nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Samstag, 31. Dezember 2011

von mittendrin

sylvester mit kindern ist anstrengend.

die spiele sind gespielt, das fondue ist gegessen, das funkelwerkchen abgebrannt. die mädels sind müde, überdreht, nicht mehr in der lage zu spielen oder sich irgendwie sozial zu verhalten und wollen aber bis 12 aufbleiben.

ich vermisse meine abendliche ruhe ab 20.30 und würd am liebsten schon längst im bett sein.
*seufz*

machts gut, bis nächstes jahr...

Freitag, 30. Dezember 2011

plaudertäschchen

das jüngste kind ist, äähm, sehr mitteilsam.
selten, daß ihr mund mal stillsteht.
sogar, wenn sie mit sich allein spielt, redet und singt sie unentwegt leise vor sich hin.
nur in gegenwart fremder oder in ungewohnter umgebung verstummt sie völlig - um dann hinterher alle worte, die sie in der stummen zeit 'gespart' hat, der welt mitzuteilen.

nur folgerichtig sagte sie eben beim ins-bett-bringen, nach vorlesen und singen und kuscheln und küsschen und nochmal zudecken und schlußendlichem gutenachtsagen:
"och nöö, mama, noch MEHR reden!"

nach solchen tagen - also eigentlich nach allen - habe ich ein großes bedürfnis nach stille.
und so muß meine schwester grad noch ein bißchen auf meinen rückruf warten...

Mittwoch, 28. Dezember 2011

schnurlos-los

als ich mich gestern morgen auf den weg zur zweihundert kilomenter entfernt wohnenden freundin machte, bemerkte ich noch vor der autobahnauffahrt, daß mein telefonino noch zuhause in der ladestation steckte. spontan dachte ich, nö, dafür fährst du nicht zurück. 10 minuten später, nach dem ersten autobahnkreuz, fiel es mir wieder ein. keine erreichbarkeit, keine telefonnummer der freundin (sie ist umgezogen und ich fuhr zum ersten mal dorthin), nur die wegbeschreibung auf dem nebensitz. leichtes herzklopfen. was ist, wenn ich einen unfall habe? dann kann ich die familie nicht anrufen, und sei es zum letzten mal... *flatter*. dann redete ich mir gut zu, erinnerte mich, daß ich früher viel weiter ohne jegliche erreichbarkeit gefahren, häufig nach berlin und zurück im alten ratterkadett (jaa, da hatte ich aber auch noch keine familie, keine herzliebchenkinder!). lenkte meine gedanken weg von komischen szenarien und zwang mich, an anderes zu denken. tiiiiief durchzuatmen.

dann war es auch wieder gut, und ich genoss die fahrt, zum großen teil in stille und sogar ohne regen. und natürlich ging alles gut.

eigentlich bin ich gar nicht sehr telefonino-nistin. habs halt meist dabei für notfälle, damit die kinder mich bei der arbeit erreichen können und so, aber es ist sehr selten am ohr. daß mir seine abwesenheit trotzdem kurzfristig herzflattern verursacht, macht mich doch nachdenklich.
wie leicht mensch doch im selbstvertrauen abhängig wird von äußerem (und anderen)!

Montag, 26. Dezember 2011

schulkind

kommt in die küche gehüpft und lacht:" guck mal, mama, was ich mache!"
dann geht es los: kopf hoch und runter, hinundher hinundher hinundher. hüpfer zur seite. kopf hoch und runter, hinundher. hüpfer zur seite. kopf hochund runter, hüpfer...
mir fällt nix ein. "kind, ich weiß es nicht."
"ich hab meinen namen mit der nase in die luft geschrieben!"
lacht und hüpft davon.

da sag noch eine, waldorfkinder könnten nur ihren namen tanzen!

*************

(es war ein schöner und einigermaßen ruhiger tag heute. die kinderfreude war groß, das essen so lecker, und den abend hab ich lesend auf dem sofa verbracht. liegend!)

Sonntag, 25. Dezember 2011

frohe weihnacht

nach anstrengendsten letzten arbeitstagen bis gestern, schweren einkaufskörben, uneinigkeiten der geschenke wegen, einem umstürzenden baum wegen gebrochenem ständer, flugsem kauf eines neuen ständers in vorletzter minute (gestern), sind wir heute langsam etwas zur ruhe gekommen. ich konnte lang schlafen, bis halb neun immerhin, und fühlte mich danach deutlich besser. herr siebensachen musste zwar arbeiten, war aber unerwartet früh zurück. wir waren am späten nachmittag in der kirche zur 'lichterstunde' (eine art kindermesse in der christengemeinschaft), haben dort das licht für unseren baum geholt und danach versucht, es ruhig und gemütlich zu haben. die spinatlasagne war köstlich, die kinder müde und überdreht. sie schlafen schon lang, und das papierknistern hat nun auch ein ende, alles ist verpackt. denn bei uns gibts - nach italienischer art - erst morgen früh die bescherung.


ansonsten fehlt mir die weihnachtsstimmung noch sehr. mir ist alles zu oberflächlich, flüchtig, nebenbei. die wohnung ist nicht festlich, der sinn der schenkerei geht mir grad völlig verloren, aber die kinder erwarten es nunmal. mir fällt es schwerer als sonst, etwas, mit dem ich mich schwer tue, zu leben. mit dem mann kann ich nicht reden, weil ihm gespräche zu kompliziert sind. ist doch alles gut so. und mein lieblingsweihnachtslied haben wir heute auch nicht gesungen *heul*. deshalb gibts hier wenigstens die musik:

Erfreue dich, Himmel, erfreue dich, Erden,
Erfreue sich alles was fröhlich kann werden!
Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben,
das Kind in der Krippe, das wollen wir loben.

Erd', Wasser, Luft, Feuer und himmlische Flammen,
Ihr Menschen und Engel, stimmt alle zusammen.
Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben
Das Kind in der Krippen wollen wir loben.

