nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Mittwoch, 6. April 2016

wunder

und wieder geschieht es, dieses unergründliche, stets herzzerreißend wunderbare wiedererwachen der natur nach der langen dunklen, kalten und kahlen ruhezeit.

es sind nicht mehr nur die blüten hier und da, in den vorgärten, auf wiesen und an waldrändern, nein, nun erfasst es auch die bäume!
jeden morgen sieht der wald auf dem weg zur arbeit anders aus, und am nachmittag wenn ich heimfahre, dann auch wieder. langsam, ganz langsam wird der grüne schimmer immer kräftiger, erfasst auch andere bäume, und sogar die knospen der buchen hoch obendrüber werden immer kräftiger und praller, bekommen diesen typischen rotglänzenden schimmer, der dem laubaustrieb vorangeht.

diese jahreszeit hat für mich den größten zauber von allen, und ich genieße sie mit allen sinnen jede minute (sogar wenn ich drinnen bei der arbeit bin, einem menschen zugewandt beim ermöglichen von lebens- und arbeitsschritten und mein blick nur hinausschweifen kann zu den aufgehenden knospen und mein ohr das gelärm, gejubel der vögel hört).

*hach*

Kommentare:

  1. Wie unendlich gut ich verstehe, was du in Worte fasst und was man doch immer nicht kann, weil es so unbeschreiblich ist, dieses Wunder… <3

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  2. Ich habe meine Tante besucht, sie ist nun fast 90 Jahre. Sie wollte ein bisschen raus in den Garten, allein traut sie sich nicht mehr gehen. (Sie lebt noch im eigenen Haus, sieht sehr schlecht, kann fast nicht mehr sicher laufen!)
    Da stand sie dann im Garten. Dort sieht es schon lang nicht mehr so aus wie damals als sie ihn Jahr für Jahr liebevoll gepflegt hat.
    Und dann: "Wie das gut riecht, wie die Farben wieder schön werden! Ich bin so dankbar, dass ich noch einen Frühling erleben darf. Ich kann es gar nicht beschreiben, wie herzergreifend der Frühling ist!"
    Was sagt Robert? "Tante A., das kennst Du doch alles schon. Auch wenn Du nicht mehr gut sehen kannst, erinnere Dich doch einfach zurück!"
    "Robert, den Frühling erkenne ich schon. Aber jedes Jahr entdecke ich neue Eindrücke, die mich immer wieder ergreifen!"
    "Ach so. Ja dann ist ja gut!"

    Ich hatte Tränen in den Augen.
    Ich werde nie mehr "Frühling" erleben ohne an dieses Erlebnis denken zu können. Für immer im Herzen.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  3. Huch, noch einmal ich. Eigentlich gehört das aber noch zum vorigen Post.
    Unsere beiden Katzen waren immer sehr beleidigt, wenn wir auch nur übers Wochenende nicht da waren! So wie Du es erzählst war das nie mit den beiden. Nun, wir haben ja nur noch Chippie, ist es anders geworden. Er freut sich und geht gar nicht mehr weg von uns wenn wir wieder da sind.
    Früher sass er neben Simba irgendwo an einer Tür und hat uns angestrarrt ... angestarrt und sich dann würdevoll wegbegeben.
    Susanne hat fast geweint und bekam ein riesengrosses schlechtes Gewissen damals.
    Katzen muss man einfch lieben, gell?

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