nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Freitag, 11. Oktober 2013

durch die woche

in den vergangenen fünf tagen war an der schule der jüngsten die einführungswoche für uns neue eltern. täglich von 8.30 bis 18.00 gab es 'kurse' zu verschiedenen themen, um theoretisch und vor allem praktisch die waldorfpädagogik an dieser förderschule kennenzulernen. eine ganz tolle sache - wenn mensch mal davon absieht, daß es echt schwierig ist, sich so viel zeit freizuschaufeln, was auch nur sehr wenige menschen geschafft haben. wir waren abwechselnd und häppchenweise dort - ein tagesablauf sah dann zb so aus: 5.00 weckerpiepen für herrn siebensachen, 6.30 weckerpiepen für mich, 7.30 kinder verscheuchen, 8.30 in der schule auftauchen, 12.30 mit dem kind nach hause gehen, mittagessen aus dem ärmel schütteln, essen, dabei schul- und nachmittagsdinge klären, 14.30 den mann begrüßen, 14.45 zur arbeit losfahren, 15.15 teamsitzung, 18.15 nach hause fahren, irgendwo neue nahrungsmittel kaufen, abendessen, kinder ins bett scheuchen, küche und wäsche notdürftig versorgen, 22.30 kinder nochmal zur toilette bringen, 23.00 ins bett fallen. oder umgekehrt: von 9.00 bis 15.00 arbeit, während herr siebensachen in der schule ist, den mittagspart zuhause macht, dann zum spätdienst fährt, während ich den nachmittag in der schule verbringe. uff.

die kinder sinds schlußendlich leid gewesen, so viel 'allein' zu sein (die jüngste war dort in der schule in der kinderbetreuung), zuviel freiheit tut eben auch nicht gut, ein bißchen elterlicher halt darf schon sein :-)). und mir reichts nun auch, heute hätt ich beinahe vor erschöpfung kurz  mal geheult, noch ein tag mehr und ich wäre krank geworden.

doch es war eine unglaublich reiche, erfüllende woche. auch wenn ich schon einiges über waldorfpädagogik und anthroposophie weiß durch die kindergarten- und schulzeit der beiden größeren, durch studium und diplomarbeit, ist es doch wunderbar, eine schule so ganz persönlich nahegebracht zu bekommen und - wenigstens in ansätzen - in ihren eigenheiten kennenlernen zu dürfen. was für ein geschenk!

Kommentare:

  1. Eine erstaunliche Fülle, die auch die Schule da auf die Beine stellte. Vielleicht ist es auch so gedacht, dass jede Familie so die Möglichkeit hat über einen längeren Zeitraum etwas für sich zu finden. Das jeder alles wahrnimmt ist ja utopisch zu schaffen.
    Ein entspanntes Wochenende wünsche ich Dir.

    AntwortenLöschen
  2. diese einführungswoche wird nur für die neuen erstklasseltern gemacht. zum einen, damit alle eltern die waldorfpädagogik wenigstens ansatzweise kennenlernen (denn an eine waldorf-förderschule kommen kinder auch, ohne daß die eltern speziell 'waldorf' wollen, sondern wegen dem förderbedar des kindes). zum anderen können die eltern der neuen klasse sich so kennenlernen und ein bißchen 'finden', austauschen über ihre kinder etc.

    bis vor wenigen jahren wurde diese einführungswoche außerhalb der stadt, in einem großen haus im wald, durchgeführt, und alle (auch die geschwister) waren die ganze woche incl.übernachtung da. es muß großartig gewesen sein, ist aber nicht mehr realistisch so durchzuführen, weil viel eltern es nicht mehr schaffen, sich nochmal extra eine woche frei zu nehmen. wir ja auch nicht - unsere jahresurlaubsplanung bei der arbeit war ende januar abgeschlossen.

    AntwortenLöschen