Mit Harfen und Zimbeln, mit fröhlichem Singen,
mit Lauten und Geigen, mit fröhlichem Klingen.
 Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben
Das Kind in der Krippen wollen wir loben.
(aus dem Strassburger Gesangbuch von 1697)


trotz und alledem wünsche ich euch allen
frohe weih- und rauhnächte!
habt es gut miteinander!
<3

Dienstag, 20. Dezember 2011

holzklotz

am nachmittag bei der physiotherapie wurde ich leider viel zu kurz massiert *seufz*.
als meine leidige schulter einzeln gelockert und durchbewegt wurde, sollte ich lockerlassen. abgeben.
oha, war das schwer!

früher, da konnte ich das. heute aber mußte ich mich ernsthaft darauf konzentrieren, die einzelnen muskeln loszulassen. (sicher ist es auch nicht grad leicht, sich in 20 minuten so weit zu enspannen, daß das loslassen klappt *ausrede ende*)

diese beiden worte fassen ziemlich gut zusammen, worum es geht: abgeben, lockerlassen.
aber wie denn, wenn doch soviel von mir gefordert wird?!

mir fällt direkt die 'starke frau' von pia ein: "bloß weil ich nach außen selbstsicher wirke, heißt das doch nicht, daß ich innendrin nicht verletzlich und zerbrechlich bin."
heiß ich denn holzklotz mit zweitem namen? (schrieb ich auch dort in den kommentaren)
was soll ich denn noch alles aushalten und schaffen und bewegen.
kein wunder, daß sich da eine verhärtete, verklemmte schulter einschleicht.
(ich hab seit jahren dezente beschwerden, hab es aber erst jetzt geschafft, was dagegen - für mich! - zu tun) 

ach menno.
genau. manchmal wünsch ich mir so'n richtig starken prinzen, damit ich nicht 'alles' selber machen muss. haha, als ob ich damit glücklich wäre. ich mag doch herausforderungen und projekte und handwerk und haus und hof und kinder und küche.
ich mag aber auch getröstet und gehätschelt werden.
(und komme heute abend wieder nachhause, da steht der mann auf der fensterbank und putzt die wohnzimmerfenster. hab ich nix von gesagt, nur still für mich über den dreck geseufzt. weihnachtszimmer.)
muss auch selber mehr einfordern, nein, deutlich machen, was ich brauche, mir wünsche.
was ich schaffe und was nicht.
oder einfach mal meinen kram machen. heute zb einfach zur physio gehen, obwohl das leben hier tobte. tschüss bis gleich - und als ich wiederkam, war alles gut.

die gratwanderung der emanzipierten frau. (oder so.)
stark sein, aber nicht so stark, daß ich dabei verloren gehe.
manchmal finde ich diese moderne rollenverteilung total anstrengend. nix halbes und nix ganzes. und keine sagt, wo es lang geht. und keiner will sich was vorschreiben lassen. mist individualismus.

tut mir leid, ist krauses zeug.
muss keine verstehen, ich wollte das nur mal für mich aufschreiben.
mehr log als blog.

Sonntag, 18. Dezember 2011

sonntagsfreuden

puderzuckerschnee im morgengrauen :-))


(und als ich nach der ersten streitschlichtung der kinder ins bett zurückschlüpfte und herrn siebensachen zuflüsterte "da draussen ist alles voller puderzucker!", assoziierte er was anderes und suchte, eine stunde später nach seinem aufstehen, die 'bescherung'...)

((inzwischen ist der schnee längst weggetaut, dafür läuert die sonne momentweise hervor.))

habt einen schönen vierten advent!

Freitag, 16. Dezember 2011

notbremse

zum ende der letzten woche war ich extrem angestrengt. ich hatte das gefühl, daß mir das leben über den kopf wächst, das totale chaos in greifbarer nähe rückt und sich ein zusammenbruch ankündigt. allein der gedanke an weihnachten stresste mich masslos, ich hatte keine vorstellung, wie das alles überhaupt zu schaffen sein soll. vor allem ich bin dann so grässlich ungeduldig und garnicht mehr gut zu meinen kindern, gleichzeitig stehe ich quasi neben mir und schau mir zu, kann aber nicht aus meiner haut heraus. mir tut das so leid, und ich will das eigentlich so überhaupt nicht.

und so hab ich mir einfach eine auszeit genommen und bin nicht zur arbeit gegangen. tut mir leid für die kollegInnen, aber ich und meine lieben sind mir da näher. *schulterzuck* 
ich mach das nicht leichtfertig, es mußte wirklich sein. (und ein krankes kind hatte ich dann zeitweise auch noch.)

jeden einzelnen tag dieser mir selbst geschenkten woche habe ich so sehr genossen!

na klar hab ich nicht auf dem sofa gesessen und däumchen gedreht, das familienkarussell dreht sich ja weiter. ich habe auch hier zuhause kaum etwas von dem erledigt, was ich mir vorgenommen hatte - unser schlafzimmer zb sieht immernoch wie das reinste textil-lager aus *seufz*. aber - und das freut mich so sehr - ich hatte jeden tag zeit, ruhe und geduld für meine kinder, bin kaum laut geworden, habe die wut+trotzausbrüche der großen beim lernen für einen englischtest gelassen ausstehen können (und das kind damit sehr verblüfft). ich habe mit freude verschiedene mittagessen gekocht, bin mit der kleinsten über pfützen gehüpft, habe quatsch gemacht, ohne ärger mehrere berge wäsche verarbeitet und im kindergarten die küche geputzt (pflichtdienst).

ich habe auch mir gutes getan: ich war wegen meiner leidigen schulter endlich beim arzt und habe physiotherapie verschrieben bekommen, habe mir am selben tag eine praxis ausgeguckt (direkt gegenüber! kurze wege!) und war heute sogar schon zum ersten mal dort. und ich habe kurzfristig einen termin bei meinem zahnarzt bekommen und so die diesjährige vorsorge noch geschafft (alles ok). diese beiden termine waren solche 'ich müßte endlichmal's', die ich mit schlechtem gewissen lange vor mir hergeschoben habe und die eigentlich auf meiner geheimen liste für die guten vorsätze zum neuen jahr standen. ha, schon erledigt!
und ich habe endlich eine verabredung mit einer ganz lieben, entfernt wohnenden freundin getroffen, sodaß wir uns in diesem jahr noch wiedersehen werden! darauf freue ich mich ganz besonders.
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es schleicht sich mir schon ein bißchen der 'was wäre wenn'-gedanke ein.
mir würde es reichen.
(ich denke stark an stundenreduzierung auf zwei tage.)
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ein erholsames ruhiges viertadventswochenende wünsche ich euch!

Donnerstag, 15. Dezember 2011

was tät ich ohne...

...herrn siebensachen! (*)
er ist der meister im erfinden von schatzsuchen.
(*) und auch ansonsten ist es schon gut, daß er da ist - auch wenn ich öftermal manchmal schimpfe.

gestern  zb feierte die siebenjährige ihren kindergeburtstag nach. als die kinder vom kuchenessen ins kinderzimmer zurückkamen, hingen da gasbefüllte ballons an der decke, einer für jedes kind, und an zwei zusätzlichen ballons ein goldbandumwickelt-geheimnisvoller brief:

Liebe Kinder,


wir, die Sterne, bitten euch um eure Hilfe.

Der Mond und die Sonne, sie sind von bärtigen Waldräubern mit Filzhüten gestohlen worden. Sie werden an Bäumen gebunden hier auf der Erde festgehalten. Wir können das von hier oben, wo wir wohnen, genau sehen.

