nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Donnerstag, 6. März 2014

groß werden (teeniekram)

das ist ein blöder titel, doch ich habe ihn absichtlich gewählt, um noch blödere suchanfragen zu umgehen.

die große tochter ist grad weg, und wir genießen es, in aller ruhe und breite vorbereitungen für ihren 13. geburtstag treffen zu können. der handwerkertermin von mittwoch wurde verschoben, und in der freigewordenen zeit haben die mittlere tochter und ich die pinsel geschwungen und der großen tochter das zimmer gemalert. sie wünschte sich das schon lange, kam aber nie soweit in die puschen, daß es geklappt hätte. so kriegt sie das nun als ein geburtstagsgeschenk. (obwohl es mir überhaupt nicht richtig gefällt: die schönen sonnengelb lasierten wände will sie nicht mehr, stattdessen soll es weiß sein. die ersten weißen wände dieser wohnung.) die ungebleichten nesselvorhänge will sie auch nicht mehr, weshalb ich dann auch noch vorhänge nähen werde.

ansonsten bekommt sie nun nach langem hin+her elterlicherseits ein smartphone, allerdings vorerst ohne internet. bisher hatte sie ein handy der einfachsten kategorie (telefon und sms), aber mittlerweile ist der standart in der klasse (trotz waldorfschule) so hoch, daß es ihr wirklich arg ist, ohne dazustehen. herr siebensachen hat ein wirklich feines gebrauchtes schnäppchen gemacht, und ich werd noch ein täschchen fürs phone nähen und eins für die kopfhörer, so mir ein tag mit 36 stunden gegönnt wird *lach*. und was hübsches von den schwestern gibts und musik und torte.

letztens hab ich ihr schon was geschenkt. das thema menarche geht mir ja schon lange durch den kopf, sie ist halt in dem alter *lach*. jademond hatte dann letztens einen sehr schönen podcast dazu gemacht, der mich noch mal richtig ins thema brachte und mit futter versorgte. gerade zurecht, denn eines tages stand das kind da und meinte, es sei soweit. ich war leider nur gedanklich vorbereitet, hatte noch nichts hier, aber innerhalb zweier tage war dann ein feines kästchen fertig. das mag ich euch zeigen, als anregung für diese gelegenheit. das hat mir nämlich gefehlt, neben den schönen gedanken hätte ich gern konkrete anregungen im netz gefunden. (vielleicht hab ich sie ja auch nur übersehen...)
im esoterikladen habe ich einen roten jaspis ausgesucht, kreisrund geschliffen wie ein vollmond, mit einem lederband zum umhängen. der rote jaspis steht, wenn ich das richtig erinnere, durch seinen eisen-gehalt mit dem blut in verbindung, er harmonisiert den organismus und hilft bei menstruationsbeschwerden. grad in zusammenhang mit der runden vollmond-form fand ich das einen tollen stein.
einen menskalender hab ich ihr kopiert und auf  dunkelpinke pappe geklebt, und ein bindentäschchen für unterwegs hab ich genäht. (gern würde ich ihr auch stoffbinden machen, aber sie braucht erstmal zeit, um sich an die neuen zustände zu gewöhnen.)
dann lief mir noch ein schnuckeliges päckchen mit verschiedenen yogi-tees über den weg, und eine karte hab ich ihr geschrieben mit guten wünschen.
eingepackt habe ich das ganze in ein sternglitzerndes kartönchen mit einer dicken roten schleife. den hab ich ihr am abend, als sie schon schlief, ins zimmer gestellt, daß sie es morgens in ruhe findet.

die reaktion der tochter war typisch für sie: erstmal hat sie gar nicht reagiert, es war ja auch morgen und sie ist nach einer stippvisite in der küche erstmal zur schule verschwunden. am abend hab ich dann mal gefragt, wie sie es gefunden habe. sie meinte nur, sie hätte sich gewundert. tja. nun gut, ich will ihr ja auch nichts überstülpen, was nicht ihrs ist. mir war es ein bedürfnis, diesen besonderen tag in ihrem leben zu würdigen, sie wollte es lieber dezent und ohne brimborium. so kann ich das gut aushalten. vielleicht hat sie ja nochmal den wunsch zu reden. das wäre schön, denn nähe zu mama steht grad nicht so hoch im kurs.

