nicht müde werden sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten. (hilde domin)

Donnerstag, 23. Januar 2014

ach...

ein kleiner junge, nichtmal zwei jahre alt, wird krank, bekommt fieber... und stirbt. einfach so.
es bleiben fassungslose eltern, 2 ältere schwestern und ein zwillingsschwesterchen.

letzte woche, hier im entfernten bekanntenkreis.

den ganzen tag hab ich heute mit den worten für eine karte an die mutter (mit der ich im kindergarten-elternrat saß) gerungen, um mein mitgefühl auszudrücken und unterstützung anzubieten. ich erinnere mich, daß die hilflosigkeit und das schweigen der anderen für mich fast am schwersten war. dabei tut es so gut zu reden, besonders mit menschen, die das auch schon erlebt haben. nun hoffe ich, daß meine karte 'gut ankommt'.

ach, kleiner rayan...

Wenn Engel einsam sind
in ihren Kreisen,
dann gehen sie von Zeit zu Zeit 
auf Reisen.
Sie suchen auf der ganzen Welt
nach ihresgleichen,
nach Engeln, die in Menschgestalt
durchs Leben streichen.
Sie nehmen diese mit
zu sich nach Haus –
für uns sieht dies Verschwinden
dann wie Sterben aus.

(Renate Eggert-Schwarten)


  
((beim raussuchen des gedichtes stellt ich fest, daß das gedicht, das ich vorletzte woche hier einstellte, nicht unbekannter herkunft ist, sondern - in leicht anderer form - aus dem jüdischen gebetsbuch stammt.))

Kommentare:

  1. Ich kann nur fassungslos lesen und daneben stehen. Mögen die Eltern viel Trost und Hilfe erfahren, womöglich von eben diesem Engel. Sicher kannst du für sie eine Hilfe sein, wenn sie mögen.
    Trostreiche Gedanken, auch für dich,
    Roswitha

    AntwortenLöschen
  2. Jede Reaktion ist besser, hilfreicher, wertvoller als zu schweigen, ich wünsche dir und der betroffenen familie, dass deine karte gut 'ankommt'! Wie unendlich traurig.

    AntwortenLöschen
  3. So traurig. Ich finde es schön, dass du die Familie mit liebevollen Worten begleitest.

    AntwortenLöschen
  4. Es braucht Mut um Trauernden ein Gespräch, ein Händedruck oder Hilfe anzubieten. Oft ist die Verunsicherung zu groß, die Angst etwas falsches zu sagen. Wie schade,wo man doch gerade in solch schwerer Zeit Trost und Zuwendung bedarf.
    Ich finde das Gedicht wunderschön!
    Es ist doch immer so unendlich traurig, wenn Kinder wieder gehen. Ich bin sehr betroffen, wünsche Dir viel Kraft. Liebe Grüße, Jasmin

    AntwortenLöschen
  5. Oh... Ja, lieber Karte schreiben und reden - oder vorsichtig fragen und zuhören - als schweigen...

    AntwortenLöschen
  6. Oh du, ich lese das erst jetzt. Boah. Mein ganzes Mitgefühl ist bei dieser Familie. Gut, dass du die Berührung nicht scheust. Es gibt in dieser Situation keine falschen Worte, hat letzthin eine betroffene Mutter gesagt, wenn sie von Herzen kommen. Alles Liebe
    Gabriela

    AntwortenLöschen