Jeden Nachmittag um halb fünf besuchen die Waldräuber ihre Großmama, die ihnen Kuchen und Limonade serviert. Wenn ihr um diese Zeit im Wald seid, kann euch nichts passieren. Wir selbst können Sonne und Mond nicht befreien, weil wir immer leuchten müssen, um die Menschen mit dem Zauber der Nacht zu erfüllen und ihnen schöne Träume zu schenken. Wir würden nicht rechtzeitig zurück sein.

Bei einem Platz, wo Kinder vielerlei Rundes bewegen, da steht ein Baum. Dort halten die Räuber den Mond und die Sonne gefangen. Wenn ihr sie gefunden habt, bindet sie jeweils an einen dieser Luftballons fest und lasst sie in den Himmel hinaufsteigen, damit sie wieder nach Hause kommen können.

Danach sucht in der Nähe dieses Baumes. Mit einem schweren Ballon haben wir euch einen Schatz zur Erde geschickt. Dies sei unser Dank an euch für die Befreiung von Sonne und Mond.

Mit himmlischen Grüßen

eure Sterne

und trotz eisigem wind und leichtem regen machte sich die kleine schar auf den weg, fand sonne und mond hoch im baum, befreite sie in waghalsigen kletterpartien und entdeckte dann auch den schatz (der 'schwere' ballon war mit etwas wasser gefüllt - engelstränen, meinten die kinder). leider waren sonne und mond vom regen zu nass geworden, sodaß die ballons sie nicht mehr tragen konnten. in einer kurzen beratschlagung im regen beschlossen die kinder, sonne und mond mitzunehmen und sie im päckchen an das himmlische postamt in engelskirchen (ja, das gibt es wirklich!) zu schicken. das geschah dann auch, und herr siebensachen brachte das päckchen schnell noch zur 'post'.

es war mal wieder wunderbar zu erleben, mit welcher begeisterung die kinder in diese geschichte eingetaucht sind, obwohl sie genau gesehen haben, daß sonne und mond aus goldpappe waren.
und wenn in den nächsten tagen endlich die sonne wieder scheint, dann wissen wir ja, wer dabei geholfen hat ;-)


ps. nachmachen erlaubt. aber nur als anregung, bitte nicht wörtlich!

Sonntag, 11. Dezember 2011

sonntagsfreuden: ohrenschmaus

nach frühstück, spielzeit, waldspaziergang und süppchen zum aufwärmen landeten wir im wohnzimmer.
lümmelten auf sofa und teppich, mit strick- und häkelsachen versehen und lauschten mit roten ohren und strahlenden augen den abenteuern des starken wanja (link mit hörprobe), die uns vor einer guten weile per post erreichten.

danke, du liebe, der wanja ist wirklich ganzganz wunderbar!
so schlicht und einfach wie in dieser inszenierung liebe ich es besonders.
davon werden die bilder und herzen umso reicher.

und die melodien tönen seither immer wieder aus allen ecken:
"sieben jahr, sieben jahr, saß der faule wanja, auf dem ofen, sieben jahr, hejaho.
stark ist der faule wanja geworden, auf dem ofen sieben jahr, hejaho."  *träller*

...und jetzt wieder ab in die küche, essen zaubern...
(heute auf besonderen kinderwunsch: spinatröllchen (sigaraböregi).
dazu gewürzfleischbällchen in sauce, naanbrot, bulgur, knoblauchjoghurt.
vorher rotelinsensuppe. nachher orangen(blüten)joghurtgelee.)

Freitag, 9. Dezember 2011

freitagsbefinden

zweimal eine waschmaschine ohne waschpulver angestellt.
(voll die öko-sau ej... ich hab sie nämlich dann mit waschmittel ein drittes mal auf kurz laufen lassen)

jetzt:
ein schluck wein
sofa
nähmaschine

ein erholsames wochenende für euch alle!

Donnerstag, 8. Dezember 2011

premiere

heute hatte ich zum ersten mal dienst nach dem 'neuen modell'. also von 8 bis 14uhr statt von 9 bis 15uhr.
und was soll ich euch sagen - es ist großartig!

zwar kann ich morgens nicht mehr 'in ruhe' (haha) mit den schulkindern frühstücken, sondern muß quasi selber als erste aufspringen, um mir einen platz im bad zu sichern. dafür aber kann ich um 7.40uhr mit dem auto fahren und bin ruckzuck wieder zurück: 14.20uhr. wenn ich öffentlich zur 'alten zeit' fahre, muß ich um 8.15 weg und bin um 15.45 zurück. sechsstundenvierzig gegen siebenstundendreissig.

mir scheint, daß diese dienstzeit auch einen ganz anderen energiepunkt erwischt. wenn ich um 15uhr dort weggehe, dann bin ich echt ausgelaugt, und bis ich dann zuhause bin, ist es nicht viel besser (muß ich doch zum schluß noch treppen bergauf gehen). ich weiß garnicht, wie ich das erklären soll, vielleicht ist das 'neue modell' eben passender zu meinem biorhythmus *lach*. jedenfalls war es hier heute ruhig und entspannt, wir saßen mit kerzen, keksen und obst am tisch, als ich auf die uhr sah und feststellte, hm, sonst wärst du jetzt grade erst nachhause gekommen. gefühlt war ich da schon den halben tag zurück (tatsächlich fast zwei stunden). auch die kinder sind an einem ganz anderen punkt, wenn ich früh komme: noch müde und pausenbedürftig, oder auch konzentriert arbeitend. wenn ich später komme, sind sie grad mitten im spiel und voller energie tobend (oder gar streitend).

für mich ist dieses neue modell also ein riesengewinn!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

bei der friseurin

ich geh nicht oft zur friseurin, meist schaffe ich es nur alle paar monate. um mal was neues auf dem kopf zu haben, oder um zumindest wieder ein wenig ordentlicher auszusehen. am meisten geniesse ich, daß das eine zeit nur für mich ist. wo mir kein kind reinredet, ich gedanken zuende denken kann, sätze zuende sprechen oder sehr gerne auch einfach mal schweigen. und geniessen.

was ich aber garnicht leiden kann, ist dieser anblick im spiegel dort. mir gegenüber. mit nassen, ganz platt gekämmten haaren fühl ich mich dort nackt. es fällt so alles gefällige weg, und der unbarmherzigen beleuchtung ausgeliefert, erscheinen stellen an mir, die es doch eigentlich garnicht gibt. heute sah es so aus, als ob die plätzchen und schokoladen anscheinend nicht hüftgold, sondern hals- und kinngold geworden seien. entsetzlich. aber ich saß da, gefangen in dem schwarzen umhang und konnte nichts tun als weggucken oder gute miene zum bösen spiel machen. (lächelnd sah mein gegenüber leider auch nicht besser aus.)

hinterher war ich dann wieder sehr zufrieden mit dem feschen schnitt, wo vorher lange flusen vorherrschten. und zuhause waren auch diese beulen am kinn nicht mehr zu sehen! jedenfalls nicht wirklich. ich hab dann trotzdem tapfer auf süße zwischenmahlzeiten verzichtet...

