nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Freitag, 22. Juli 2011

geschafft


ferienbeginn.

letzter schultag mit schönem 4.klass-zeugnis, letzter kindergartentag, letzter arbeitstag, königskinderabschied. 
(in dieser reihenfolge) danach haben wir uns allesamt einen eisbecher gegönnt, sehr besonders. am abend noch das große kind zur reitübernachtung verfrachtet und die andern ins bett.

auch geschafft: ich.

völlig erschöpft und kraftlos häng ich in den seilen, kratze die letzten reste an selbstbeherrschung zusammen, um die kinder nicht anzuschreien, sitze schließlich unter tränen mit einem gleichfalls heulenden kind auf dem schoß auf dem badezimmerteppich.

ich kann und will so nicht mehr arbeiten.
es ist einfach zuviel, fordert so viel kraft, daß ich beim nachhausekommen schon am ende bin - und da geht der tag ja ohne pause weiter. wenn die kollegen "schönen feierabend" wünschen, kann ih oft nur seufzen. und werde wütend, wenn ich höre: "hast du dir doch selber ausgesucht." 
kinder nehmen keine rücksicht - meine zumindest nicht. es ist doch schön, daß sie sich freuen, wenn ich nachhause komme - aber oft ist es mir einfach zu viel, bejubelt und angesprungen zu werden.
eine pause zwischen arbeit und zuhause einzurichten geht nicht, wir arbeiten oft schon 'auf lücke' (d.h. herr siebensachen geht eine stunde, bevor ich komme).
auf der arbeit hab ich heute zum wiederholten mal gefragt, mit konkreten vorschlägen, ob meine situation zu ändern sei.
keine chance.
und es ist nichtmal die arbeit an sich, die betreuung schwer eingeschränkter menschen, die schon anstrengend genug ist. es ist das unmögliche, unkollegiale nebeneinanderher in der kleingruppe, der ich zugeordnet bin. nicht eingehaltene absprachen, mangelnde kommunikation, fragwürdiger umgangston... - es ist nicht zum aushalten. ich bin dort nicht erwünscht, nicht akzeptiert. und alle anderen wissen darum, scheren sich aber nicht. nicht so, daß sich etwas ändern würde.

jaja, ich weiß, alles etwas kryptisch, das kann keine von euch wirklich verstehen. ist auch vor allem dazu da, daß ich es nicht vergesse und mich nach dem urlaub wieder daran erinnere, wie schlecht es mir damit geht.
damit ich dann wirklich was ändere.
ich will es zwar nicht mit in den urlaub nehmen, doch vielleicht sollte ich alles mal aufschreiben und vielleicht sogar meiner gruppenleitung schicken...

das frischgebackene nichtmehrkindergartenkind riet mir eben vorm einschlafen: "mama, aber nachts, da hast du uns ja nicht, da kannst du dann ja ganz viel schlafen." <3
das sollt ich wohl mal öfter machen!
doch wann erledigt sich dann all das, was dann abends liegenbleibt?????

in diesem sinne:
schlaft gut!

Kommentare:

  1. Ach du Liebe!
    Darf ich dich einfach mal ganz fest in den Arm nehmen, wortlos?
    Ich wünsche dir Ferien, wirklich Ferien, so geschmeidige, entspannte, losgelassene, kleinigkeitenliebende, tropfenglänzende, liebevolle (ja, vor allem erst einmal mit dir!)
    Herzlich, sehr
    Gabriela

    AntwortenLöschen
  2. Eine Mutter hat ihre Kinder IMMER ..auch nachts ...und im Herzen sowieso ..sag das deinem Kind ....damit er weiss das die Mama ihn liebt. Besser wäre es vieleicht zum Urlaubsbeginn den Kindern zu sagen ...."So ...nun hab ich die Arbeit nicht" ....vieleicht ist das besser? Aber ich wollte dir nicht zu nahe treten ...nur ....es hat mich grade so berührt was dein Kind gesagt hat!

    AntwortenLöschen
  3. Ich wünsche Dir eine schöne Zeit mit Deinen Lieben. Viel Erholung und Möglichkeiten, Kraft zu tanken!

