nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Montag, 26. August 2013

sonntagsfreuden: im keller - die zweite

nun versuch ich es doch noch, solange ich noch eine frische erinnerung an manche formulierung habe...
auf ein neues.

unser langes wochenende begann. die wetteraussichten waren bescheiden, doch ein blick aus dem fenster verhieß nicht soo schlechtes. immerhin noch kein konkreter regen. die familie verweigerte jedoch meinen vorschlag einer fahrradtour. grmpf. vom frühstückstisch räumte ich nur die lebensmittel in sicherheit, alle anderen familienmitglieder hatten sich wie sebstverständlich verzogen. wieso soll denn immer ich das machen? mit einem caffè zog ich aufs sofa, ein paar runden jonglierbälle häkeln. rausgucken, gedanken fliegenlassen. dann tönte aus der küche geklapper. geht doch *grins*. ich beschloß, in der unerwartet vor mir liegenden zeit mein fahrrad zuende 'fein' zu machen (zb lang die nicht mehr benötigte kindersitzhalterung abzuschrauben). anziehen, in den keller gehen, erstmal platz zum schrauben schaffen. glühbirne festdrehen, räumen, und da, ein lang vermisster fahrradzubehörkarton! damit war der tag eigentlich schon gerettet :-)). während ich so werkelte und kein spielverderberwetter sah (keller eben), kamen nach und nach die kindelein und holten sich fahrzeuge in den kellergang. brrmm, tuut, klapperklong. die puppe im körbchen am rollerlenker, einen besen vor dem einrad herschiebend, schranken und schiffstuten betätigend, hatten sie ihren spaß in den engen gängen. als ich fertig war, das mit einem frontlastenträger aufgemotze rad angeschwärmt und mich wieder ans tageslicht begeben hatte, waren zwei stunden vergangen, ein frischer kuchen stand auf dem tisch und es regnete immernoch nur ein paar tropfen. geht doch *grins*. doch immernoch wollte keineR mit mir raus. fast fing ich wieder an zu schmollen, da beschloß ich, dann eben allein zu fahren. das rad probezufahren und eine bestimmte strecke probezufahren. und das war richtig gut! wegen des wetters waren nicht so viele leute unterwegs, so brauchte ich auf der alten bahntrasse nicht slalom zu fahren. noch auf irgend eins meiner kinder rücksicht zu nehmen. in die pedale getreten! mein eigenes tempo fahren! am ende der trasse machte ich eine kleine pause (und fahrradfotos, siehe unten). als ich mich dann richtung osten wandte, sah ich sie, die dunkelgrauen wolken. und schon fing es an zu regnen. schnell in den nächsten tunnel gesaust und an dessen ende mit einigen anderen leuten in die himmlischen sturzbäche geschaut. ich packte meine tasche in eine tüte (knipse! telefonino!) und mich die regenjacke, und als der regen nachließ, fuhr ich weiter. das hielt nicht lang, das nachlassen, und ich wurde sehr, sehr nass. aber das war ich dann ja schon, also fuhr ich einfach weiter bis nach hause. verschwitzt und mit klitschnasser hose und schuhen kam ich an, müde und zufrieden.

wie gut es doch tut, unerfüllbare vorstellungen loszulassen und offen zu werden für unerwartetes.
sonntagsfreude.

und jetzt fotos.
die ersten vor allem für frau ringelmiez. sie zeigen meinen aus dem hollandurlaub mitgebrachten klappkindersitz. er besteht aus einer lehne und fußrasten, beide bei bedarf ausklappbar und ansonsten nicht wirklich im weg. das grüne ist ein stück einer alten isomatte als sitzpolster.
die ganze konstruktion
befestigungsdetail
 lehne eingeklappt, fußrasten noch ausgeklappt 
das letzte bild zeigt den neuen frontlastenträger, heute nur mit körbchen minimal bestückt (er darf bis 25 kg tragen!)
 

Kommentare:

  1. Wie gut, dass es wegen des bescheidenen Wetters nicht so überfüllt war auf den Radwegen!
    Das Rad gefällt mir. Die Niederländer haben schon was weg, was sinnvolles Zubehör angeht. Nicht glamourös, aber super-funktional. Allerdings ist ein vollbepackter 25-kg-Gepäckträger vorn schon ätzend auf langen Strecken. Das geht sehr auf die Schultern. Trotzdem: Gutes Teil! Gratuliere!

    AntwortenLöschen
  2. nee, ich werd ihn nicht so voll packen. aber es ist sehr praktisch, so ein stabiles teil zu haben, wenn ich mit der jüngsten hintendrauf zum einkauf oder in den garten radele, da muß ich ihr nicht mehr den vollen rucksack vors gesicht drücken.
    netten blog-namen hast du übrigens *kicher*

    AntwortenLöschen