Dienstag, 6. Dezember 2011

uff

drei zähne in 5 tagen.
und langsam kommt die kinderseele wieder zur ruhe.

(rausgefallen, nicht gewachsen.)

Montag, 5. Dezember 2011

ha!

kaum sind die winterreifen endlich drauf, fängt es an, in immer dickeren flocken zu schneien.
oben auf den höhen bleibt er sogar liegen, weiß und dick (und matschig).

ich kenn zwar das lied von gabriela nicht, aber ich summe freudig mit!

willkommen winter, alter gesell!

sonntagsfreuden: zur ruhe kommen

diese woche war eine sehr unruhige im hause siebensachen.
der geburtstag der mittleren tochter stand bevor, und neben aller unruhe, die so vorbereitungen mit sich bringen, war vor allem das kind selber dermaßen unruhig, daß es kaum zum aushalten war (mit zappeln, hauen, kneifen, wutanfällen etc). nur wußten wir es nicht als aufregung zu deuten, viel zu spät habe ich das realisiert. und obendrein hatte sie heimlich drei stark wackelnde zähne - immerhin einer ist nun schon raus! ('wackeln die zähne, wackelt die seele'... wie oft ich das schon übersehen habe!)
der geburtstag am freitag (7 ist sie nun schon!) brachte dann ein gutes stück erlösung, denn es wurden herzenswünsche erfüllt und außer dem opa war zum glück kein besuch da! (das kinderfest folgt später, weil wir noch  nicht sicher keuchhustenfrei waren).

am samstag waren dann endlich alle zuhause, zeit auszuatmen. am nachmittag bin ich mit den beiden jüngeren beim adventsgärtlein in der christengemeinschaft gewesen. da saßen sie lange, laaaange still, aufmerksam und wach. ein engel kam, das licht in der mitte zu entzünden - er (sie) verzauberte alle und alles. meine beiden gingen gemeinsam, das kindergartenkind voran, die große schwestern hinter sich her führend. sooo herzig. (im hintergrund der junge pfarrer mit dem jüngsten kind im tragetuch, beruhigend wippend, während seine frau das adventsgärtlein mit einer geschichte eröffnete und weiter begleitete.) auf dem nachhauseweg im dunklen ein gespräch über engel und wo sie (die kinder) waren bevor sie zu uns kamen.

heute dann kamen wir richtig schön zur ruhe. zwar ging es erstmal aktiv weiter, denn ich war bei regen mit zwei kindern im wald, aber gerade durch diesen bewegungsraum war es hinterher viel besser möglich, zur ruhe zu kommen. wir saßen im wohnzimmer mit kerzenschein, ich auf dem sofa mit strickzeug und habe vorgelesen, ein kind an meine seite geschmiegt, ein anderes ins malen vertieft, die jüngste verzog sich ins kinderzimmer zu ihren playmo's (derzeit heißgeliebter plastikkram, seufzt mein holz-wolle-herz ;-) ). und während herr siebensachen die küche in ein schlachtfeld verwandelte uns ein sonntagsessen zauberte, konnte ich dort so sehr behaglich und ohne hetzen, organisieren, streit schlichten zu müssen, mit den kindern einfach nur SEIN und unser wohnzimmer als (ruhigen) familienlebensraum genießen statt wie sonst eher als spiel- oder tobezimmer, sonntagsfrühstückssalon oder fernsehsuite.

ich wünsche mir sehr, daß ich mir ein wenig dieser ruhe erhalten kann, sie womöglich vertiefen, ganz adventlich, statt in alltagshetze zu verfallen und die geduld zu verlieren.

und euch wünsche ich dies auch!

Samstag, 3. Dezember 2011

aus alt mach... anders!

mein beitrag zu lucy's akation "neues leben für alte kleider"

da war diese cordhose im secondhandladen, die mich so anlachte, daß ich sie trotz der größenangabe 38 anprobieren mußte... naja, lang her, daß das gegangen wäre! nachdem ich sie seufzend wieder an ihren platz gehängt hatte und seufzend nachhause gefahren war, ging sie mir nicht aus dem kopf, und abends vorm einschlafen (da plant und bastelt mein kopf am liebsten) machte es *klick* und ich wußte, sie wird ein rock! dann mußte ich nur noch hoffen, daß sie am nächsten nachmittag noch da wäre, wenn ich vom geldverdienen zurückkäme. sie war!

der rest dauerte dann doch noch eine woche in minischritten, aber dafür habe ich jetzt den bestpassendsten und wunderschönsten herbstrock aller zeiten! voilá:

ich habe die beine unterhalb der taschen leicht rund abgeschnitten, die seitennähte des oberteiles aufgetrennt und mit einem streifen von den beinen den 'bund' auf beiden seiten um ein paar zentimeter erweitert. die beine habe ich aufgedröselt und 8 gleichgroße rechtecke daraus geschnitten, diese mit den langen seiten aneinandergenäht und, nach dieser grandiosen anleitung (3. von oben) eingekräuselt, an den erweiterten bund drangenäht. dann noch ein schmaler saum und fertig. (beim tragen stellt sich heraus, daß zumindest im vorderteil ein futter für bessere...äh...gleitfähigkeit auf strumfhosen sorgen würde. ich zieh ihn aber auch ungefüttert total gerne an.)

ein zweites recyclingprojekt war die fertigstellung einer langen weste/tunika, die aus einem von mir in den 8oern gestrickten wollpullover marke 'kurz und kastig' entstanden ist. allerdings hab ich dabei nix genäht, sondern nur geribbelt, gestrickt und gehäkelt. also knapp am thema vorbei ;-)

rock und tunika zusammen geben ein vorzüglich warmes herbstduo ab. 
frohes schaffen allerseits!

Sonntag, 27. November 2011

sonntagsfreuden: november

kurz bevor er zuende geht, ist er nun doch endlich angekommen, der november. mit grauem himmel, wind und regentropfen, so daß es richtig freude macht, die erste kerze am adventskranz anzuzünden.

Freitag, 25. November 2011

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was mich bei der ganzen arbeitssache ja besonders ärgert, ist, wie ungeheuer viel kraft es mich gekostet hat, diesem menschen den nun zustandegekommenen kompromiss (oder wie ich es nennen soll) aus der rippe zu leiern. der hat mich über ein halbes jahr lang einfach nicht ernst genommen, obwohl ich immer sehr deutlich gesagt habe, was ich warum will und wie es mir geht.