    AntwortenLöschen
  4. Och, Du Liebe!!!
    Ich sitze hier mit Tränen in den Augen, weil ich es sooo gut verstehen kann - ja, auch das Kryptische, auch ohne Details kann ich dieses Gefühl so nachvollziehen. Kenne das gut, zum Glück aus einer Zeit, in der zu Hause noch keine Kinder auf mich warteten. Da war ich mir selbst trostbedürftiges Kind genug ...

    Ich glaube, die einzige Schraube, an der Du drehen kannst (und solltest, falls es auch nur ein Fünkchen Hoffnung auf Verbesserung/Versetzung gibt), ist die Arbeitssituation. DAS kann auf Dauer kein Mensch aushalten.

    Wie sehr anders es sein kann, spüre ich im Moment: Komme ja auch immer sehr erschöpft von meiner Arbeit, die so fordernd ist wie die Deine, aber wegen des guten Klimas an der Schule ist es eben soo bereichernd und beglückend, dass ich oft nach meinem Schultag innerlich am Singen bin. Zwar falle ich trotzdem völlig matsche auf den Teppich, aber die Kinder schmeißen sich dann daneben, und so kuscheln und kichern wir eben - unkonventionell vielleicht - mitten am Tag mitten auf dem Teppich in der Waagerechten :) Oder ich schlafe mit ihnen beim Mittagsschlaf ein, da mag es ringsum aussehen wie ...

    Ja: Am Liegenlassen übe ich mich gerade auch, denke viel drüber nach, was ich mir mit meinen ewigen Listen des Unerledigten eigentlich antue. Da ist ein innerer Schritt dringend notwendig, hin zur Gelassenheit: so lange hier keiner verhungert, ungetröstet weint und es nicht reinregnet, laufen Familie und Haushalt doch wunderbar! Naja, ich übe ja auch noch ...

    Ich sende Dir einen Herzensgruß und - falls wir uns nicht mehr lesen - eine gute Reise auf die Insel, die wärmende, winddurchwehte, kraftspendende.

    Alles Liebe
    Uta

    (Abfragewort: unruer ...)

    AntwortenLöschen
  5. ihr lieben, ich danke euch für eure stärkenden worte und deine umarmung, gabriela!

    @ paderkröte,
    ich mache meinen kindern keinen vorwurf. das mädchen sagte das ganz ruhig und entspannt, es war ihr gerade als lösung in den sinn gekommen, weil ich gesagt hatte, ich wäre so müde und erschöpft und es tät mir so leid, wenn ich dann nicht gut genug zu ihnen wäre.

    AntwortenLöschen
  6. Auch ohne Arbeit nebenbei versteh ich dich so gut.

    Hurra, letzter Arbeitstag, möge wirkliche Ferienstimmung bei euch aufkommen können und ein besonderer Tag, einem Faulenzertag folgen, immer im Wechsel! :)

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Frau Siebensachen,
    an so einer unschönen Arbeitssituation muss sich einfach was ändern. Das kann ja kein Mensch aushalten; auch nicht ohne Kinder.
    Ich wünsche Dir viel Kraft bei dem Versuch etwas zu ändern und, dass Deine Bemühungen erfolgreich sein werden.
    Aber erstmal wünsche ich Dir Erholung und Entspannung in eurem Urlaub.
    LG
    Tanja

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Frau Siebensachen,
    auch wenn ich weiß, dass Sie gerade in der Sonne auf der Schwiegerelterninsel sind, muss ich doch kurz einen Kommentar da lassen ;-)
    Ich kann Sie sooo gut verstehen, bei mir ist vieles gleich - wenn sicherlich auch ganz anders. Arbeit und Kinder sind einfach anstrengend, ganz ohne Wertung. Den "schönen Feierabend" habe ich meinen, zumindest den kinderlosen, Kollegen abgewöhnt. Ich wünsche so sehr, dass die Ferien so erholsam waren, wie Sie es sich verdient haben und dass sich an der blöden Situation bei der Arbeit vielleicht doch etwas ändern lässt.
    Liebe Grüße,
    Tanja

    AntwortenLöschen