nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Freitag, 29. August 2014

übern zaun schau'n: ende august

im juli waren wir lange weg und konnten uns nicht um den garten kümmern. als wir dann zurück waren, fanden wir - wie üblich - eine art dschungel vor. alles war gewuchert, besonders die pflanzen, die wir garnicht gesät hatten ;-). unser acker hingegen war ziemlich geplündert: alle kohlpflänzchen, fast alle bohnen, egal ob busch oder stange, sämtliche kohlrabis - nix, nada, niente. der mangold war ein bißchen gewachsen, die roten beeten mickerten vor sich hin, vier stangenselleries waren tapfer. nur die zucchinipflanzen waren prächtig wie vordem, und hielten auch eine sehr große und ein paar kleine früchte für uns bereit.
mit meinem lädierten knie schaffte ich es noch seltener in den garten als sonst, vor allem wegen des weges dorthin. der regen tat sein übriges und ließ nur wenige zeitfenster, wenigstens mal die wiesen zu mähen oder das gröbste zu jäten. jungpflanzen vom markt zu setzen und eingewachsenes zu düngen (mit brennesseljauche). jede woche pflanzte ich neuen grünkohl, mulchte mit beinwell (der ist schön rauh und pieksig), kaufte sogar schneckenkorn (ferramol), doch es blieben fast nur stängel übrig. herr siebensachen sagte eines tages:" du hast eben ein zu großes herz für diese welt." (war das nun ein kompliment oder mitleidiges belächeln?)
immerhin trug der pflaumenbaum reich und brach sogar an einem ast unter seiner last. um 40 kg pflückte ich mit den kindern zusammen. 
diese fülle (wenn auch nur von einem obst) begeistert mich sehr. wie prächtig die berge von blauen, bereiften zwetschgen doch sind! und ich habe kaum etwas dafür getan, bloß vor drei jahren mal den baum geschnitten - und nun diese üppigkeit. was für ein geschenk.
die kehrseite der pracht ist die masse. wohin damit? ich esse pflaumen im morgentlichen obstsalat, habe kuchen gebacken zuhause, für die schule und bei der arbeit (mit den betreuten menschen), verschenkte auch reichlich, habe probeweise ein paar fläschchen zuckerfreien saft gemacht, kiloweise eingefroren, und immernoch steht da ein topf auf dem herd und eine schüssel auf dem tisch.
clafoutis, noch warm
zudem finde ich die beim einmachen notwendigen zuckermengen ein bißchen bedenklich : eigentlich will ich so wenig zucker wie möglich zu mir nehmen - doch ungesüßt isst so ein pflaumenkompott keineR. akazienhonig oder agavendicksaft sind zum backen geeignet, hingegen etwas sehr teuer zum einmachen. und stevia macht zwar seltsam süß, konserviert aber nicht. was tun? habt ihr eine idee?

Kommentare:

  1. In Hessen machen sie ein super leckeren, süßen Brotaufstrich. Latwersch oder Hoink genannt (keine Ahnung, ob ich das jetzt richtig geschrieben habe... ). Dafür braucht man kaum Zucker, da die Pflaumen ganz lange gekocht werden und somit viel Fruchtsüße haben. Ich kenne das Rezept leider nicht genau, aber vielleicht hilft google?

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  2. das heißt hier pflaumenmus. mag aber im hause siebensachen fast niemand.
    dazu werden zwetschgen tatsächlich ohne zucker über drei stunden bei kleinster hitze in einer auflaufform oä im ofen geschmort.

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