Donnerstag, 24. November 2011

kleines aufatmen

nun denn:
nach über einem halben jahr der vorschläge, bitten, angebote
hab ich heute meiner gruppenleitung dreimal (!) erklären müssen, daß ich einen ganzen tag pro woche ausfallen werde, wenn ich die eine stunde vorverlegung nicht 'bekomme'.
zähneknirschend sagte er schließlich: "nagut, dann probieren wir mal drei monate aus, ob das klappt."
tschakka!
(und wenn es nicht klappt, reduziere ich eben doch.)

immerhin.
ich bleibe also bei der gleichen stundenzahl, kann aber zwei von dreimal mit dem auto fahren, was mir immense kraft spart, und die kinder sind nur freitag mittags allein (und jeden zweiten mittwoch nachmittag zwei stunden, aber das vernachlässige ich jetzt mal. wichtig sind die mittagszeiten.)

((was mir auch sehr gut tut: eine liebe kollegin hat ganz ähnliche probleme. auch ihren kindern bekommt es nicht gut, immer hin+her mal von diesem mal von jenem über mittag betreut zu sein (obwohl es auch bei ihr mama + papa sind). es tut so gut, tiefgehendem verständnis zu begegnen. die meisten anderen, alleinstehend oder ohne kinder, 'verstehen' uns mütter zwar irgendwie, aber nur theoretisch.))

Dienstag, 22. November 2011

wie es ist - arbeit und leben

ich schrieb ja schon mal von den schwierigkeiten bei der arbeit und von meiner anstrengung mit der halben stelle in kombination mit dem kleinen familienunternehmen.

das erste kann ich manchmal ausblenden. besonders, wenn ich in anderen arbeitsgruppen vertrete und dort mit offenen armen empfangen werde und kooperativ arbeiten kann. (nein, ich kann nicht dauerhaft in eine andere gruppe wechseln. die beste idee, doch es sträuben sich alle dagegen.)

das zweite ist nicht auszublenden. seit monaten beende ich jede arbeitswoche erschöpfter und muß dann doch noch öffentlich und zu fuß nach hause und den nachmittag mit meiner wilden horde ohne den spätdienstenden herrn siebensachen wuppen. neben der arbeit an sich ist es die kombination unserer dienstzeiten, nur einem auto und meinem anspruch an mich in beiden bereichen, die mich so überanstrengt. (ja, und ich bekomme auch oft zuwenig schlaf.)

nun habe ich schon vor über einem halben jahr begonnen, vorschläge zur veränderung meiner arbeitszeiten zu machen, damit ich früher zuhause sein kann und die kinder nicht so oft 'in der luft hängen'. (sie selber empfinden das garnicht so, sie beschäftigen sich meist friedlich, räubern das süßigkeitenfach und sind ganz stolz, ohne uns sein zu können. - "aber wir waren doch nicht allein, wir waren zu viert!" die ohne-eltern-zeiten machen sich aber an den hausaufgaben bemerkbar - zunehmend eigenwillig, unvollständig, verweigend. nicht zukunftsweisend, schon garnicht für eine erstklässlerin, die in alles erst hineinwachsen muß.)

letzten donnerstag bekam ich bei der arbeit dann das lang- und unerwartete angebot, einen dienst-tag tauschen zu können und damit einen block in meiner woche zu haben (mi/do/fr), wovon ich mir immerhin etwas erleichterung erhoffte. freudig und erleichtert kam ich mit der nachricht nach hause, berichtete und verabschiedete herrn s. in seinen spätdienst. als er um 23.00 wiederkam, hielt er mir schweigend einen zettel vor: auch er hatte just an diesem tag etwas langerwartetes bekommen, nämlich einen rahmendienstplan (einen dienstplan, der sich monat für monat, in diesem fall sogar zweiwöchentlich wiederholt. das familienleben planbar, die arbeit rhythmisch macht.) nur leider mit denselben arbeitstagen wie mein block (+ jedes zweite wochenende). das ginge nun garnicht, beide nur an denselben tagen zu arbeiten. 3mal die woche keiner zuhause in der mittagszeit, undenkbar. ich hätte heulen können, denn ich hatte mir von meiner änderung so viel versprochen. völlig planlos ging ich viel zu spät ins bett, und dann begann das gedankenkarussel zu rattern. ich lag wach... wach... wach..., bekam vor ungewissheit und überforderung herzklopfen, das sich schließlich zum herzrasen steigerte und mir ein paar momente lang gar sterbensangst machte. mit  großer mühe und riesendisziplin schaffte ich es, die gedanken in andere richtungen zu lenken und von diesem trip runterzukommen. ich weinte vor erschöpfung und hoffnungslosigkeit, die zeiger meines weckers näherten sich immer mehr der 2, doch ich konnte nicht einschlafen, obwohl ich so brav mit geschlossenen augen im dunklen lag und meine gedanken zurrte. mehrmals wankte ich ins bad, irgendwann kam ich auf den gedanken, coffea-globuli zu nehmen. dann irgendwann schlief ich doch, für nichtmal 4 stunden. der nächste tag war wieder ein freitag , doch immerhin einer, an dem ich das auto haben konnte.

der schrecken dieser nacht sitzt mir seither in den knochen. niemals hatte ich solche angst. sie macht mir die notwendigkeit klar, daß etwas anders werden muß. MUSS.

dann hatten wir ein familienwochenende, das sich ungewöhnlich harmonisch gestaltete und an dem wir hier und da über diese situation sprechen konnten. herr s. meint zwar, das geht schon (er ist selber so groß geworden, vater bei der arbeit, mutter zwischen arbeit und kindern hin+herspringend und sich kaputtmachend). doch ich habe endlich ganz klar sagen können, daß ich das nicht kann, daß es wirklich meine kräfte übersteigt.  daß es auch für die kinder nicht gut ist, bei aller selbständigkeitsforderung zuwenig halt gibt und es kein wunder ist, daß sie manchmal so... ausrasten (sagichmalso). und daß wir auch einfach oft zu müde und nicht entspannt genug sind, um so geduldig mit ihnen zu sein, wie es ihnen zusteht. und daß die wohnung an allen ecken und enden vernachlässigt ist. und die sozialen kontakte auf ein minimum geschrumpft sind. 
ich kann und will nicht weiter darüber hinweggehen.

seit langem haben wir uns mal nicht an solchen themen gezankt, sondern uns einfach nur ausgetauscht, überlegt wie was gehen könnte. klar ist, was nicht geht: anderer dienstplan (liegt nicht in seiner entscheidung), zweites auto,  kinder dreimal mittags allein.
heute habe ich bei der arbeit einen weiteren vorschlag gemacht, wie ich bei gleichbleibender stundenzahl kinderkompatibler arbeiten könnte (verschiebung nach vorne am donnerstag). das stieß aber nicht auf wohlwollende ohren. und wenn ich da morgen nichts weiter höre, werde ich nächste woche eine stundenreduzierung beantragen, mit der ich dann nur noch zwei wochentage + zweiwöchentlich eine teamsitzung arbeiten werde. 16 wochenstunden sind auch eine menge. (das trag ich schon lange mit mir, schob es aber immer vor mir her mit dem gedanken "ach, das geht doch. stell dich doch nicht so an...")

so. punkt. aus.
mich gibts eben nur zu meinen bedingungen.
und die beinhalten vor allem meine kinder, die ich gut ins leben begleiten möchte  und nicht nur so reinschubsen. diese verantwortung hab ich übernommen, und die ist mir wichtig. 

und nun zünd ich mir im titelbild ein lichtlein an (viel zu groß, aber ich weiß es nicht zu verkleinern) und geh schlafen.

