtbar, er hatte aber das ganz eindeutige gefühl und deshalb darauf bestanden, operiert zu werden. zu recht!

was mich daran so freut ist zweierlei: erstens hat er genau das beschrieben, was von anfang an mein empfinden war, worauf aber kein doc so richtig gehört hat. und zweitens gibts damit wieder hoffnung, daß ich doch wieder normal gehen (und waldlaufen!) können könnte! (allerdings muß ich das jetzt dem doc schonend beibringen, daß da ein anderer, ein nichtmediziner, eine empfehlung hat... . zur not geh ich zu einem dritten doc!)

das wollte ich hier festhalten. meine große, ganz große donnerstagsfreude!

Mittwoch, 17. September 2014

gelesen: chandran nair

"warum die konsumparty vorbei ist" (klick)
 (link erneuert, jetzt gehts)
 
eigentlich und irgendwie nicht neu, doch im großen überaschend und hochbrisant.

Sonntag, 14. September 2014

wochenrückblick 37. kw


[wetter] morgens hochnebel, zum mittag hin klarte es meist auf und am nachmittag dann sonne. 
[gemacht] zweimal akupunktur (bei einem vertretungsarzt, der das so großartig machte. leider hat er keine eigene praxis mehr, sondern ist schon in pension. schade.), dreimal gartenarbeit, angefangen, das gartenhaus zu lasieren, in die eifel gefahren zum umzugskisten packen (meine mutter und ihr mann ziehen in ein seniorenheim), samstag früh um 8 auf dem markt gewesen. 
[gewerkelt] eine socke fertig gestrickt, die zweite angefangen, bißchen am tuch gestrickt. einen rock zugeschnitten. 
[bewegt] ein kleines workout, 30 bahnen schwimmen (etwas entäuscht war ich, als ich feststellte, daß es nur 25m-bahnen waren).
[genossen] sonne auf dem pelz.
[gedacht] wieso sind die tage nur so kurz, daß ich nicht soviel machen kann wie ich möchte? 
[gelesen] 'unter dem sternbild der trauer' von juri rytcheu.
[getrunken] wie üblich, und zusätzlich täglich einen becher bitterbasentee. 
[gegessen] schmorgemüse mit hirse, minestrone, rote beete mit fetabuchweizen, haferhirsemüsli, buchweizenspätzle (pizzoccheri) mit mangoldgemüse und cashewmandelsauce, viel tomaten, nüsse, obst, eigene äpfel, nochmal richtig gute wassermelone, grüne bohnen und kartoffeln mit schellfisch in tomatensauce, sonntagsdinkelbrötchen mit verschiedenen käsen und marmelade. 
[gefreut] über eine angenehme arbeitswoche mal ganz anders (wegen ferienfreizeiten). über kniewehfrei und darüber, daß die ernährungsumstellung erfolge bringt (der ph-wert meines organismus ist jetzt schön basisch. dazu schreib ich ein andermal mehr). über ein gutes gespräch mit dem mann über das mittlere kind. 
[geweint] nur beinahe. wenn ich dran denke, wie elendiglich meine mutter und ihr mann da in ihrem 'luxus' leben, beide mit ihren gebrechen kämpfen (arthrose, alkohol- und medikamentenmissbrauch, beginnende demenz), aneinander zerren bis zur aggression und doch nicht ohne einander können, aufeinander angewiesen sind - das ist zum heulen. aber ich bewahre mir die distanz und heule nicht. nein. das ist ihr leben. 
[geärgert]  wozu denn ärgern? *schulterzuck* 
[gewundertstaunt] über die jüngste, die gestern alleine einkaufen ging, obwohl sie wußte, daß sie im laden fragen muß, wo die petersilie steht. und sie hat es getan! das hat noch keins unsere kinder gemacht, schon garnicht mit 7 jahren. selbst die 13jährige sagte gestern, ich muß doch nicht fragen, ich kann doch suchen... 
[gekauft] ich geh jetzt jeden samstagmorgen auf den markt. da gibts zwar keinen biostand, aber regionale ware. ich liebe die üppig ausgestatteten stände und das rege treiben. das erinnert mich an den urlaub im süden *hach*. 
[ausblick] eine tolle spätsommerwoche steht bevor. ich will raus, raus, raus!
[dankbarkeit] für wärme und licht, für kniebesserung. und dafür, daß ich die möglichkeiten, etwas für meine gesundheut zu tun, nicht nur habe, sondern auch nutze.
[just for me moments] im gras. im auto auf der fahrt in die eifel und zurück. (ich genieße es sehr, bei alleinfahrten nicht in dauernder akustische reaktionsbereitschaft sein zu müssen).



strauss der woche: dahlien von der arbeit. sie blühen dort so üppig, daß wir uns welche mitnehmen durften.
im gras

Samstag, 13. September 2014

im gras

heute nachmittag war ich mit der kinderschar (eigene mit freundinnen) auf einer verwilderten apfelbaumwiese in unserer nähe. die kinder hingen in den bäumen, kletterten, klaubten rote äpfel, ich saß im gras, strickte, legte mich hin und genoß es sehr. sog die wärme der sonne in mich auf (so kräftig noch!), spürte, wenn sich wolken vor die sonne schoben, hörte die grillen zirpen, spürte das gras und manch insekt an meinen bloßen beinen. das gezänk weit fort, keine dringlichkeit, mich zu kümmern, auch keine lust dazu *hihi*.

nur für mich.