nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Sonntag, 2. September 2012

sonntagsfreuden: september

hallo du, september.

gestern hast du dich ja hinter dicken wolken versteckt, aber heute strahlst du in voller pracht. wie machst du das bloß, daß du wirklich auf den tag genau die welt in dieses goldenen, milde licht tauchst? keinen tag eher und keinen zu spät. am nachmittag war es dann wieder kräftig-sommerstrahlend und lockte uns nacktfüßig zum eisessen aus dem haus.

die letzten zweieinhalb augustwochen sind ziemlich an mir vorbeigerast. mein vater mußte in desolatem zustand ins krankenhaus, seine wohnung wieder in ordnung gebracht werden (was ich größtenteils abgegeben habe), berge von wäsche gewaschen, immer wieder ins krankenhaus gefahren werden, für die zeit 'danach' geplant werden. das alles neben familie und erwerbsarbeit, hat mich doch sehr erschöpft. nervenaufreibend vor allem die telefonate mit meiner schwester, die - 250km entfernt wohnend - mir vorwürfe macht, weil ich ihn die letzten jahre als selbständigen, eigenverantwortlichen menschen behandelt habe und das auch weiterhin tun möchte. sie will ihn gern kontrolliert quadratischpraktischgut versorgt wissen (unser bruder auch). außerdem ist sie der meinung, ich mache das alles nicht gut genug und sei überhaupt völlig überfordert (auch mit meinem leben im allgemeinen). ich hab ihr vor allem gesagt, daß solche telefonate mir das leben schwer machen, nicht das sorgen für den vater...

gestern wurde er überaschend aus der klinik entlassen, und so haben wir ihm eine ruhige ecke improvisiert (mit der netten nebenwirkung, daß unser schlafzimmer endlich einige umzugs kartons leerer ist...) und haben ihn taggsüber hier, was erstaunlich gut klappt und ihm auch gut tut. morgen dann werden wir mit kliniken telefonieren können für eine dringend notwendige weiterbehandlung.

heute - um die kurve zum vom anfang zu kriegen - haben wir dann einen septemberausflug gemacht auf einer der tollen bergischen bahntrassen. die kinder mit rädern, der opa mit dem "opamobil" (rollator), die eltern zu fuß. wir konnten regelrecht im septemberlicht baden und haben es alle sehr genossen. *hach*

willkommen, september, du schöner!
mach gerne weiter so!

Kommentare:

  1. Wenn es in der Familie so unterschiedliche Sichtweisen gibt, ist es für einen selbst schwer verständlich. Da kann man nur bei sich selbst bleiben und tun, was man für richtig hält. Für mich fühlt es sich gut an, wie Du mit Deinem Vater umgehst.
    Und Natur tut gut, besonders in schwierigen Zeiten. Da kann sich die Seele erholen und Kraft schöpfen.
    Alles Gute für Deine Aufgaben und sorge auch für Dich!
    Viele Grüße, Roswitha

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  2. ja, immer die die nicht da vor ort sind die wissen alles oft besser. wie überall. jeder weiß immer alles besser, aber sobald es ans eingemachte geht...da verschwimmt dann gern reden und tun. schade eigentlich, weil es raubt nur kraft und gute energien...

    ich wünsch dir weiterhin viel kraft und gute gedanken !

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  3. Ich lieb das Septemberlicht auch so sehr! Viel Kraft und Ausdauer für die Herausforderungen in deinem Leben. Lass es dir nicht unnötig schwer machen... Alles Liebe, Katharina

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  4. Viel Kraft bei all dem: vor allem auch bei so schwierigen Telefonaten...
    herzlich
    Bora

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