Montag, 21. November 2011

sonntagsfreuden (mit verspätung)

ein tag ohne streit.
total harmonisch auf allen seiten.
und ich: sehrsehr erholt.

Donnerstag, 17. November 2011

stiller gruß

für dich
und deine sternenkinder
 
(du weißt schon wer) 

Mittwoch, 16. November 2011

tofu einfrieren

geht.

sieht gefroren zwar sehr gelblich *örks* aus und so, als würde er nach dem auftauen in seine bestandteile zerfallen. war aber völlig ok, ließ sich prima schneiden und braten und schmeckte 'normal'.

(ich hatte vor monaten einen tofu ins eisfach gepackt, weil das mhd direkt bevor stand und ich zu der zeit so garkeine lust auf tofu hatte.)

Dienstag, 15. November 2011

weihnachten im schuhkarton

den martini-gedanken des teilens wollte ich auch in unser leben holen. deshalb haben wir wieder an der aktion 'weihnachten im schuhkarton' teilgenommen haben. gestern und heute haben wir dann den karton beklebt, die besorgten sachen (es darf nur neues sein) darin verstaut und in der späten dämmerung den karton zum lieblingsbuchladen getragen.

zu meiner freude beschäftigen die kinder sich sehr mit dem thema, jede auf ihre weise. das kleine mädchen will vor allem wissen, welches kind den karton bekommt. das mittlere mädchen will die details wissen, wie das vonstatten geht, wer das holt und wie die kartons verteilt werden. und das große mädchen leidet an der ungerechtigkeit und grausamkeit der welt. besonders beeindruckt hat alle drei, daß es kinder gibt, die kein kuscheltier haben und noch nie schokolade gegessen haben. deshalb mußten es unbedingt zwei säckchen schokokugeln sein!
für ein über 10jähriges mädchen (alter und geschlecht kann mensch aussuchen und per aufkleber auf dem karton kennzeichenen) haben wir dieses ausgesucht: himbeerbonbons, brausebonbons, schokokugeln, zahnbürsten mit wechselköpfen, zahnpasta, hautcreme, haarbürste, haargummis, haarreif, einen kuschelbären, schulhefte und blanco-block, federmäppchen mit 12 dicken buntstiften, dicken bleistift, anspitzer, radiergummi.
(schwupp, 50 euro. für so einen 'kleinkram'. daran wird ganz deutlich, daß das, was hierzulande so nebenbei als alltäglicher bedarf gekauft wird, für kinder anderswo unerschwinglich ist.)
weil es in dieser stadt so gut wie keine wollene kleidung zu kaufen gibt, haben wir wirklich unbenutzte wollsachen aus unserem fundus dazugetan: handstulpen, ein stirnband mit ohrenwärmern und einen großen mützenschal.
obendrauf kam eine karte mit weihnachtsgrüßen.

nun gehen die phantasien wieder los, welches mädchen unseren karton wohl bekommt, in welchem land es lebt, wie es da wohl so ist. mit dieser unsicheheit müssen sie leben, obwohl sie am liebsten sofort losgefahren wären, den karton selber zu überbringen.

Sonntag, 13. November 2011

sonntagsfreuden: raus!

nachdem der gestrige samstag bei uns stimmungstechnisch ein desaster war (wir eltern wirbelten durch die behausung, um die zahlreichen überbleibsel der woche zu beseitigen, was die kinder dazu nutzten, sich nach allen regeln der mädchenkunst zu streiten), hätte ich das heute nicht nocheinmal ausgehalten. so verordnete ich der bande einen spätvormittäglichen spaziergang. ohne vater, denn der mußte am nachmittag noch zum spätdienst und wollte seine ruhe.
eiszeitliches wildgehege mit wildpferden schien mir ein attraktives ziel, obwohl ich erstmal gründlich angenölt wurde, weil sie doch lieber die s.m.d.maus gucken wollten. als wir dann eeeendlich auf dem waldweg waren, besserte sich die stimmung immer mehr, und als die wildpferde dann in sicht kamen, waren buchstäblich alle wolken wie weggeblasen, denn auch die sonne durchbrach den hochnebel und tauchte alles in ihr goldenes licht, wärmte uns leib und seele. die tiere, darunter drei fohlen, kamen zutraulich an den zaun, schwatzten den kindern die äpfel ab (oder so) und waren einfach allerliebst.
"mama, das ist tausendmal schöner als filmgucken!", schwärmte das große kind. *sagichdoch*
trotz einer kleinen lautstarken trotzeinlage auf dem weiteren weg (während der uns einige ältere menschen begegneten, von denen eine zu mir sagte: "das kenn ich. meine vollstes verständnis!" - hach tat das gut, mal nicht wie die böse mutter auszusehen!) blieb die stimmung den rest des tages wirklich gut. die kinder malten, spielten, lasen, schliefen, und durften auch ein bißchen film gucken - 'immenhof' ist ihr absoluter favorit - und ich konnte tatsächlich nach einwöchiger minihäppchen-arbeitszeit meinen 'ausaltmachanders'-novemberrock fertignähen.

wie völlig anders ich mich abends fühle, wenn ein tag gut gelaufen ist!

ich finde ja eigentlich, daß die kinder allein miteinander klarkommen sollten, ihre dinge untereinander selber regeln müssen, aber wenn da ein unausgelastetes kind die anderen nur noch piesackt, ein anderes daraufhin vorpubertär sich völlig im ton vergreift und mit voller kraft zurückschubst/schlägt/kneift und ein drittes nur noch in den höchsten tönen kreischt, dann kann ich mich nicht raushalten.
so war das gestern. von 7.30 bis 14.00, ohne wirkliche unterbrechung. das einzige, was half - was eigentlich immer hilft -, war rauszugehen, was aber erst am nachmittag ging (wegen wocheneinkauf und putzkram, den ich sonst am nachmittag hätte alleine machen müssen)

jetzt geh ich, zufrieden und neuberockt, aufs sofa, um ein anderes werk fertigzubringen.

ich wünsch euch einen schönen wochenbeginn!

