nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Dienstag, 26. August 2014

vom knie

eines morgens im urlaub, nach etwas über einer woche, wachte ich morgens mit einem dicken knie auf. ich kann mich an keinen knacks oder so erinnern, vermute aber im nachhinein, daß es am vortag beim "sport" passiert sein muß.
das knie war also dick und ich konnte es nicht belasten, es fühlte sich instabil an, als würd es nach hinten durchknicken können, und weh tat es auch etwas. den rest der ferien habe ich es viel gekühlt und geschont, es wurde etwas besser, und ich bekam noch traumeelsalbe als tip (die ich sogar dabei hatte), was dann erst richtig gegen die schwellung geholfen hat. aber instabil und verklemmt fühlte sich das knie weiterhin an.

zum arzt wollte ich dort nicht gehen, sardischer landarzt, den ich nicht verstehe, neenee. klar hätte ich in die krankenhausambulanz 60km entfernt fahren können, dort hätte ich aber auch zuwenig verstanden und ewig warten müssen. dafür tat es einfach nicht genug weh. zuhause saß ich dann direkt beim orthopäden, auch, weil ich so garnicht arbeiten gehen konnte. der doc meinte nach begutachtung der frisch gemachten röntgenbilder, da wär nix kaputt, da wäre beginnender verschleiss (das weiß ich seit 30 jahren, meine mutter hat starke arthrose), und mit schonung und sanfter bewegung würde das wieder werden. erstmal war ich ja froh, daß nix kaputt wäre.

eine woche krankschreibung und weitere schonung halfen aber nix, es blieb ein seltsames gefühl, wie verklemmt. an manchen tagen war es richtig gut, fühlte sich wie heil an, aber nach ein bißchen belastung oder einer falschen bewegung wars wieder verklemmt und weh. nachdem ich dann vier wochen "knie" hatte, bin ich wieder zum arzt, damit er sich das nochmal anschaut, ob denn nicht doch was mehr wäre. dort bin ich dann direkt vorne am tresen, nach einem blick in den computer, abgewimmelt worden, ich hätte doch eine diagnose, da wäre nichts weiter zu machen. auf mein insistieren hin, daß das knie so aber nicht ok und schon garnicht belastbar sei und ich deshalb wolle, daß der doc sich das mal anschaut, hieß es ich könne einen termin für ende september bekommen.sie hielt dann noch rücksprache mit dem doc, doch auch der war derselben meinung, es gäb eine diagnose und mehr sei nicht zu machen.

ich war echt fassungslos, was diese weißkittel sich so erlauben. am nächsten tag bin ich dann zu einem anderen orthopäden, nachdem ich mir die röntgenbilder beim ersten doc abgeholt hatte. und dieser andere doc war dann auch erstmal der meinung, was ich denn wolle, das wäre doch ganz klar zu sehen, daß da verschleiss wäre (um genau zu sein: abgewetzte knorpel und dadurch knirschende knie). ich hab ihm nochmal erklärt, daß ich den verschleiss seit jahren kenne und daß sich das jetzt ganz anders anfühle, wie verklemmt. er war aber der meinung, doch doch, das läge am verschleiss. (ja, er wollte bestimmt seinen kollegen in schutz nehmen.) schließlich ließ er sich dazu herab, das knie auch mal anzufassen und so hin und her zu bewegen, zu verdrehen etc. , da wäre alles frei und beweglich. erst ganz am schluß meinte er auf einmal:"ach, sie können das knie ja garnicht durchstrecken!" ja genau, witzbold. "jaaa, dann müßte mal ein mrt gemacht werden, verdacht auf innenmeniskusverletzung."

so verließ ich diese praxis dann zwar nicht mit einer konkreten diagnose, aber doch immerhin mit einem verdacht und einer überweisung zum mrt. zum glück habe ich dafür ziemlich schnell einen termin bekommen (eine woche später), und nochmal eine woche später, nämlich übermorgen, erfahre ich dann endlich beim doc, was denn nun ist. ich rechne jetzt mal mit einer meniskus-op, vor der es mich zwar gruselt (narkose! schnippelei! iiiihhhh!), aber andererseits freue ich mich schon drauf, demnächst endlich wieder normal gehen zu können. und laufen zu können und überhaupt alles wieder machen zu können.

was mich wirklich empört, ist dieser überhebliche umgang der docs. ich weiß ja, daß sich manche echt einiges anhören müssen von hypochondrischen oder gelangweilten oder wasauchimmer für patienten (zu lesen zb beim kinderdoc). aber da kommt eine mit einer guten körperwahrnehmung und klaren ansagen und wird einfach nicht ernst genommen. boah. wenn ich mir nicht so sicher gewesen wäre, daß da wirklich was kaputt ist im knie, würd ich jetzt mit dieser blöden verschleiss-diagnose durch mein leben humpeln. unvorstellbar.
wenn das alles durch ist, werde ich auf jeden fall einen brief an den ersten doc schreiben mit arztberichten, mrt-aufnahmen (die hab ich hier) etc, auf daß er sich was schämt und demnächst genauer zuhört, was patientinnen berichten. (meiner meinung nach ist das verletzung der sorgfaltpflicht, was er sich geleistet hat.)

bis dahin humpele ich also weiter durch mein leben, schone mich bei der arbeit und zuhause und fahre viel mehr auto als ich eigentlich mag...

Kommentare:

  1. Oh nein! Erstmal von Herzen "Gute Besserung" und das es schnell aufwärts geht. Ich hatte vor einigen Jahren einen Sturz auf der letzten Treppenstufe und war gleich mal in Ohnmacht gefallen. Der Fuß war ganz dick und tat fürchterlich weh, mir war richtig schlecht vor Schmerz. Im KKH sagte der Sonntagsdienst dann, Bänderriss und ich soll mich nicht so umlassen! Häh? Ich konnte kaum atmen! Und sagte ihm, daß ich schon zweimal einen Bänderriss hatte und weiß,daß das anders weh tut. Und außerdem hätte ich da vorne Schmerzen und nicht da wo es dick ist. Ein Hin- und Her bis er total entnervt sagte, daß man dann halt ein Röntgenbild macht, damit ich zufrieden wäre. Der war echt der Hammer und ich völlig fertig vor Schmerz! Als das Bild fertig war sagt der doch glatt: "Eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Gute - es sind keine Phantomschmerzen, die Schlechte, das muß operiert werden!"
    Ich bin echt friedlich und freundlich, aber da hätte ich... Und nur weil er zum Schluß noch sagte: "Mittel...bruch sind echt fiese schmerzen!" Bin ich ihm nicht ins Gesicht gehüpft! Naja, hätte wahrscheinlich auch nicht geklappt. Ich bekam dann zwei Schrauben und war 8 Wochen später wieder Kinderturnstunden geben. Gut, gell? Danach musste ich 5 Stunden den Fuß hochlegen - denn so gut war das dann doch noch nicht. Da sagt der Arzt doch glatt: "Hätte ich nicht gedacht, daß sie das durchhalten!" Danach bin ich nicht mehr zu ihm...
    Ich kann also gut mitfühlen!
    Alles Liebe zu Dir
    Manu

    AntwortenLöschen
  2. jo, das klingt ja auch phantstisch patienten-nah.
    ich verstehe nicht, wieso die sowas tun, denn es ist doch ihr beruf, zu HELFEN und nicht abzuwimmeln *stirnrunzel*. ob sie überhaupt registrieren, daß wir nicht wiederkommen?

    AntwortenLöschen