nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Sonntag, 12. April 2015

normandie-impressionen

wir sind wieder zurück aus einer wunderbaren urlaubswoche in der normandie.
über airbnb hatten wir anfang des jahres - noch vor der entdeckung des neuen zuhauses - ein tolles ferienhaus zu einem super preis gefunden und sind nun quasi zum luftholen vorm umzug eine woche dort gewesen. wir haben die tolle beste freundin der ältesten tochter mitgenommen, was sehr zur erholung beigetragen hat - mit vier kindern geht es echt harmonischer zu als mit dreien. manchmal waren die großen lange für sich, manchmal haben alle vier zusammengespielt. ich hab am liebsten drausen vorm haus mit den katzen in der sonne gesessen oder abends am holzofen. zwischendurch haben wir kleine ausflüge gemacht, meist verbunden mit einem marktbesuch, die entfernteren ziele haben wir uns für einen nächsten, längeren aufenthalt dort aufgespart (mont saint michel, halbinsel cotentin etc). der französische landlebensstil und die landschaft gefallen mir so gut. und erholsam war es allemal - sehr sogar! stille und natur ums haus, viel geruhsamkeit, kein stress, leckeres essen. lediglich die lange anreise ist ein kleiner wermutstropfen, die 700km ziehen sich mächtig. auf der rückreise sind wir lange an der küste entlanggefahren und haben ebenso einen blick auf die mondänen badeorte wie deauville geworfen wie auf fischerstädtchen wie fécamp. und immer wieder das meer und die steilküste *hach*!

die folgenden impressionen hab ich leider nur mit dem telefonino gemacht.
"omaha beach"
gasse in der altstadt von bayeux
pointe du hoc
chillen in der sonne
das haus
beeindruckende brücke: pont du normandie
am beeindruckensten waren zwei orte. das eine waren die kreidefelsen der côte d'albâtre, bei deren anblick mich eine große ergriffenheit und ehrfurcht vor den naturwundern überkam. wir gehen so ein hübschen kleines tal entlang mit der absicht, uns die kreidefelsen anzuschauen, kommen um die letze ecke und ...wah, da sind sie. unglaublich, unbeschreiblich. ich hab mich erstmal hingesetzt und nur gestaunt.
kreidefelsen von kap d'antifer
derandere ort war die pointe du hoc. ich hatte diese felsspitze auf der (nicht allzu genauen) landkarte gesehen und in einen kleinen ausflug integriert, an einen marktbesuch angehängt sozusagen. klippen am meer sind ja immer gut. und dann kommen wir dahin und sind völlig unerwartet mitten in einer gedenkstätte zur landung der alliierten am 6.juli 1944. bunkerreste überall. äääh... *kopfkratz*. nachdem ich eine weile versucht habe, über die bunker hinweg nur die landschaft zu sehen, erfasste mich dann doch die geschichte des ortes und beeindruckte mich gerade durch die direkte anschauung sehr ( es gibt bildtafeln, berichte von zeitzeugen, in die bunker gehen können, z.t. hörten wir etwas von führungen mit). was dort (und natürlich auch anderswo) geschehen ist, ist von heute und hier aus unvorstellbar. "und wenn die bösen gewonnen hätten?" fragte die jüngste tochter. ja, was wäre dann aus europa geworden? ich bin ja keine heldenverehrerin, aber ohne die aliierten wäre es hier noch viel, viel schrecklicher geworden. an den folgenden tagen fand ich es oft befremdlich, daß wir da urlaub genießen, wo damals so unfassbar viele menschen ihr leben liessen... (da gibt es natürlich viele orte, an denen das so ist.)

was mich sehr überraschte, war mein schulfranzösisch. ich bin jetzt seit mindestens 16 jahren nicht mehr in frankreich gewesen und hab nur ab+zu französische musik gehört, und doch - *plopp* - kommen all die wörter aus meinem hinterkopf und formen sich ganz von allein zu sätzen, mit denen ich mich sogar mit dem vermieter unterhalten und mit seinem sohn plaudern konnte. einmal so richtig gelernt, nie mehr vergessen. beindruckend, so ein hirn.

wir sind fest entschlossen, wieder einmal dorthin zu fahren!

Kommentare:

  1. Wunderschön, das ist toll, dass Ihr so feine Tage erleben konntet.
    Ich hab erst heute gelesen, dass Du die Böden selber abschleifst. Nun schon fertig, oder? Wenn nicht, lass von Dir hören, der Herr Bodenleger hier tut ja schon jahrelang nix anderes ... der weiss immer Rat!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  2. oh wei, der arme! Ich hab ja viel geschliffen mit der höllenmaschine und fand das schon klasse, was die so wegschafft. öfter wärs mir aber zu laut, trotz gutem gehörschutz.
    liebe grüße! (und guck, jetzt haben wir auch ein miethaus! ich hatte euch beneidet, als ihr umgezogen seid.)

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