Donnerstag, 10. November 2011

mützen - mit anleitung

ich stricke gerade total gerne mützen.
überschaubare kleine projekte mit großem erfolg.
passen in jede tasche, lassen sich auf den spielplatz, in den bus oder in die arbeitspause mitnehmen.
außerdem macht es den bemützten menschen in der regel freude.

im herbsturlaub habe ich 4 mützen gestrickt.
eine für die große tochter nach einer drops-anleitung (ich hab auch so eine, und sie mochte sie so gerne...)
die habe ich aber erweitert zu zwergenschalmützen, weil ich schalmützen für kinder so gut finde (und meine beiden jüngeren tragen sie noch gerne).

ich habe einfach mit zwei maschen mehr angefangen und rundgestrickt im 2re 2li muster einen 30riehigen schlauch gestrickt. dann habe ich die letzten beiden maschen der letzten runde vor dem abstricken 1. miteinander verkreuzt (dafür müssen sie mit einer hilfsnadel abgehoben werden) und 2. die erste dieser verkreuzten maschen mit der vorigen masche zusammengestrickt und die zweite der verkreuzten maschen mit der folgenden masche zusammengestrickt. (das verkeuzen soll verhindern, daß sich das gestrick an dieser stelle zu sehr dehnt und ein faden reißt)
ab dieser stelle habe ich die mütze gearbeitet wie in bora's anleitung, also hin und her gestrickt mit diesem tollen formgebenden rippenmuster.
 ähnlich statt gleich ist meine devise für zwillingsmützen ;-)
für zweijährige habe ich mit rowan felted tweed (sooo schöne farben und so weich, leicht und trotzdem warm) 92 maschen mit nadeln 3 angeschlagen, nach dem schalteil ging es mit 90 maschen weiter. und ich hab nur je ein knäuel gebraucht und tatsächlich ein restchen übergehabt, sodaß ich der jüngsten eine riesenfreude machen konnte und ihrer puppe noch schnell eine minimütze (mit 44 maschen zu beginn) gestrickt habe. :-))

und was darfs als nächstes sein?
ich mach wohl meine alte rote rippenmütze auf. die ist eh etwas großgeleiert, aber das pflanzengefärbte finkhofgarn ist so wunderbar leuchtend. das wird wohl eine schlauchmütze werden... ;-) (vielleicht wie bei jademond?)

Mittwoch, 9. November 2011

ein neuanfang

seit vielen jahren habe ich nicht mehr 'richtig' musiziert.
nachdem ich 'aus dem haus' war, viel es mir schwer, den langjährigen cellountericht beizubehalten, und auch die orchsterproben waren nicht recht kompatibel mit dem losen studentinnenleben, das ich pflegte. irgendwann dann war ich auch definitv aus dem jugendorchster rausgewachsen, und etwas neues zu suchen ging irgendwie nicht.
dann kam lange nichts.
dann kam das erste kind, und kaum war sie da, fing ich an zu trällern und zu singen. fürs kind, für meine nerven (falls sie mal schrie), für mich, einfach so. später mit ihr.
und ich merkte, daß mir das musizieren schon fehlte. doch die zeit... und die motivation... dann war das cello nicht spielbar, weil bogen kaputt (ist er immer noch)...
über allem aber immer dieses "eigentlich will ich mal wieder musizieren".

und heute abend fang ich wieder an.
zu singen wenigstens.
ein kleiner schulchor für begrenzte zeit, der für das adventsfest der schule probt.
da ist die einstiegshürde nicht so groß, und ich hoffe sehr, daß sich daraus mehr ergibt!

ich freu mich so!

Montag, 7. November 2011

verlängerung

wir machen dieses jahr längere herbstferien. zumindest die kinder.

die erstklässlerin brachte von ihrer banknachbarin keuchhusten mit nach hause, der zu ferienbeginn deutlich wurde. (nach ärztlicher abklärung wurde uns der urlaub an der nordsee erlaubt, sogar empfohlen. seeluft hilft. obwohl wir keinen unterschied bemerkten.)
die große zog eine woche später nach, die jüngste begann erst vor ein paar tagen überhaupt zu husten.
so langsam komm ich mit dem wochenzählen kaum nach und hoffe einfach, daß wir zum ersten advent hustenanfallsfrei sind.

seit die erste tochter im kindergarten war, kreuzte der keuchhusten jeden herbst/winter unseren weg, kam aber nie zu uns. da war ich auch froh drum, vor allem wegen der langen krankheitsdauer. nun ist er aber hier und darf dann auch bleiben. antibiotisch abblocken wollen wir ihn nicht, weil unserer meinung nach kinderkrankheiten ihren sinn haben und den organismus stärken. deshalb sind unsere kinder auch nicht gegen kinderkrankheiten geimpft. wir sind aufmerksam bei der sache, und die verordneten tropfen scheinen recht gut zu tun. der k. zeigt sich bisher recht milde, ohne nächtliches übergeben oä, die mädels machen die hustenattacken souverän durch und schlafen dann weiter. sie sind nur etwas schlapp und leiden vor allem unter der sozialen isolation, denn kaum in kind in unserem umfeld hatte bisher keuchhusten. und niemand will ihn freiwillig haben...

aber so eine notgemeinschaft schweißt auch zusammen, die streitereien haben tatsächlich abgenommen! wir sind oft im garten, die große telefoniert stundenlang mit ihren freundinnen (ein hoch auf die flatrates!), und seit heute werden natürlich hausaufgaben gemacht. privatlehrerin zu spielen ist aber nicht so toll, besonders bei störrischen kindern, die ausschließlich ihre lehrerinnen zur schulischen wissensvermittlung akzeptieren. heute mittag: bruchrechengeschrei. na denn...

und ist es nicht toll, am ersten schultag bis 8 schlafen zu können? ;-)

bleibt ihr schön gesund da draussen!

Samstag, 5. November 2011

fürs leben

die trauer um mein kind ist mir seit bald 8 jahren eine vertraute weggefährtin.
sie zerrt nicht, sie ist einfach da, meist still und mild, selten stürmisch.

und dann schreib ich so einen eintrag wie den letzten, weil ich so gerührt war und ermutigen wollte, und auf einmal gehe ich durch die erinnerungen und die tränen fliessen, daß meine nebenhöhlen heute mittag noch wund sind...
(gar nicht schlimm, ganz friedlich. es ist wie es ist.)

das bleibt mir wohl fürs leben.
(und das ist auch gut so.)