Kommentare:

  1. Ach so schnell werden unsere Mädchen groß und alles verändert sich aber du hast alles so schön hergerichtet .Ich habe ja auch einen teenie ,die zur Zeit lieber zeit für sich haben möchte, und die Tür im zimmer wird zugemacht ,ich muss sagen ich übe mich im zurückhalten .Einen schönen Geburtstag wünsche ich euch

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  2. Ist das schön!
    Ich überleg mir immer mal wieder, wie ich das mit meinen Mädchen halten werde. Im Moment tendiere ich dazu, dass ich an "diesem" Tag mit ihnen ganz allein was unternehme (essen gehen, was Schönes zum Anziehen kaufen oder sowas). Ich hab es als junges Mädchen nämlich immer voll peinlich gefunden, mit meiner Mutter "darüber" zu reden. Das will ich meinen Mädels mal ersparen (und wenn sie doch reden wollen, können sie das ja beim "allein mit Mama-Tag". Mal sehen, wie es dann wirklich ist. Ich hab ja doch noch ein paar Jährchen bis dahin :)
    Das mit dem Stein merke ich mir mal. Wenn meine Große dann immer noch so steinbegeistert ist, wär das wohl genau das Richtige für sie :)
    Alles Liebe!! maria

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  3. Mir ging es da sehr ähnlich. Ich hatte ein tolles Verhältnis zu meiner Mutter, aber dass ich meine Menstruation bekommen hatte, habe ich nur nebenbei erwähnt. Das wollte ich nicht so groß mit ihr teilen. Meine Tochter ist da genauso. Sie muss die ganzen körperlichen Veränderungen erstmal mit sich selbst ausmachen - aber sie weiß, wir können über alles sprechen, wenn sie will. :-) Wir haben eigentlich sehr viel Nähe miteinander und Einzelzeit mit mir ist ihr sehr wichtig. Trotzdem war das 'Feiern' der Menarche nicht ihr Ding. Und das ist ja auch vollkommen okay.

    Ich habe mir selbst übrigens Stoffbinden genäht. Ich wollte es ja unbedingt mal ausprobieren - und ich muss sagen, sie sind toll. Seeeeeeeeehr angenehm zu tragen und weich.

    Ganz liebe Grüße,
    Sarah

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  4. Ich habe mal einen Link für dich, wo auch über das Feiern der Menarche gesprochen wird, hauptsächlich in den Kommentaren: http://anajskreativestagebuch.blogspot.de/2011/12/schwesterliches-adventstrommeln.html (Link markieren, rechte Maustaste, zu http... wechseln)
    Meine Tochter ist da auch eher zurückhaltend. Sie hatte in der Schule eine ganz tolle Vorbereitung einen ganzen Tag lang. Wir Eltern wurden vorher auf einem Elternabend darüber informiert. Ein Mädchenprojekt von mfm-projekt.de . Die Jungs bekamen dann später etwas ähnliches. Trotzdem habe ich das auch gewürdigt und sie durfte sich eine Kette mit ihrem Name aussuchen.
    Manchmal ist ihr alles peinlich und dann kommt sie wieder und fragt.
    Dein Päckchen ist sehr liebevoll und selbst wenn sie es jetzt noch nicht zeigt, wird sie sich bestimmt mit gutem Gefühl daran erinnern. Bei mir kann ich mich gar nicht erinnern, ich wurde ziemlich damit alleine gelassen. Das gab auch unschöne Überraschungen. Zu wenig Information ist nicht gut, aber zu viel ist in dem Alter auch nicht besser (von den Eltern meine ich). Ich finde wichtig, dass die Kinder wissen, dass sie darüber sprechen können und dürfen, wenn sie möchten.
    Zur alternativen Monatshygiene hätte ich auch noch was. Das ist aber sicher erst was für erfahrenere junge Frauen oder Frauen. Kennt ihr Menstruationstassen? Ich bin von denen http://www.meluna.org/ begeistert. Ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, hat aber viele Vorteile. So nun habe ich genug Werbung hier gemacht.
    Liebe Grüße
    Roswitha

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  5. hej, ist ja toll. mfm hat meine große mit der klasse auch gemacht, letztes jahr schon. das fand ich sehr großartig. von daher weiß ich sie ja auch sehr gut vorbereitet.

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  6. Ach wie schön. Du hast dir wirklich viel Mühe gegeben. Diskret und doch auf den Punkt gebracht.
    Ich bin mir sicher, dass deine Tochter sich gefreut hat, auch wenn das Thema vermutlich noch sehr unangenehm ist für sie.

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