<3

grabbeigaben

frau tadellos gibt ihrem vater ein erinnerungsstück mit auf den letzten weg.

das mag für die einen sentimental, für andere auch befremdlich wirken.

wir haben genau das beim abschied von unserer zweiten tochter in den tagen der aufbahrung auch getan.
sie hatte ihre schönsten sachen an, sie bekam bilder, steine, spielsachen, ihren glücksbringer, schneckenhäuser, ein kuscheltier, blumen, briefe, karten, sogar (von der hebammenschülerin) ein stränchen echtes bärenfell in ihr weidenkörbchen gelegt.
ich hatte alle dazu eingeladen, dies zu tun, wenn sie es möchten.

es hat ungeheuer gut getan und uns allen den abschied erleichtert.
und ich bin so froh, daß wir instinktiv, ohne darüber nachzudenken, diesen doch unkonventionellen weg des abschieds gegangen sind. wir haben es einfach getan.

ich denke, seit jeher sind sämtliche bestattungsrituale vor allem dazu da, den weiterlebenden den abschied leichter zu machen. grabbeigaben wie nahrung, waffen, schmuck und andere reichtümer gaben in alten zeiten den menschen die gewissheit, noch ein letztes mal gut für ihre angehörigen gesorgt zu haben. die heutige variante 'blume ins grab - schaufel erde dazu' ist in meinen augen ein müdes relikt in einer gesellschaft, die sich völlig von dem urtümlichen und doch so zentralen vorgang des sterbens entfernt hat. doch hilft es den weiterlebenden nur vordergründig, nicht hinzugucken (hingucken zu dürfen), schnell weg, zackzack, drüberweg. der schmerz wird nur verdrängt und kommt dann zu andere zeit auf manchmal seltsame weise wieder zum vorschein. und sei es als seelische verhärtung.

deshalb möchte ich euch allen für den fall des falles mut machen, euch zu trauen, in ruhe abschied zu nehmen und euren lieben mitzugeben, was eurem bedürfnis entspricht.
während so einer aufbahrungszeit (die wir in der hiesigen christengemeinschaft erleben durften, die heute jedoch auch von vielen bestattungsunternehmen angeboten wird) kann mensch allein und gemeinsam singen, schweigen, erzählen, die gedanken schweifen lassen, den tod wahr-nehmen. und grabbeigaben verbinden euch noch einmal sehr schön auf ganz persönliche weise mit den verstorbenen, geben auch (zb in einem brief) die möglichkeit, im stillen nachzuholen, was  nicht mehr gesagt werden konnte. und auch für kinder kann so ein erlebnis sehrsehr wichtig und hilfreich sein, um den tod zu realisieren.

(schlimm fand ich den rat der freundin eines freundes an ihn, nicht hinzugehen mit den worten "tu dir das nicht an." wie schade für ihn, daß er NICHT da war.)

Dienstag, 1. November 2011

sonntagsfreuden: blättertanz

am mittag im garten, oben am berg über der stadt.
wir sitzen in milder sonne auf der terrasse und geniessen espresso und warmen schokoladenkuchen à la bora,
da geht ein wind durch das rotgold der bäume, und eine große blätterwolke geht über der wiese nieder,
flinkernd und sacht tanzend.

wunderzauberfein.

kein foto, dafür viel ohhh! und ahhh!
den ganzen restlichen nachmittag trug ich die knipse startbereit in der hosentasche,
aber keinmal wieder gab es solch einen blättertanz, nur in diesem einen moment.

7sachen am meer

eine woche waren wir in in den niederlanden am meer.
unser häuschen (ein 'bungalow' auf einem campingplatz) war zwar klein,
aber dank des meist trockenen wetters völlig ausreichend.
die kinder waren eh meist draußen, zum radeln und spielen und muschelnsuchen...
 
weite und licht
balsam für die seele

immer wieder (ich auch)

die jüngste nutzte unsere radtouren gern zum mitagsschlaf, obwohl das wahrlich nicht bequem war
(und ich guck nur so grimmig, weil ich mich so konzentrieren mußte, um beim radeln zu knipsen)
foucaultsches pendel in der kirche in veere
unglaublich faszinierend und auch meditativ, dort zu stehen und in der kirchenstille
eine viertelstunde dem schwingen des großen pendels (24 meter ist das seil lang, 35 kg das pendel schwer!) zuzuschauen, die drehung der erde zu sehen.
auch das war möglich: barfuß am strand und sogar mit den füßen im eisargkalten wasser

herr siebensachen wollte mich (mich!) in ein modegeschäft locken, doch mich zog es in den fahrradladen:
neue ausstattung für lastentransporte (vorn gepäck, hinten kind)

teures mitbringsel: ein neuer anlasser :-(((


ach es hat so gut getan!
nur eines habe ich vermißt: das rotgoldbraun der buchen.
die gibt es dort am meer nicht, ebensowenig ahorn. der herbst ist dort erst gelblich und dann schon kahl.
dafür schwelge ich nun in den wunderschön warmen farben der hiesigen buchenwälder.


habt einen schönen novemberbeginn!

Samstag, 29. Oktober 2011

dokumentation über autistische menschen

für die, die es interessiert:
morgen abend, 30.10. um 21.55 uhr, läuft auf 3sat eine dokumentation über autistische menschen.

dazu sei aber gesagt, daß nicht alle autistische menschen 'so' sind. es gibt sowohl schwer eingeschränkte und nicht sprechende menschen wie zb den im film gezeigten lars als auch menschen, die sehr intelligent und kommunikationsbegabt sind.
heute wird es auch nicht mehr autismus, sondern 'autismus spektrum störung' (kurz: ass) genannt.

Samstag, 22. Oktober 2011

auszeit

gerade recht, bevor der stress überhand nimmt, beginnen die herbstferien.
ich hab zwar nur eine woche urlaub, aber die verbringen wir an der nordsee.

ich bin dann mal frische luft schnappen...
bis demnächst, bleibt gesund!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

langzeitgedächtnis

heute nachmittag fuhr ich unter dunkel bewölktem himmel so vor mich hin, da blitzte es, und während ich noch überlegte, ob das wohl eine radarkontrolle gewesen sei, donnerte es auch schon. ich läuerte schräg nach oben aus dem autofenster, sah dicke tropfen platschen und sagte erstaunt-erfreut (ja ich rede manchmal mit mir selbst, wenn ich allein bin, besonders im auto): "herbstgewitter!" und eine sekunde später fing ich ohne nachzudenken an zu singen: "herbstgewitter über dächern" (im link nur eine coverversion, original reinhard mey gabs nicht)

vor 30 jahren, da haben die herzensfreundin und ich das rauf und runter gesungen (und andere reinhard-mey-lieder auch). seitdem hab ich es nicht mehr gesungen oder gehört. und heute, bei dem einen stichwort, ist alles wieder da.

ist doch immer wieder beeindruckend, dieses hirn!

Sonntag, 16. Oktober 2011

sonntagsfreuden

wenn die kinder meine aktivitätenvorschläge ablehnen mit den worten:
"och nöö, wir wollen wieder auf die wiese!"
(da waren wir gestern erst ...)
 
aberbittegerndoch! 

schwingen

spielen

seelebaumeln